Wer eine Finanzierungslücke im Studium schließen muss, prüft zuerst BAföG, Stipendien und Hilfen des Studierendenwerks. Von den bundesweiten Krediten ist der Bildungskredit des Bundes derzeit günstiger als der KfW-Studienkredit. Er zahlt höchstens 300 Euro monatlich und richtet sich an Studierende in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen.
Beide Kredite haben variable Zinssätze. Die genannten Werte gelten zum 1. Oktober 2026 und können sich ändern. Vergleiche deshalb den aktuellen Effektivzins, der den Kreditzins und weitere vorgesehene Kosten berücksichtigt, sowie Kredithöhe und Rückzahlungsbeginn. Prüfe außerdem die Kosten bei steigenden Zinsen.
Bundesweite Studienkredite im Vergleich
Der Bildungskredit eignet sich für eine begrenzte Finanzierungslücke, während der KfW-Studienkredit höhere monatliche Auszahlungen ermöglicht. Die folgenden Zinssätze gelten zum genannten Zeitpunkt. Sie bleiben nicht für die gesamte Laufzeit fest.
| Angebot | Effektiver Jahreszins | Auszahlung und Zugang |
|---|---|---|
| Bildungskredit des Bundes | 4,09 % ab 1. Oktober 2026 | 100, 200 oder 300 Euro monatlich, höchstens 24 Monate. Für Studierende in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen. |
| KfW-Studienkredit | 6,38 % für neue Verträge ab 1. Oktober 2026 | 100 bis 650 Euro monatlich. Für Studierende an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland. |
Du kannst den Bildungskredit mit BAföG und dem KfW-Studienkredit kombinieren. Prüfe die aktuellen Vertragsbedingungen direkt beim Anbieter, bevor du den Kredit einplanst.
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Für den KfW-Studienkredit zählen Einkommen, Vermögen und Sicherheiten nicht. Du kannst den KfW-Studienkredit nicht für ein Studium nutzen, das du vollständig im Ausland absolvierst. Ein Auslandssemester ist möglich, wenn du weiterhin an einer Hochschule in Deutschland eingeschrieben bist.

Warum sich Studienkreditzinsen ändern
Bei beiden Bundesangeboten richtet sich der variable Zinssatz nach dem 6-Monats-EURIBOR, einem Referenzzinssatz für Kredite zwischen Banken. Beim Bildungskredit kommt laut KfW ein Aufschlag von einem Prozentpunkt hinzu. Die KfW passt den Studienkreditzins jeweils zum 1. April und 1. Oktober an. Der heute niedrigere Zinssatz zeigt daher nicht, wie teuer der Kredit während der gesamten Rückzahlung wird.
Die Effektivzinsen helfen beim Vergleich, weil sie neben dem Sollzins auch weitere vorgesehene Kosten berücksichtigen. Sie zeigen aber nicht die gesamten Kreditkosten. Dafür müssen Kreditbetrag, Auszahlungsdauer, Zinsentwicklung und Rückzahlungsbedingungen zusammen betrachtet werden. Für die Rückzahlungsphase des Studienkredits bietet die KfW die Möglichkeit, einen festen Zinssatz zu vereinbaren. Prüfe, ab wann das gilt und welche Konditionen im Vertrag stehen.
Regionale Hilfen zuerst prüfen
Darlehenskassen und Härtefonds der Studierendenwerke bieten in bestimmten Situationen eine besonders günstige Hilfe. Dazu zählen etwa finanzielle Härtefälle oder eine unvorhergesehene Lücke kurz vor dem Studienabschluss. Einzelne Angebote sind zinsfrei. Diese Hilfen gibt es jedoch nicht überall. Laut Bundesagentur für Arbeit müssen sie meist schnell zurückgezahlt werden.
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Erkundige dich beim Studierendenwerk deiner Hochschule nach den Voraussetzungen, der möglichen Summe und der Rückzahlungsfrist. Auch regionale Banken und Sparkassen vergeben Studienkredite, teilweise nur für bestimmte Hochschulen, Regionen oder Fächer. Ein veröffentlichter Zinssatz allein sagt deshalb wenig darüber aus, welche Kosten dir tatsächlich entstehen.
Was vor einem Antrag zählt
Kläre zuerst, wie viel Geld dir pro Monat tatsächlich fehlt und wie lange die Lücke besteht. Rechne vorhandene Einnahmen und Hilfen ein, bevor du einen Kreditbetrag festlegst. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, BAföG und Stipendien als Alternativen zu prüfen und nur so viel Kredit aufzunehmen wie nötig.
Vergleiche anschließend die Rückzahlung. Entscheidend sind der Beginn der Rückzahlung, die Höhe der monatlichen Rate und die Frage, ob während der Auszahlung Zinsen anfallen oder aufgeschoben werden. Plane bei einem variablen Zinssatz auch für den Fall, dass die Belastung steigt. Berechne die Kosten anhand deiner konkreten Vertragsdaten, statt nur auf den aktuellen Zinssatz zu schauen.
Ein Studienabbruch beendet die Rückzahlung nicht automatisch. Bereits ausgezahlte Beträge müssen grundsätzlich zurückgezahlt werden. Verbraucherzentrale und Bundesagentur für Arbeit raten deshalb, Laufzeit und Rückzahlungsregeln vor der Unterschrift genau zu prüfen. Der CHE-Studienkredit-Test vergleicht Angebote anhand verschiedener Kriterien und vergibt keinen pauschalen Gesamtsieger, weil Zugang, Kosten und Flexibilität je nach Lebenslage unterschiedlich schwer wiegen.

Wenn das Geld trotzdem nicht reicht
Ein Kredit ist keine gute Lösung, wenn die Rückzahlung absehbar nicht in dein Budget passt. Sprich bei Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig mit dem Kreditgeber und wende dich an eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung. Sie kann helfen, Einnahmen und Verpflichtungen zu ordnen und Alternativen zu neuer Verschuldung zu prüfen.



