Wer in Deutschland fürs Alter vorsorgen möchte, sollte zuerst entscheiden, ob er Kapital aufbauen, eine lebenslange Rente erhalten oder Angehörige im Todesfall absichern will. Je nach Vertrag dient eine Lebensversicherung einem dieser Ziele.
Eine Lebensversicherung kann eine lebenslange Rente sichern. Dafür entstehen häufig Kosten, der Zugriff auf das Geld ist eingeschränkt oder Versicherte tragen Anlagerisiken. Ob ein Vertrag passt, hängt vor allem von den garantierten Leistungen, den Kosten und dem gewünschten Schutz ab.
Drei Lebensversicherungen, drei Ziele
Eine Kapitallebensversicherung verbindet Sparen mit einer Todesfallleistung. Sie zahlt typischerweise einen einmaligen Betrag aus. Eine private Rentenversicherung soll ab einem vereinbarten Zeitpunkt regelmäßige Zahlungen leisten. Je nach Vertrag ist stattdessen eine einmalige Kapitalauszahlung möglich. Eine Risikolebensversicherung zahlt nur, wenn die versicherte Person während der Vertragslaufzeit stirbt. Sie baut kein Alterskapital auf; ohne Todesfall gibt es am Ende in der Regel keine Auszahlung der Beiträge.
Für die Altersvorsorge kommen vor allem Kapitallebens- und Rentenversicherungen infrage. Wer Angehörige finanziell schützen will, sollte dagegen prüfen, ob eine Risikolebensversicherung dieses Ziel gezielter erfüllt. Bei einer Rentenversicherung hängt der Schutz von Hinterbliebenen davon ab, welche Leistungen der Vertrag vorsieht. Nach Beginn der Rente ist eine Zahlung an Angehörige nicht automatisch eingeschlossen.
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Wann eine Rentenversicherung passt
Eine private Rentenversicherung ermöglicht lebenslange, vertraglich geregelte Zahlungen und senkt damit das Risiko, das angesparte Geld bei einem sehr langen Leben aufzubrauchen. Je nach Tarif verzichten Sie dafür auf einen Teil Ihrer Flexibilität und Ihres verfügbaren Kapitals.
Für den Vermögensaufbau vergleichen die Verbraucherzentralen viele klassische und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen kritisch. Sie verweisen vor allem auf Kosten und eingeschränkte Flexibilität und sehen für viele Menschen einen breit gestreuten ETF-Sparplan als mögliche Alternative. Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der beispielsweise viele Unternehmen abbildet. Der Wert des Fonds schwankt. Eine lebenslange Rente ist damit nicht automatisch verbunden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hebt dagegen Planbarkeit, lebenslange Leistungen und den Schutz von Angehörigen als Vorteile von Versicherungsverträgen hervor.
Entscheidend ist, welches Risiko Sie abgeben möchten. Wer vor allem flexibel Kapital aufbauen will, sollte die Kosten und Auszahlungsregeln der Versicherung mit denen einer Geldanlage ohne Versicherungsvertrag vergleichen. Wer ein Einkommen bis ans Lebensende absichern möchte, sollte zusätzlich prüfen, wie hoch die garantierte Rente ausfällt und welche Bedingungen für Hinterbliebene gelten.
Garantien und Fonds
Bei klassischen Tarifen kann der Vertrag garantierte Leistungen enthalten. Zusätzliche Überschüsse hängen von der Entwicklung des Versicherers ab und stehen nicht in einer für die gesamte Laufzeit festgelegten Höhe fest. Das Versicherungsvertragsgesetz regelt grundsätzlich die Beteiligung an Überschüssen und Bewertungsreserven, sofern der Vertrag sie nicht ausdrücklich ausschließt. Die gesetzliche Regelung legt jedoch keine bestimmte künftige Auszahlung fest.
