Unternehmen können Ihre Kreditwürdigkeit prüfen, wenn Sie einen Kredit beantragen, eine Wohnung suchen oder einen Vertrag abschließen. Auskunfteien wie SCHUFA, CRIF und Experian nutzen dafür Angaben zu Ihren bisherigen Zahlungsverpflichtungen und berechnen daraus Scores. Diese Werte schätzen das Risiko ein, dass eine Zahlung ausbleibt.
Prüfen Sie kostenlos, welche Daten über Sie gespeichert sind und ob sie stimmen. Ein einzelner Score bildet Ihre finanzielle Lage nicht vollständig ab und entscheidet nicht automatisch darüber, ob ein Anbieter einem Vertrag zustimmt.
Was Bonität und Score bedeuten
Bonität bezeichnet die Einschätzung, wie wahrscheinlich jemand seine Zahlungsverpflichtungen erfüllt. Auskunfteien berechnen dafür unterschiedliche Scores. Sie verwenden eigene Datenbestände und Verfahren, deshalb können die Werte voneinander abweichen. Ein guter Wert bei einer Auskunftei garantiert keinen ebenso guten Wert bei einer anderen.
Banken, Telekommunikationsanbieter und andere Unternehmen können solche Werte bei Vertragsentscheidungen berücksichtigen. Ein Score ist dabei eine statistische Einschätzung und kein amtliches Zertifikat. Er zeigt auch nicht vollständig, ob Sie sich eine bestimmte Rate leisten können: Dafür zählen Ihre tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben.
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Bonitätsauskunft anfordern
Für den ersten Überblick können Sie bei einer Auskunftei eine kostenlose Auskunft nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) anfordern. Die SCHUFA nennt ihr Angebot „Datenkopie“; andere Anbieter verwenden Bezeichnungen wie „Selbstauskunft“. Die allgemeine Antwortfrist beträgt einen Monat. Bei einer offensichtlich unbegründeten oder übermäßigen Anfrage darf die Auskunftei unter bestimmten Voraussetzungen eine angemessene Gebühr verlangen oder die Auskunft ablehnen. Das gilt ebenso für wiederholte Anfragen.
Für eine regelmäßige Kontrolle ist eine Auskunft pro Jahr ein guter Richtwert, aber keine gesetzliche Höchstgrenze. Wenn sich Ihre Daten geändert haben oder Sie einen Fehler vermuten, kann eine weitere Anfrage sinnvoll sein. Erkundigen Sie sich bei den Auskunfteien, die für Ihren konkreten Vertrag wichtig sind. Unternehmen arbeiten nicht alle mit derselben Auskunftei.
Prüfen Sie die Auskunft besonders auf:
- Angaben zu Ihrem Namen und Ihren Anschriften, die falsch oder veraltet sind;
- Konten, Kredite oder Anfragen, die Sie nicht kennen oder die falsch zugeordnet sind;
- Forderungen, die erledigt, unzutreffend oder von Ihnen bestritten sind;
- den ausgewiesenen Score und die Erklärung zu seiner Berechnung.
Fehler in der Bonitätsauskunft berichtigen lassen
Melden Sie der Auskunftei schriftlich, wenn Angaben falsch sind oder nicht gespeichert werden dürfen. Bezeichnen Sie den Eintrag genau und fügen Sie passende Belege bei, etwa eine Bestätigung, dass eine Forderung erledigt ist. Hat ein Unternehmen die falsche Information gemeldet, wenden Sie sich auch an dieses Unternehmen.
Je nach Fall können Sie verlangen, dass die Auskunftei Daten berichtigt oder löscht. Die Auskunftei muss jedoch nicht jeden Eintrag löschen. Datenschutzregeln erlauben in bestimmten Fällen, Daten weiter zu speichern, etwa wenn sie für rechtliche Ansprüche gebraucht werden. Wenn Sie mit der Antwort der Auskunftei nicht einverstanden sind, können Sie sich an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde wenden.
