Bei einem Verbraucherkredit bedeutet Umschuldung, dass ein neuer Kredit den alten ablöst. Eine niedrigere Monatsrate entlastet das Budget, senkt aber nicht automatisch die Gesamtkosten: Bei längerer Laufzeit zahlen Kreditnehmer unter Umständen insgesamt mehr.
Ob sich die Umschuldung lohnt, hängt vom Ablösebetrag und möglichen Gebühren ab. Entscheidend sind auch die Gesamtkosten des neuen Kredits. Für Immobilienfinanzierungen gelten andere Regeln als für gewöhnliche Ratenkredite.
Ratenkredit oder Immobilienkredit?
Bei einem gewöhnlichen Ratenkredit können Kreditnehmer den Kredit grundsätzlich vorzeitig ganz oder teilweise zurückzahlen. Dadurch sinken die noch anfallenden Zinsen und andere laufzeitabhängige Kosten. Bei Krediten mit festem Sollzins darf die Bank unter bestimmten Voraussetzungen eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Sie gleicht einen Teil des Zinsausfalls aus.
Für diese Entschädigung gelten gesetzliche Grenzen: Sie darf höchstens ein Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags betragen. Bleibt bis zum Ende der vereinbarten Kreditlaufzeit höchstens ein Jahr, liegt die Grenze bei 0,5 Prozent. Außerdem darf die Entschädigung nicht höher sein als die Zinsen, die bis zum regulären Laufzeitende noch angefallen wären. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn vorgeschriebene Vertragsangaben fehlen oder fehlerhaft sind.
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Bei einer Baufinanzierung mit festem Zinssatz können Kreditnehmer während der Zinsbindung nur unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig wechseln. Eine Kündigung vor Ende der Zinsbindung setzt grundsätzlich ein berechtigtes Interesse voraus. Außerdem kann eine Entschädigung anfallen, wenn der Bank durch die vorzeitige Rückzahlung ein Schaden entsteht. Kreditnehmer können das Darlehen zehn Jahre nach vollständigem Erhalt mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kündigen. Wurde später eine neue Vereinbarung über Laufzeit oder Zinssatz geschlossen, ist deren Datum maßgeblich.

Gesamtkosten statt Monatsrate vergleichen
Die Monatsrate zeigt, wie stark ein neuer Kredit das laufende Budget belastet. Ob die Umfinanzierung Geld spart, zeigt der Vergleich: Stellen Sie die noch ausstehenden Zahlungen für den alten Kredit den Gesamtkosten des neuen gegenüber. Dazu gehören mögliche Ablösegebühren und weitere Kosten.
Eine niedrigere Rate kann zum Beispiel entstehen, weil die Rückzahlung länger dauert. Dann bleibt monatlich mehr Geld übrig, zugleich fallen aber länger Zinsen an. Eine kürzere Laufzeit kann dagegen die Gesamtkosten senken, erhöht jedoch meist die monatliche Belastung. Entscheidend ist deshalb, dass die neue Rate dauerhaft in das Haushaltsbudget passt und der Vergleich die gesamte Laufzeit abdeckt.
Vergleichen Sie Angebote mit ähnlicher Kreditsumme und Laufzeit anhand des effektiven Jahreszinses. Prüfen Sie zusätzlich, ob Kosten außerhalb des Zinssatzes anfallen. Dazu kann eine Restschuldversicherung gehören, die bei bestimmten Ereignissen wie Arbeitsunfähigkeit die Kreditrückzahlung absichern soll. Sie erhöht die Kosten und ist nicht automatisch erforderlich.
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Wenn der neue Kredit zusätzliches Geld enthält, sollten Sie diesen Betrag getrennt betrachten. Sonst vergleichen Sie unterschiedliche Kreditsummen und können kaum erkennen, ob die Ablösung der alten Schulden tatsächlich günstiger ist.
Ablösebetrag und Angebot prüfen
Bitten Sie jede bisherige Bank um den genauen Betrag, der zur vollständigen Ablösung des Kredits nötig ist. Lassen Sie sich auch mitteilen, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt und wie hoch sie ist. Der ursprüngliche Kreditbetrag oder der aktuelle Kontostand reichen für den Vergleich nicht aus.
Stellen Sie anschließend die noch ausstehenden Zahlungen der alten Kredite den gesamten Rückzahlungen des neuen Kredits gegenüber. Beziehen Sie Gebühren und Versicherungen ein. Prüfen Sie außerdem, ob der neue Vertrag die Laufzeit verlängert. Achten Sie auch darauf, ob zusätzliches Geld ausgezahlt wird. So erkennen Sie, ob die Umfinanzierung Kosten spart oder vor allem die monatliche Rate senkt.
Eine Umschuldung kann außerdem mehrere Abbuchungen durch eine einzige Monatsrate ersetzen. Das vereinfacht die Übersicht, sagt aber noch nichts über die Kosten aus. Die Verbraucherzentrale warnt davor, eine niedrigere Rate allein als Beleg für ein günstigeres Angebot zu werten.
Anschlussfinanzierung für die Immobilie
Endet die Zinsbindung einer Baufinanzierung, können Eigentümer das Angebot ihrer bisherigen Bank mit Angeboten anderer Kreditgeber vergleichen. Bleiben sie bei ihrer Bank und vereinbaren neue Konditionen, spricht man von einer Prolongation. Wechseln sie zu einem anderen Kreditgeber, handelt es sich um eine Umschuldung.
Beim Wechsel zahlt der neue Kreditgeber den Restbetrag des alten Darlehens ab. Häufig übernimmt er auch die bestehende Grundschuld, also das im Grundbuch eingetragene Sicherungsrecht für den Kredit. Für die Übertragung der Grundschuld können Kosten für Notar und Grundbuch anfallen. Finanztip nennt als grobe Orientierung etwa 0,1 bis 0,2 Prozent der Grundschuld. Das ist eine Schätzung, keine feste Gebühr; die tatsächlichen Kosten hängen vom Einzelfall ab.
Der neue Kreditgeber prüft erneut Ihre Bonität, also ob Sie den Kredit zurückzahlen können. Dabei berücksichtigt er unter anderem Ihr aktuelles Einkommen und Ihre monatlichen Ausgaben. Wenn sich die finanziellen Verhältnisse seit Abschluss der ersten Baufinanzierung verschlechtert haben, kann die Auswahl an Angeboten kleiner ausfallen. Vergleichen Sie deshalb rechtzeitig und prüfen Sie neben dem Zinssatz auch die Laufzeit, die Tilgung und die monatliche Belastung.

Wenn die Raten schon zu hoch sind
Wer bereits Schwierigkeiten hat, Kreditraten zu bezahlen, sollte zuerst prüfen, ob eine neue Rate langfristig tragbar ist. Eine Umschuldung hilft nur, wenn sie das Problem im Haushaltsbudget tatsächlich löst. Eine längere Laufzeit kann Zahlungen vorübergehend senken, die Rückzahlung aber verteuern und die finanzielle Belastung verlängern.
Wenn notwendige Ausgaben wie Miete, Strom oder Lebensmittel gefährdet sind, ist ein neuer Kredit keine verlässliche Lösung. Eine anerkannte gemeinnützige Schuldnerberatung kann helfen, die finanzielle Lage zu ordnen und mit Gläubigern über mögliche Schritte zu sprechen. Die Verbraucherzentrale rät außerdem, bei Umschuldungsangeboten genau auf zusätzliche Kosten und neue Restschuldversicherungen zu achten.