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Seit dem 1. Januar 2025 beträgt der Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung 1 Prozent. Er begrenzt den Rechnungszins, den Versicherer bei der Berechnung ihrer Deckungsrückstellungen, also der Rücklagen für künftige Versicherungsleistungen, ansetzen. Er bedeutet nicht, dass jeder Vertrag auf alle eingezahlten Beiträge eine Rendite von 1 Prozent erzielt. Kosten, der Anteil der Beiträge für den Versicherungsschutz und die konkrete Vertragsgarantie beeinflussen die Auszahlung.
Fondsgebundene Verträge legen Beiträge ganz oder teilweise in Fonds an. Die spätere Leistung hängt dann auch von der Wertentwicklung dieser Anlagen und den Vertragskosten ab. Ein Fondsanteil enthält nicht automatisch eine Kapitalgarantie. Prüfen Sie deshalb im Angebot getrennt, welche Beträge garantiert sind und welche lediglich auf unverbindlichen Annahmen beruhen.
Kosten und Zugriff aufs Geld
Die Kosten für Abschluss und Vertrieb sowie die laufenden Kosten verringern den Teil der Beiträge, der in den Sparanteil fließt. Wie stark sie die Leistung beeinflussen, hängt vom konkreten Tarif und der Laufzeit ab. Vergleichen Sie daher die Kostenangaben im Produktinformationsblatt mit den garantierten Leistungen und den Annahmen zu möglichen Überschüssen.
Ein vorzeitiger Ausstieg führt nicht automatisch zur Rückzahlung aller Beiträge. Bei einer Kündigung erhalten Versicherte den vertraglich berechneten Rückkaufswert. Das Versicherungsvertragsgesetz regelt dessen Berechnung; bei fondsgebundenen Verträgen richtet sie sich grundsätzlich nach dem Zeitwert, soweit keine Leistung garantiert ist. Die Summe hängt auch vom Kündigungszeitpunkt und möglichen Abzügen ab.
Wer einen bestehenden Vertrag prüfen möchte, sollte die gezahlten Beiträge mit dem aktuellen Rückkaufswert vergleichen. Berücksichtigen Sie außerdem die Leistungen, die bei Fortführung garantiert sind, und den Vertragswert, wenn Sie keine Beiträge mehr zahlen. Prüfen Sie auch die Kosten und den verbleibenden Versicherungsschutz. Eine Kündigung kann zudem steuerliche Nachteile haben, besonders bei älteren Verträgen. Lassen Sie diese Punkte vor der Entscheidung anhand der Vertragsunterlagen prüfen.

Steuern hängen vom Vertrag ab
Ob und wie eine Auszahlung besteuert wird, richtet sich unter anderem nach dem Abschlussdatum, der Auszahlungsform und den gesetzlichen Voraussetzungen. Bei bestimmten Kapitalauszahlungen aus Verträgen, die nach dem 31. Dezember 2004 abgeschlossen wurden, kann unter Voraussetzungen nur die Hälfte des Unterschiedsbetrags zwischen Auszahlung und Beiträgen steuerlich angesetzt werden. Das bedeutet keine allgemeine Steuerfreiheit.
Eine lebenslange Rente wird steuerlich anders behandelt als eine einmalige Kapitalauszahlung. Auch ältere Verträge können eigenen Regeln unterliegen. Prüfen Sie deshalb die Steuerfolgen für genau den Vertrag und die gewählte Auszahlung, statt sich auf eine allgemeine Aussage zur „Steuerbegünstigung“ zu verlassen.
Lebensversicherung vor dem Abschluss prüfen
Legen Sie zuerst fest, wofür Sie sparen: für eine lebenslange Rente, für Kapital zu einem bestimmten Zeitpunkt oder für den Schutz Ihrer Angehörigen. Danach können Sie ähnliche Produkte vergleichen.
Achten Sie besonders auf die garantierte Leistung, die Gesamtkosten, die Kündigungs- und Beitragsfreistellungsregeln sowie die Absicherung von Hinterbliebenen. Bei fondsgebundenen Verträgen gehört auch die Frage dazu, wer das Anlagerisiko trägt. Rechnen Sie unverbindliche Überschüsse nicht als sichere Auszahlung ein. Wer bereits einen Vertrag besitzt, sollte zuerst Alternativen zur Kündigung prüfen.


