Wer in Deutschland einen Ratenkredit sucht, sollte Angebote bei gleicher Kreditsumme und Laufzeit vergleichen. Der effektive Jahreszins berücksichtigt neben dem Sollzins weitere verpflichtende Kosten. Die Monatsrate gibt an, was Sie jeden Monat zahlen; der Gesamtbetrag nennt die Summe, die Sie über die gesamte Laufzeit zurückzahlen.
Der günstigste beworbene Zins gilt nicht automatisch für den eigenen Antrag. Die Bank berechnet Ihr Angebot unter anderem anhand Ihrer Bonität, der Kredithöhe und der Laufzeit. Vergleichen Sie deshalb Angebote für Ihren Kreditwunsch und nicht nur den beworbenen „Ab“-Zins.
Durchschnittliche Kreditzinsen einordnen
Kreditzinsen unterscheiden sich je nachdem, welche Kredite, Personen und Zeiträume eine Statistik erfasst. Die Bundesbank veröffentlicht Zinssätze für neu vergebene Bankkredite an private Haushalte. Eine Auswertung dieser Statistik wies für August 2026 vorläufig 8,70 Prozent ohne sonstige Kosten und 8,99 Prozent einschließlich Kosten aus. Diese Durchschnittswerte beziehen sich auf alle neu vergebenen Kredite in der Statistik. Sie sind keine persönlichen Angebote.
Ein Vergleichsportal meldete für die Kredite, die es im September 2026 erfasste, einen Median von 6,21 Prozent. Dafür werden die Werte der Größe nach geordnet. Der Median ist der Wert in der Mitte: Die Hälfte der erfassten Kredite lag darüber, die andere Hälfte darunter. Das Portal nannte für seine Angebote außerdem Zinssätze von 0,68 bis 11,99 Prozent. Diese Zahlen gelten für die Daten und Angebote des Portals, nicht für alle Kredite in Deutschland.
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Die Werte lassen sich nicht direkt vergleichen. Die Bundesbank erfasst neu vergebene Bankkredite. Ein Portal wertet dagegen Kredite einer bestimmten Kundengruppe oder mit bestimmten Beträgen aus. Auch Laufzeit, Bonität und Zeitraum der Erhebung beeinflussen die Ergebnisse. Ein Zinssatz ist daher nur aussagekräftig, wenn klar ist, auf welche Kredite und Daten er sich bezieht.

Effektivzins und Gesamtkosten vergleichen
Der Sollzins gibt an, wie viel Zinsen Sie für das geliehene Geld zahlen. Der effektive Jahreszins berücksichtigt zusätzlich bestimmte Kosten und eignet sich deshalb besser zum Vergleich von Kreditangeboten. Auch dieser Wert allein reicht nicht aus: Angebote sollten dieselbe Kreditsumme und Laufzeit haben, damit Sie Monatsrate und Gesamtkosten vergleichen können.
Prüfen Sie bei jedem Angebot, wie hoch der Nettokreditbetrag ist, wie lange die Laufzeit dauert und wie viele Raten Sie zahlen. Vergleichen Sie außerdem den effektiven Jahreszins, die Monatsrate und den gesamten Rückzahlungsbetrag. Achten Sie darauf, ob eine Versicherung oder eine andere Zusatzleistung verpflichtend ist und wie der Anbieter sie berechnet.
Eine längere Laufzeit senkt oft die Monatsrate, erhöht aber die gesamten Zinskosten.
Bei gleicher Laufzeit wirkt sich der Zinssatz ebenfalls deutlich auf die Kosten aus.
Werbezinssätze richtig lesen
Bei Kreditwerbung mit Kostenangaben muss der effektive Jahreszins mindestens so deutlich erscheinen wie andere Zinssätze. Für solche Werbung verlangt die Preisangabenverordnung auch ein repräsentatives Beispiel. Der dafür verwendete Effektivzins soll so gewählt sein, dass mindestens zwei Drittel der Verträge, die durch die Werbung zustande kommen, zu diesem oder einem niedrigeren Zinssatz abgeschlossen werden.
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Das ist keine Zusage für einzelne Interessierte. Es bedeutet auch nicht, dass zwei Drittel aller Menschen, die eine Anzeige sehen, diesen Zins erhalten. Ihr persönlicher Zinssatz steht erst fest, nachdem der Anbieter Ihren Kreditwunsch und Ihre Bonität geprüft hat. Vergleichen Sie deshalb den repräsentativen Zins mit dem Angebot, das Sie nach der Prüfung erhalten.
