Wohnungskredit Zinsen

Zinssätze für Kredite in Österreich niedriger als je zuvor

Bei einem Darlehen mit einem langfristigen und niedrigen Zinssatz werden jedoch unnötige Zinsen berechnet, wenn Sie sich tatsächlich einen höheren Zinssatz leisten können. Derjenige, der einen Kredit aufnimmt, muss Zinsen zahlen. Bei einem variabel verzinslichen Darlehen profitieren Sie von sinkenden Zinsen und Sonderzahlungen Ihrer Wahl - ohne zusätzliche Gebühren. Fordert das Kreditinstitut höhere Zinsen für Sonderzahlungen, sollte die höhere Zinsbelastung mit den erwarteten Einsparungen verrechnet werden. Dabei werden die Zinsen für jedes Darlehen bzw. für jede Darlehensart sowie die Zinsen für die verschiedenen Laufzeiten separat aufgeführt.

Kreditzinsen in Oesterreich so günstig wie nie zuvor

Die österreichischen Privathaushalte und Firmen haben 2016 ihre Vorteile gegenüber dem Euro-Währungsgebiet einbüßt. Die Verzinsung der an Privatpersonen gewährten Neukredite liegt mit 2,24% nur 9 Prozentpunkte unter der des Euroraums. Der Zinsvorsprung bei Firmenkrediten ging vollständig weg, der Zins betrug 1,62Prozentpunkte. Ursächlich hierfür war ein starker Zinsrückgang in den Ländern des Südens.

Insgesamt erreichten die Zinsen für Darlehen und Depositen in Oesterreich nach der Senkung der Leitzinsen im Maerz auf 0,0 Prozentpunkte neue Tiefstwerte, so der Leiter der Statistikabteilung der ÖNB, Dr. Johann Turner, auf einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag in Wien. 2008 wurde der Leitzins der ÖNB auf 0,0 Prozentpunkte gesenkt. Entsprechend sank der durchschnittliche Zinssatz für neue Darlehen und Guthaben an Firmen und Privathaushalte im Jahr 2016 auf 1,79 bzw. 0,33 Prozentpunkte.

In der Wohnungsbaubranche, der bedeutendsten Nutzung von Privatkrediten, ging der Durchschnittszins um 15 Prozentpunkte auf 1,86% zurück, liegt damit aber über dem Euroraumwert von 1,78%. Beispielsweise ist der Marktanteil neuer Wohnungsbaudarlehen mit einem anfänglich festen Zins von mehr als fünf Jahren von 12 auf 35 % signifikant angestiegen. In der Eurozone hingegen fiel der Anstieg mit 79% signifikant höher aus.

Zwar hat sich das ausstehende Darlehensvolumen seit 2007 von 121 auf 153 Mrd. EUR gesteigert, die Zinslast der Privathaushalte hat sich aber inzwischen von 1,7 auf 0,9 Mrd. EUR verdoppelt. Damit sinkt für jeden der rund 1,3 Mio. geschuldeten Privathaushalte die Zinslast von 5.200 auf 2.800 EUR im Jahr. Insbesondere die Wohnungsbaudarlehen leisteten einen Beitrag zum Gesamtkreditwachstum von 3,2 Prozent im Jahr 2009.

Die Wohnungsbaudarlehen erhöhten sich um 4,8 Prozentpunkte auf 100 Mrd. EUR, während die Konsumentenkredite um 3,2 Prozentpunkte und die sonstigen Ausleihungen um 1,7 Prozentpunkte zurückgingen. Ungeachtet der historischen Niedrigzinsen haben die Östereicher fleissig gespart. Die Einlagenvolumina der privaten Haushalte sind um 4,4 Prozentpunkte oder 9,9 Milliarden EUR gestiegen. Insbesondere die Tagesgeldanlagen leisteten mit einem Zuwachs von 15,7 Mrd. EUR oder 14,5 Prozentpunkten einen Beitrag zum Zuwachs.

Die gebundenen Bankeinlagen wurden aufgrund des abnehmenden Zinsvorsprungs reduziert. Für 3,4 Milliarden EUR wurden Anlagefonds aufgekauft, während Banken- und Industrieanleihen um 2,1 Milliarden EUR reduziert wurden. Die Verzinsung der Neuemissionen betrug im Monatsdurchschnitt 0,36% gegenüber 0,46% im EWR. Die Tagesgelder liegen mit 0,15 Prozentpunkten weit unter der Inflation.

Die Zinsen für Unternehmensdarlehen von bis zu einer Millionen EUR sanken um 17 Prozentpunkte auf 1,85 Prozentpunkte. Der Zinssatz für große Kredite von über einer Mio. lag dagegen mit 1,60% noch über dem des Euroraums von 1,41%. Im Jahr 2016 stieg das Kreditvolumen der Unternehmen um 1,5 Prozentpunkte auf 137 Milliarden EUR.

In der Eurozone lag das Plus bei 2,3 %. Die kurzfristigen Finanzierungen der Unternehmen sind um 6,4 Prozentpunkte zurückgegangen. Dies dürfte unter anderem an den starken Firmeneinlagen liegen, die im vergangenen Jahr um 11,9 Prozentpunkte oder 6,5 Milliarden auf 60 Milliarden EUR gestiegen sind. Die Teuerungsrate von 1,4 Prozentpunkten im vergangenen Jahr habe zu einem nicht neuen, aber dennoch schlechten Realzins bei den Tagesgeldern (vor KESt) geführt, unterstrich er.