Klarheit vor dem Kredit.So arbeiten wir
Antrag & Auszahlung

Bildungskredit beantragen

Hände beim Sortieren von Unterlagen in einer Mappe.
KI-generiertes Symbolbild

In einer fortgeschrittenen Phase deiner Ausbildung oder deines Studiums kannst du unter bestimmten Voraussetzungen einen Bildungskredit des Bundes beantragen. Dein Einkommen spielt dabei keine Rolle, und du kannst den Kredit zusätzlich zu BAföG beziehen. Du musst den Kredit zurückzahlen; eine Bewilligung ist jedoch nicht sicher.

Den Antrag stellst du beim Bundesverwaltungsamt (BVA). Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) schließt anschließend den Kreditvertrag ab, zahlt den Kredit aus und wickelt die Rückzahlung ab. Prüfe vor dem Antrag, ob du förderberechtigt bist, welche variablen Zinsen gelten und welche Belastung bei der Rückzahlung entsteht.

Wer einen Bildungskredit erhält

Erwachsene können den Bildungskredit in einer späteren Phase ihrer Ausbildung oder ihres Studiums beantragen, wenn diese Ausbildung förderfähig ist. Für die Ausbildungsstätte gelten grundsätzlich die Förderregeln des BAföG. Für Studierende zählen dazu zum Beispiel bestimmte Studienabschnitte nach einer Zwischenprüfung, ein weiterführendes Studium oder ein förderfähiges Praktikum beziehungsweise ein Auslandsaufenthalt.

Bei einer schulischen Ausbildung musst du dich im vorletzten oder letzten Ausbildungsjahr befinden. Außerdem brauchst du entweder bereits einen Berufsabschluss oder musst ihn mit der Ausbildung erwerben. Die erforderlichen Nachweise richten sich nach deiner Situation. Dazu gehören der Schulbesuch und das Studium. Auch eine besondere Ausbildungsphase spielt eine Rolle.

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Die Angaben der zuständigen Stellen zum Alter unterscheiden sich leicht: Das Bundesportal nennt eine Antragstellung bis zur Vollendung des 36. Lebensjahres; die KfW beschreibt die Altersgruppe als 18 bis 35 Jahre. Wer kurz vor dem 36. Geburtstag steht, sollte die eigene Berechtigung direkt beim BVA klären.

Einkommen und Vermögen der antragstellenden Person sowie der Eltern oder der Ehe- beziehungsweise Lebenspartnerin oder des Ehe- beziehungsweise Lebenspartners spielen grundsätzlich keine Rolle. Ein geringes Einkommen allein reicht für den Kredit nicht aus. Entscheidend sind die Ausbildungsbedingungen und die übrigen Fördervoraussetzungen. Eine gesetzliche Garantie auf Bewilligung gibt es nicht.

Person mit Laptop und Unterlagen im Homeoffice.
KI-generiertes Symbolbild

Höhe und Auszahlung

Du kannst monatlich bis zu 300 Euro beantragen. Innerhalb eines Ausbildungsabschnitts läuft die Förderung höchstens 24 Monate; die Höchstsumme beträgt 7.200 Euro.

Für einmalige Ausgaben kann das BVA im Einzelfall bis zu 3.600 Euro vorab auszahlen. Dieser Vorschuss wird auf die Höchstsumme angerechnet. Eine Auszahlung des gesamten Kredits auf einmal ist nicht vorgesehen.

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Überlege vor dem Antrag, welchen Betrag du wirklich brauchst. Je weniger Geld du monatlich erhältst, desto geringer ist deine Schuld. Ein höherer Betrag lässt dir während der Ausbildung mehr finanziellen Spielraum, erhöht aber die Summe, die du zurückzahlen musst. Der Bildungskredit lässt sich mit BAföG oder einem KfW-Studienkredit kombinieren. Prüfe bei mehreren Finanzierungen, ob die späteren Raten in dein Budget passen.

Antrag beim BVA stellen

Der Antrag läuft über das Online-Portal des BVA. Dort gibst du unter anderem Angaben zu deiner Person, deiner Ausbildung, der Ausbildungsstätte und deinem Bankkonto ein. Du wählst außerdem die gewünschte monatliche Auszahlung.

Nach dem Absenden erhältst du eine Online-ID. Gib die Online-ID bei deinen Nachweisen an. So kann das BVA die Unterlagen deinem Antrag zuordnen. Nach den Angaben des Bundesportals sollen die Dokumente innerhalb von 14 Tagen eingereicht werden. Da die Verfahrenshinweise auf dem Portal älter sein können, kontrolliere im aktuellen BVA-Portal, welche Frist und welcher Übermittlungsweg für deinen Antrag gelten.