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SCHUFA-Score und Scoring-Regeln
Seit dem 17. März 2026 stellt die SCHUFA Verbraucherinnen und Verbrauchern einen neuen Score auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten bereit. Ein höherer Wert bedeutet bei diesem Score eine bessere Bewertung. Die Berechnung beruht laut SCHUFA auf zwölf Kriterien. Dazu zählen Zahlungsschwierigkeiten und jüngere Kreditanfragen. Auch bestimmte Angaben zu Bankverbindungen und Anschrift fließen ein.
Der neue Wert ersetzt nicht automatisch alle älteren SCHUFA-Scores. Bei seiner Einführung nutzten laut SCHUFA rund 25 Prozent ihrer Firmenkundschaft den neuen Score. Wie groß der Anteil im Oktober 2026 ist, lässt sich daraus nicht ableiten. Wenn ein Unternehmen Ihren Vertrag ablehnt oder schlechtere Konditionen anbietet, fragen Sie deshalb nach, ob ein Score verwendet wurde und von welcher Auskunftei er stammt.
Das Bundesdatenschutzgesetz regelt, wie solche Werte für Vertragsentscheidungen berechnet werden dürfen. Die verwendeten Daten müssen für die Berechnung relevant sein und das Verfahren muss auf einem wissenschaftlich anerkannten mathematisch-statistischen Ansatz beruhen. Ein Score darf nicht ausschließlich auf Anschriftendaten beruhen. Wenn Auskunfteien noch nicht bezahlte Forderungen einbeziehen, müssen sie zusätzliche Voraussetzungen erfüllen. Eine verspätet bezahlte Rechnung darf daher nicht automatisch als zulässiger Bonitätseintrag behandelt werden.
Der Europäische Gerichtshof hat außerdem klargestellt, dass die automatisierte Berechnung eines Scores unter bestimmten Umständen als automatisierte Einzelentscheidung gelten kann, wenn ein Vertragspartner seine Entscheidung maßgeblich darauf stützt. Betroffene haben Anspruch auf aussagekräftige Informationen dazu, wie ihre personenbezogenen Daten in einer solchen Bewertung verwendet wurden. Vertragsablehnungen beruhen nicht immer ausschließlich auf einem Score.

Bonitätsnachweis für Vermieter
Eine persönliche Datenkopie ist für Ihre eigene Kontrolle gedacht und kann umfangreiche Informationen enthalten. Für die Wohnungssuche ist deshalb meist ein Bonitätsnachweis passend, der nur für diesen Zweck gedacht ist. Geben Sie nicht vorschnell eine vollständige persönliche Auskunft weiter, wenn ein begrenzter Nachweis für den konkreten Mietfall genügt.
Die Datenschutzkonferenz veröffentlichte 2024 eine Orientierungshilfe zu Bonitätsauskünften bei Mietinteressierten. Auf ihrer Webseite wird inzwischen eine Fassung mit Stand Januar 2026 genannt. Da sich die Fassungen unterscheiden, sollten Sie für aktuelle Einzelfragen die neueste Orientierungshilfe heranziehen.
Kreditrate am Haushaltsbudget messen
Ein guter Score sagt nicht, ob eine bestimmte Monatsrate zu Ihrem Haushalt passt. Vergleichen Sie vor einem Kreditantrag Ihr verfügbares Einkommen mit den regelmäßig anfallenden Ausgaben, bestehenden Raten und einem finanziellen Puffer. Erst wenn die Rate in dieses Budget passt, ist ein Kredit tragbar.
Wenn Sie Zahlungsschwierigkeiten haben, prüfen Sie zuerst, welche Ausgaben sich anpassen lassen, und sprechen Sie frühzeitig mit Ihren Gläubigern. Eine neue Finanzierung löst bestehende Probleme nicht automatisch. Bei anhaltenden Schulden helfen kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatungsstellen dabei, die Lage zu ordnen und Alternativen zu neuer Verschuldung zu prüfen.



