Wenn eine Rechnung dringend bezahlt werden muss, klingt ein Sofortkredit nach einer schnellen Lösung. Mit „Sofort“ ist meist ein digitaler Antrag oder eine schnelle Bearbeitung gemeint. Es garantiert weder eine Zusage noch, dass das Geld direkt verfügbar ist.
Vor Abschluss eines Verbraucherkredits muss der Kreditgeber prüfen, ob Sie die Raten voraussichtlich zurückzahlen können. Wichtig ist deshalb auch, ob der Anbieter den Kredit bewilligt, welche Gesamtkosten anfallen und ob die Rate in Ihr Budget passt.
Was „Sofortkredit“ bedeutet
„Sofortkredit“ ist keine einheitliche gesetzliche Produktart mit festgelegter Bearbeitungs- oder Auszahlungszeit. Anbieter verwenden den Begriff für Kredite, bei denen Sie den Antrag online stellen und die Entscheidung oder Auszahlung schnell erfolgen soll. Welche Schritte tatsächlich sofort erledigt werden, hängt vom Anbieter und vom jeweiligen Angebot ab.
Ein Kredit durchläuft trotzdem mehrere Schritte: Sie reichen den Antrag ein, der Anbieter prüft Ihre Angaben und Kreditwürdigkeit, und bei einer Bewilligung schließen Sie anschließend den Vertrag. Danach erfolgt die Auszahlung nach den Vertragsbedingungen. Die digitale Bearbeitung beschleunigt diese Schritte, ersetzt aber keine Zusage.
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Manche Angebote gelten außerdem nur für bestimmte Kundinnen und Kunden. BBVA nennt für ein eigenes Sofortkreditangebot beispielsweise bestimmte Beträge und Laufzeiten. Laut Anbieter können qualifizierte Kundinnen und Kunden den Kredit erst nach einer bestehenden Kontoverbindung beantragen; die Bank entscheidet anhand der Bonität über die Vergabe. Das Beispiel beschreibt dieses Produkt, keine allgemeine Regel für Sofortkredite.

Warum nicht jeder eine Zusage erhält
Bei gewöhnlichen Verbraucherdarlehen verpflichtet das Bürgerliche Gesetzbuch den Kreditgeber zu einer Kreditwürdigkeitsprüfung vor Vertragsschluss. Der Kredit darf nur zustande kommen, wenn die Prüfung keine erheblichen Zweifel daran begründet, dass die Rückzahlung gelingt. Eine Zusage für alle wäre mit dieser Prüfung nicht vereinbar.
Das Gesetz schreibt dabei keine bestimmte Auskunftei vor. Die Schufa ist eine bekannte Auskunftei, aber eine Schufa-Abfrage ist nicht gleichbedeutend mit der gesetzlich verlangten Prüfung. Anbieter können unterschiedliche Informationen berücksichtigen. Die Werbung „ohne Schufa“ bedeutet deshalb weder, dass der Anbieter gar keine Prüfung vornimmt, noch, dass das Angebot unseriös ist. Prüfen Sie, wer den Kredit tatsächlich vergibt und welche Bedingungen gelten.
Bei einem Antrag zählen neben den Angaben zur Person vor allem die Einnahmen, laufenden Ausgaben und bestehenden Zahlungsverpflichtungen. Welche Nachweise ein Anbieter verlangt, unterscheidet sich. Eine Ablehnung kann daher unterschiedliche Gründe haben. Ein weiterer Antrag bei einem anderen Anbieter löst das Problem nicht automatisch und sollte nicht dazu führen, dass Sie Ihre finanzielle Lage zu optimistisch einschätzen.
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So erkennen Sie die Gesamtkosten
Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins, die Monatsrate, die Laufzeit und den Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen. Der effektive Jahreszins zeigt die jährlichen Kreditkosten als eine Kennzahl. Der Gesamtbetrag zeigt, wie viel Sie über die gesamte Laufzeit tatsächlich zahlen. Eine niedrige Monatsrate kann durch eine längere Laufzeit zustande kommen und dadurch insgesamt mehr kosten.
Die Konditionen, die ein Anbieter nennt, gelten nicht automatisch auch für Sie. Auf derselben Produktseite nennt BBVA bonitätsabhängige Zinssätze; die konkrete Kondition richtet sich nach der Prüfung.
Für bestimmte Werbeangaben zu Kosten muss der Anbieter gesetzlich Informationen nennen, darunter den effektiven Jahreszins und ein repräsentatives Beispiel. Lesen Sie deshalb die konkreten Vertragsunterlagen und verlassen Sie sich nicht allein auf eine hervorgehobene Rate oder einen Werbezins.
Warnzeichen bei Kreditangeboten
Seien Sie besonders vorsichtig, wenn ein Anbieter Geld verlangt, bevor der Kredit ausgezahlt wurde. Ein Kreditvermittler hat grundsätzlich erst Anspruch auf Bezahlung, wenn der vermittelte Kredit ausgezahlt wurde und ein Widerruf nicht mehr möglich ist. Für zusätzliche Entgelte gelten gesetzliche Grenzen. Wenn der Anbieter eine Vorauszahlung verlangt, prüfen Sie genau, wofür das Geld sein soll und auf welcher Vertragsgrundlage er es verlangt.
Verbraucherzentralen warnen vor Angeboten, bei denen angebliche Kredite mit Vermittlungs- oder Eilgebühren, kostenpflichtigen Zusatzverträgen oder einer Prepaid-Karte verbunden werden. In manchen von Verbraucherzentralen gemeldeten Fällen erhielten Betroffene statt eines Kredits eine Rechnung oder ein anderes Produkt. Solche Berichte zeigen konkrete Risiken, sagen aber nicht aus, dass jedes Onlineangebot oder jedes Angebot ohne Schufa-Abfrage betrügerisch ist.
Prüfen Sie vor einer Unterschrift, wer Darlehensgeber und wer lediglich Vermittler ist. Achten Sie darauf, ob Versicherungen, Karten oder weitere Verträge dazugehören und ob Sie diese wirklich benötigen. Lassen Sie sich nicht durch Zeitdruck dazu bringen, unklare Kosten oder Vertragsbedingungen zu akzeptieren.

Vor dem Antrag rechnen
Klären Sie zuerst, welchen Betrag Sie tatsächlich brauchen. Danach prüfen Sie, ob die Monatsrate auch dann noch bezahlbar bleibt, wenn Sie Miete, Energie, Lebensmittel, bestehende Raten und andere feste Ausgaben abziehen. Planen Sie nicht mit einer Rate, die Sie nur in einem besonders günstigen Monat bezahlen können.
Vor dem Antrag helfen diese Schritte:
- Legen Sie den benötigten Betrag und den Zweck fest.
- Vergleichen Sie effektiven Jahreszins, Laufzeit, Monatsrate und Gesamtbetrag.
- Prüfen Sie, ob zusätzliche Verträge oder Gebühren vorgesehen sind.
- Lesen Sie nach, wer den Kredit vergibt und welche Bedingungen für die Auszahlung gelten.
- Stellen Sie sicher, dass nach allen festen Ausgaben genug Geld für die Rate bleibt.
Wenn Sie bereits Schwierigkeiten haben, bestehende Rechnungen oder Kredite zu bezahlen, kann ein weiterer Kredit die Belastung erhöhen. Sprechen Sie zunächst mit den Gläubigern über mögliche Vereinbarungen oder wenden Sie sich an eine Schuldnerberatung. Achten Sie auch dort auf die Kosten und darauf, wer die Beratung anbietet.