Warum Ihr Kreditzins abweicht
Bei der Preisberechnung schätzen Kreditgeber unter anderem die Bonität ein. Damit meinen sie, wie zuverlässig eine Person den Kredit zurückzahlen kann. Kredithöhe, Laufzeit und Anbieter beeinflussen ebenfalls den angebotenen Zinssatz. Deshalb kann Ihr effektiver Jahreszins vom Durchschnittswert, vom Median des Portals und vom beworbenen „Ab“-Zins abweichen.
Ein SCHUFA-Score ist eine Entscheidungshilfe für Unternehmen. Laut SCHUFA entscheidet der Score allein weder darüber, ob Sie einen Kredit bekommen, noch über die Konditionen. Kreditgeber können weitere Angaben berücksichtigen, etwa Einkommen, Beruf und Vermögen.
Wenn Sie Angebote bei mehreren Stellen vergleichen, fragen Sie nach, ob der Anbieter eine Anfrage zu den Kreditkonditionen oder einen Kreditantrag übermittelt. Laut SCHUFA führt eine Anfrage zu den Konditionen eines Kredits zu einem Merkmal, das den Score nicht beeinflusst. Prüfen Sie im Ablauf, um welche Art von Anfrage es sich handelt. Nicht jedes Portal stellt dieselbe Anfrage.

Zusatzkosten und Versicherungen prüfen
Je nach Vertrag übernimmt eine Restschuldversicherung die Kreditraten, wenn Sie arbeitsunfähig oder arbeitslos werden oder sterben. Sie kann den Kredit deutlich verteuern. Manche Verträge schließen bestimmte Fälle aus oder sehen eine Wartezeit vor, in der der Versicherungsschutz noch nicht gilt. Vergleichen Sie den Kreditpreis mit und ohne Versicherung und prüfen Sie, welche Fälle tatsächlich abgedeckt sind.
Wenn Sie eine Zusatzleistung abschließen müssen, um den Kredit zu bekommen, müssen ihre Kosten grundsätzlich in den effektiven Jahreszins einfließen, sofern sie sich im Voraus bestimmen lassen. Bei freiwilligen Leistungen kann der Anbieter anders rechnen. Lassen Sie sich zeigen, welche Kosten im Effektivzins enthalten sind und welche zusätzlich anfallen.
Ratenkredit und andere Kredite trennen
Die genannten Richtwerte beziehen sich vor allem auf Raten- und Konsumentenkredite. Bei einem typischen Ratenkredit erhalten Sie den gesamten Betrag auf einmal und zahlen ihn in gleichbleibenden Monatsraten zurück. Für Baufinanzierungen gelten andere Vergleichsmaßstäbe, zum Beispiel die Sicherheiten und die Zinsbindung, also der Zeitraum, in dem der Zinssatz feststeht. Dispo- und Kreditkartenkredite sind andere Kreditformen. Die genannten Durchschnittswerte eignen sich nicht, um sie zu beurteilen.
Wenn Sie einen Autokredit aufnehmen oder einen bestehenden Kredit durch einen neuen ablösen wollen, vergleichen Sie den Verwendungszweck und alle Bedingungen. Bei einer solchen Umschuldung zählen neben dem neuen Zinssatz auch mögliche Kosten für die Ablösung des alten Kredits und der Gesamtbetrag, den Sie bis zum Ende zurückzahlen. Entscheidend ist, ob die neue Finanzierung einschließlich dieser Beträge günstiger ist.
Wenn die Rate nicht ins Budget passt
Berechnen Sie vor dem Antrag, welche Monatsrate Sie dauerhaft zahlen können, nachdem Miete, laufende Ausgaben und Rücklagen berücksichtigt sind. Eine längere Laufzeit senkt oft die Rate, erhöht aber die Gesamtkosten. Wählen Sie deshalb keinen Kredit über den maximal verfügbaren Betrag, sondern planen Sie eine Rate ein, die Sie auch bei unerwarteten Ausgaben noch bezahlen können.
Wenn bestehende Raten bereits schwer zu zahlen sind, schafft ein weiterer Kredit nicht automatisch Entlastung. Eine anerkannte Schuldnerberatung hilft kostenlos dabei, Ihre Einnahmen und Ausgaben zu prüfen und Alternativen zu einem weiteren Kredit zu finden.


