Klarheit vor dem Kredit.So arbeiten wir
Bonität & SCHUFA

Bürgschaft und SCHUFA

Geschlossener Laptop, Kartenetui und Vorhängeschloss.
KI-generiertes Symbolbild

Wer für den Kredit oder die Miete einer anderen Person bürgt, muss unter bestimmten Bedingungen deren Schulden bezahlen. Die Bürgschaft kann in SCHUFA-Daten erscheinen, gilt aber nicht automatisch als negativer Eintrag und senkt nicht zwangsläufig den Score.

Die Bewertung hängt davon ab, welche Daten gespeichert sind und wie sie in den Score einfließen; auch die Einschätzung des Kreditgebers zählt. Seit 2026 berücksichtigt der neue SCHUFA-Score Bürgschaften für Immobilienkredite ausdrücklich mit einem eigenen Kriterium. Für Miet- oder Konsumentenkreditbürgschaften gilt dieses Kriterium nicht automatisch.

Kann die SCHUFA eine Bürgschaft speichern?

Ja. Die SCHUFA kann von Vertragspartnern Informationen über Bürgschaften erhalten. Das heißt aber nicht, dass jede private Bürgschaft gemeldet wird. Ob ein Vermerk in der SCHUFA-Akte steht, hängt unter anderem davon ab, ob ein Vertragspartner die betreffende Information übermittelt.

Ein Vermerk über eine Bürgschaft hält zunächst eine vertragliche Verpflichtung fest. Ein negativer Eintrag bezieht sich typischerweise darauf, dass jemand einen Vertrag nicht eingehalten hat, etwa weil eine Zahlung ausgeblieben ist.

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Person beim Prüfen eines Berichts zu Hause.
KI-generiertes Symbolbild

Was bedeutet die Bürgschaft für den Score?

Ein Bürgschaftsvermerk und der SCHUFA-Score sind nicht gleichzusetzen. Der Score ist eine statistische Einschätzung der Kreditwürdigkeit. Unternehmen können ihn bei ihren Entscheidungen berücksichtigen. Über die Bewilligung eines Kredits entscheidet die Bank, nicht die SCHUFA. Kreditgeber prüfen auch eigene Kriterien, zum Beispiel Einkommen, bestehende Verpflichtungen und weitere Angaben.

Seit dem 17. März 2026 stellt die SCHUFA einen neuen Score mit einer Skala von 100 bis 999 Punkten und zwölf Kriterien bereit. Beim Kriterium „Immobilienkredit“ sind bis zu 55 Punkte vorgesehen. Die SCHUFA zählt dazu auch, wenn eine Person für einen Immobilienkredit bürgt. Die Angabe gilt nur für dieses Kriterium. Daraus folgt nicht, dass eine Mietbürgschaft oder eine Bürgschaft für einen Konsumentenkredit den Score verbessert.

Unternehmen sollen schrittweise bis Ende 2028 auf den neuen Score umstellen. Bis dahin verwenden sie nicht zwingend alle zur selben Zeit dieselbe Score-Version. Deshalb kann jeder Kreditgeber einen Bürgschaftsvermerk anders in die Bonitätsprüfung einbeziehen.

Welche Folgen hat die Bürgschaft für einen Kredit?

Auch ohne negativen SCHUFA-Eintrag kann eine Bürgschaft für einen späteren Kreditantrag relevant sein. Wenn der Hauptschuldner nicht zahlt, muss der Bürge damit rechnen, selbst zahlen zu müssen. Ein Kreditgeber kann diese mögliche Belastung bei der Prüfung berücksichtigen.

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Ob der Kreditgeber den Antrag annimmt und zu welchen Konditionen, hängt von der gesamten finanziellen Situation ab. Ein Bürgschaftsvermerk allein sagt nicht voraus, ob ein Kredit abgelehnt oder zu anderen Konditionen angeboten wird. Wer selbst einen Kredit beantragen möchte, sollte deshalb nicht nur den SCHUFA-Datensatz prüfen, sondern auch die mögliche Zahlungspflicht in die eigene Haushaltsrechnung aufnehmen.

Kredit- und Mietbürgschaft unterscheiden

Bei einer Kreditbürgschaft verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger, für die Schuld des Kreditnehmers einzustehen. Bei einer Mietkautionsbürgschaft kommt es auf die Verträge an. Zum Beispiel kann ein Versicherer dem Vermieter für die Kaution einstehen. Für keine dieser Varianten lässt sich pauschal sagen, dass sie immer bei der SCHUFA gemeldet wird.

Prüfe deshalb die Datenschutzinformationen des konkreten Anbieters und frage nach, welche Daten er an Auskunfteien weitergibt. Eine allgemeine Aussage zur SCHUFA ersetzt diese Prüfung nicht.

Person legt einen Brief beiseite und öffnet ein Notizbuch.
KI-generiertes Symbolbild

Wann muss der Bürge zahlen?

Nach § 765 BGB verpflichtet sich ein Bürge gegenüber dem Gläubiger, für die Verbindlichkeit einer anderen Person einzustehen. Eine Bürgschaftserklärung muss grundsätzlich schriftlich erfolgen; eine elektronische Erklärung reicht nach § 766 BGB im Regelfall nicht aus.

Der Vertrag legt mit fest, wann der Gläubiger den Bürgen zur Zahlung auffordern kann. Bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft kann der Gläubiger sich nach einem Zahlungsausfall grundsätzlich direkt an den Bürgen wenden. Bei einer gewöhnlichen Bürgschaft muss er im Regelfall zunächst versuchen, die Forderung beim Hauptschuldner durchzusetzen. Was genau gilt, hängt vom Vertrag und vom Einzelfall ab.

Auch wenn du nur aus Gefälligkeit unterschreibst, gehst du damit eine ernsthafte finanzielle Verpflichtung ein. Du solltest vorher prüfen, ob du die gesamte offene Schuld tragen könntest, ohne deine Lebenshaltung oder laufende Kredite zu gefährden. Bei einer finanziell ruinösen Bürgschaft unter Angehörigen können besondere rechtliche Fragen entstehen. Ob eine solche Bürgschaft unwirksam ist, lässt sich jedoch nur anhand des Einzelfalls beurteilen.

So prüfst du deinen SCHUFA-Eintrag

Mit einer kostenlosen Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung kannst du nachsehen, welche Informationen zu deiner Person gespeichert sind. Suche darin nach Angaben zur Bürgschaft. Prüfe, ob die Vertragsangaben und der Status stimmen und ob das meldende Unternehmen richtig angegeben ist.

Findest du einen falschen oder unzulässigen Eintrag, wende dich sowohl an die SCHUFA als auch an das Unternehmen, das die Information gemeldet hat. Laut Verbraucherzentrale bleiben Daten zu einem Kredit oder einer Bürgschaft mindestens so lange gespeichert, wie die Verpflichtung besteht. Prüfe die Speicherdauer für den konkreten Datensatz und nimm keine pauschale Frist für alle Bürgschaften an.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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