Der Ablauf umfasst diese Schritte:

  1. Registriere dich im Online-Portal des BVA und fülle den Antrag aus.
  2. Die geforderten Nachweise mit der Online-ID fristgerecht einreichen.
  3. Den Bewilligungsbescheid und das Kreditangebot der KfW abwarten.
  4. Den Kreditvertrag unterschreiben, zurücksenden und die Identität bestätigen.

Nach der Bewilligung übernimmt die KfW den Kreditvertrag und die Auszahlung. Die Bearbeitung kann mehrere Wochen dauern. Die Förderdatenbank empfiehlt, den Antrag frühestens sechs Wochen vor Beginn des förderfähigen Ausbildungszeitraums zu stellen. Plane also genügend Zeit ein und prüfe den aktuellen Zeitpunkt für die Antragstellung im BVA-Portal.

Welche Nachweise nötig sind

Bei einem Schulbesuch verlangt das BVA zum Beispiel eine aktuelle Schulbescheinigung mit Beginn, Ende und Ziel der Ausbildung. Je nach Fall kommen ein Nachweis über ein Praktikum sowie ein Ausweisdokument und eine aktuelle Meldebestätigung hinzu.

Studierende benötigen in der Regel eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung, aus der die bereits absolvierten Hochschul- und Fachsemester hervorgehen. Je nach Studiengang und Fördergrund kann das BVA außerdem Nachweise über eine bestandene Zwischenprüfung, den erreichten Studienfortschritt, ein Praktikum, ein Auslandsstudium oder die Zulassung zur Abschlussprüfung verlangen.

Wenn du keine deutsche Staatsangehörigkeit hast, gehören je nach Fall auch ein Reisepass und Nachweise zum Aufenthaltsstatus zu den Unterlagen. Das BVA kann zusätzliche Dokumente anfordern. Nutze deshalb die Unterlagenliste, die das Portal für deine Ausbildung anzeigt. Eine allgemeine Liste reicht dafür nicht unbedingt aus.

Person mit Smartphone und geschlossenem Kartenetui am Schreibtisch.
KI-generiertes Symbolbild

Zinsen und Rückzahlung

Der Bildungskredit ist ein verzinsliches Darlehen. Zinsen fallen ab der Auszahlung an; während der Auszahlungsphase werden sie zunächst gestundet und später zusammen mit dem Kredit zurückgezahlt. Der Zinssatz ist variabel und orientiert sich am Sechs-Monats-EURIBOR, einem Referenzzinssatz für den europäischen Geldmarkt, zuzüglich eines jährlichen Aufschlags von einem Prozentpunkt. Die Anpassung erfolgt jeweils zum 1. April und 1. Oktober.

Ein früherer Zinssatz zeigt nicht, welche Kosten aktuell gelten. Prüfe deshalb vor der Unterschrift den geltenden Zinssatz im KfW-Angebot. Die tatsächliche Gesamtrückzahlung hängt außerdem davon ab, wann und in welcher Höhe du Geld erhältst und wie sich der Zinssatz während der Laufzeit entwickelt.

Die Rückzahlung erfolgt in monatlichen Raten von 120 Euro. Sie beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung beziehungsweise nach dem Zeitpunkt, zu dem die erste Rate fällig wird. Eine frühere vollständige oder teilweise Rückzahlung ist nach den Angaben des Bundesportals und der KfW ohne zusätzliche Gebühren möglich.

Wann der Kredit passt

Der Bildungskredit kann eine begrenzte Finanzierungslücke in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase schließen. Weil dein Einkommen nicht geprüft wird, kannst du besser planen, sofern du die übrigen Fördervoraussetzungen erfüllst. Gleichzeitig bleibt der Betrag begrenzt. Die Zinsen können sich ändern. Die Rückzahlung beginnt unabhängig davon, ob dein späteres Einkommen hoch ausfällt.

Rechne vor dem Antrag mit deinen regelmäßigen Ausgaben und den bereits bestehenden Raten. Wenn die Rückzahlung von 120 Euro im Monat voraussichtlich schwer tragbar wäre, suche zunächst nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten oder Beratung. Bei finanziellen Schwierigkeiten hilft eine anerkannte Schuldnerberatung kostenfrei dabei, die Situation zu ordnen und Alternativen zu neuen Schulden zu prüfen.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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