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Privatkreditvertrag: Das gehört hinein

Hände mit Vertragsunterlagen und Stift am Tisch.
KI-generiertes Symbolbild

Wenn Sie einer Freundin, einem Verwandten oder einer anderen Privatperson Geld leihen, halten Sie Betrag und Rückzahlung schriftlich fest. Ein privates Darlehen liegt vor, wenn keine Seite gewerblich oder beruflich handelt; so unterscheidet es sich von einer Schenkung. Ein unterschriebener Vertrag beugt außerdem Streit über Zinsen und Rückzahlungstermine vor.

Für gewöhnliche Darlehen zwischen Privatpersonen verlangt das Gesetz keinen schriftlichen Vertrag. Für bestimmte Verbraucherdarlehen von Personen, die gewerblich oder beruflich Geld verleihen, gelten andere Regeln. Welche Regeln gelten, hängt davon ab, wer das Geld verleiht und warum.

Diese Angaben gehören hinein

Schreiben Sie die Vereinbarungen so genau auf, dass beide Seiten später wissen, was gilt. Notieren Sie mindestens:

  • Namen und Anschriften der Beteiligten sowie Darlehenssumme und Währung
  • Zeitpunkt und Art der Auszahlung, etwa per Überweisung
  • ob Zinsen anfallen und wie Sie sie berechnen
  • Rückzahlungstermin oder Ratenhöhe und Fälligkeit
  • Regeln für vorzeitige Rückzahlung und verspätete Zahlungen
  • vereinbarte Sicherheiten oder eine Bürgschaft
  • Datum und Unterschriften; beide Seiten behalten eine Ausfertigung

Bei Zinsen reicht die Angabe eines Prozentsatzes nicht immer aus. Schreiben Sie auch auf, auf welchen Betrag sich der Zinssatz bezieht und wann die Zinsen gezahlt werden müssen. Bei Raten sollten Betrag, Häufigkeit und Termin der ersten Zahlung klar sein. Eine Überweisung mit einem passenden Verwendungszweck belegt zusätzlich, dass das Geld ausgezahlt wurde.

Wenn Sie Geld verschenken wollen, sollte im Vertrag keine Rückzahlungspflicht stehen. Soll das Geld zurückgezahlt werden, halten Sie das klar und schriftlich fest. Das verhindert nicht jeden späteren Streit, zeigt aber, was beide Seiten beabsichtigt haben.

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Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
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Rückzahlung ohne festen Termin

Legen Sie einen Rückzahlungstermin fest, wenn beide Seiten damit rechnen. Haben Sie keinen Termin vereinbart, gilt § 488 BGB: Eine Seite muss das Darlehen kündigen. Danach beträgt die Frist bis zur Rückzahlung grundsätzlich drei Monate. Bei einem zinslosen Darlehen darf die Person, die das Geld geliehen hat, jederzeit zurückzahlen.

Diese gesetzliche Regel kann beide Seiten überraschen. Wer das Geld verliehen hat, bekommt es bei einem Darlehen ohne Rückzahlungstermin nicht automatisch sofort zurück. Wer das Geld geliehen hat, sollte sich umgekehrt nicht darauf verlassen, dass eine vage Absprache wie „irgendwann nächstes Jahr“ einen festen Rückzahlungstermin festlegt. Schreiben Sie ein konkretes Datum oder einen klaren Ratenplan auf.

Zinsen und verspätete Zahlungen

Halten Sie ausdrücklich fest, ob Sie Zinsen verlangen. Wenn ja, schreiben Sie verständlich auf, wie hoch sie sind und wie Sie sie berechnen. Ein Zinssatz macht ein privates Darlehen nicht allein wegen seiner Höhe automatisch unzulässig. Nach § 138 BGB kann ein Geschäft aber unwirksam sein, wenn eine Person die Notlage oder eine andere Schwäche der anderen ausnutzt und zugleich das, was eine Seite gibt, in einem auffälligen Missverhältnis zu dem steht, was sie dafür erhält. Ob das der Fall ist, hängt von den Umständen ab.

Wenn eine Geldzahlung verspätet eingeht, sieht § 288 BGB grundsätzlich Verzugszinsen vor. Diese liegen fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Für bestimmte Verbraucherdarlehen gelten andere Regeln. Prüfen Sie deshalb erst, welche Vorschriften für Ihr Darlehen gelten, bevor Sie einen festen Verzugszins in den Vertrag schreiben.

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Wann Verbraucherregeln gelten

Für ein Darlehen zwischen zwei Privatpersonen gelten grundsätzlich die allgemeinen Regeln des Darlehensrechts. Ein zinsloses Darlehen in der Familie fällt nicht allein deshalb unter die besonderen Regeln für Verbraucherkredite, weil eine Privatperson Geld verleiht.

Andere Regeln können gelten, wenn ein Unternehmer oder eine Unternehmerin einer Privatperson ein verzinstes Darlehen gibt. Nach § 14 BGB zählt auch eine einzelne Person als Unternehmer, wenn sie dabei gewerblich oder selbstständig beruflich handelt. Wer einmal privat Geld verleiht, wird dadurch nicht automatisch zum Unternehmer. Entscheidend sind die Umstände des Geschäfts.

Für Verbraucherdarlehen, die unter diese Vorschriften fallen, verlangt § 492 BGB grundsätzlich einen Vertrag in der gesetzlich vorgeschriebenen Form und mit bestimmten Angaben. § 495 BGB gibt grundsätzlich ein Recht, den Vertrag zu widerrufen, sieht aber Ausnahmen vor. Diese Regeln gelten nicht automatisch für jedes Darlehen unter Freunden oder Verwandten.

§ 491 BGB nimmt unter anderem bestimmte Verbraucherdarlehen mit einem Nettodarlehensbetrag unter 200 Euro aus. Der Nettodarlehensbetrag ist der Betrag, den die Person tatsächlich als Kredit erhält. Auch bestimmte kurzfristige Darlehen mit geringen Kosten sind ausgenommen. Diese Ausnahmen gelten nur für die dort genannten Fälle und ändern nicht allgemein die Regeln für Darlehen zwischen Privatpersonen.

Bei Verbraucherdarlehen, für die diese Regeln gelten, muss der Kreditgeber bestimmte Voraussetzungen erfüllen, bevor er wegen ausbleibender Raten die gesamte Restschuld verlangen darf. Dazu zählen unter anderem mindestens zwei aufeinanderfolgende unbezahlte Raten. Außerdem müssen bestimmte Mindestbeträge erreicht sein. Hinzukommen muss eine erfolglose Zahlungsfrist von zwei Wochen. Diese Schutzregeln gelten nicht automatisch für ein Darlehen zwischen zwei Privatpersonen.

Taschenrechner und Holzscheiben als Symbol für Kreditkosten.
KI-generiertes Symbolbild

Was bei Zahlungsschwierigkeiten hilft

Wenn Sie eine Rate voraussichtlich nicht zahlen können, sprechen Sie früh mit der Person, die Ihnen das Geld geliehen hat. Halten Sie schriftlich fest, wenn diese Person die Zahlung aufschiebt oder Sie den Ratenplan ändern. Eine mündliche Zusage lässt sich später schwerer nachweisen. Nehmen Sie keinen weiteren Kredit auf, bevor Sie geprüft haben, ob die zusätzliche Rate in Ihr Haushaltsbudget passt.

Bei anhaltenden Schuldenproblemen kann eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung helfen, Einnahmen, Ausgaben und offene Forderungen zu ordnen. Wenden Sie sich dorthin, bevor weitere Schulden Ihre finanzielle Belastung vergrößern.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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