Für dein Studium in Deutschland kannst du BAföG, Unterstützung aus der Familie, einen Nebenjob oder ein Stipendium nutzen. Ein Kredit schließt eine Finanzierungslücke, muss aber zurückgezahlt werden. Zinsen erhöhen den Betrag, den du zurückzahlst.
Prüfe zuerst, ob du Anspruch auf Zuschüsse hast. Berechne danach, wie viel du mit Arbeit und Ersparnissen beitragen kannst. Für den verbleibenden Betrag prüfst du, ob du ihn als Kredit zurückzahlen kannst.
Kosten zuerst berechnen
Erstelle einen Monatsplan. Berücksichtige darin Miete und Nebenkosten, Lebensmittel und Krankenversicherung. Plane außerdem Fahrtkosten, Lernmittel und persönliche Ausgaben ein. Ziehe davon sichere Einnahmen ab. Dazu gehören etwa regelmäßige Unterstützung aus der Familie, ein bewilligter BAföG-Betrag oder verlässliche Einkünfte aus einem Nebenjob. Ein Stipendium, auf das du dich erst noch bewirbst, solltest du erst einplanen, wenn es zugesagt ist.
Wohnkosten machen oft einen großen Teil des Budgets aus. Laut einer Destatis-Auswertung für 2023 lag das Nettoäquivalenzeinkommen bei der Hälfte der untersuchten Studierenden ab 18 Jahren unter 867 Euro im Monat. Dieser Wert berücksichtigt, wie viele Menschen im Haushalt leben und wie alt sie sind. Untersucht wurden Studierende, die allein oder nur mit anderen Studierenden oder Auszubildenden wohnten. In dieser Gruppe machten Wohnkosten durchschnittlich 54 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens aus. Die Werte beschreiben diese Haushalte und sind kein allgemeines Monatsbudget für alle Studierenden.
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Eine günstigere Wohnung senkt den Betrag, den du finanzieren musst. Auf Grundlage der Sozialerhebung für 2021 nannte das Deutsche Studierendenwerk durchschnittliche Mietausgaben von rund 410 Euro im Monat. In Wohnanlagen der Studierendenwerke lag die durchschnittliche Miete mit Nebenkosten bei 318 Euro. Diese älteren Vergleichswerte bilden die heutigen Mieten vor Ort nicht zuverlässig ab; außerdem sind Wohnheimplätze regional unterschiedlich verfügbar.

BAföG zuerst prüfen
BAföG ist eine staatliche Förderung für Studierende. Die Höhe hängt unter anderem von deinem Einkommen und Vermögen ab. Je nach persönlicher Situation zählt auch das Einkommen deiner Eltern oder deiner Ehe- oder Lebenspartnerin beziehungsweise deines Ehe- oder Lebenspartners. Eine allgemeine Einkommensgrenze, die für alle gilt, gibt es deshalb nicht. Kindergeld wird laut Deutschem Studierendenwerk nicht als Einkommen angerechnet.
Die derzeit geltenden BAföG-Höchstsätze sind keine festen Zahlungen. Studierende bis 24 Jahre können außerhalb des Elternhaushalts bis zu 855 Euro im Monat erhalten, wenn sie familienversichert sind. Bei den Eltern sind es bis zu 534 Euro. Für Studierende ab 25 und unter 30 Jahren gelten Höchstsätze von bis zu 992 Euro außerhalb des Elternhaushalts und bis zu 671 Euro bei den Eltern. Ab 30 Jahren beträgt der Höchstsatz bei den Eltern bis zu 767 Euro. Wie viel du tatsächlich erhältst, hängt von deiner persönlichen Berechnung ab.
BAföG für Studierende besteht üblicherweise zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen. Stelle den Antrag möglichst früh. Lass deinen Anspruch auch dann prüfen, wenn du nicht sicher bist, ob das Einkommen deiner Eltern zu hoch ist. Die zuständige Stelle berechnet, wie viel BAföG du erhältst.
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Für die BAföG-Sätze hat die Bundesregierung 2026 Änderungen mit späteren Startterminen angekündigt. Dazu gehören eine höhere Wohnkostenpauschale ab dem Sommersemester 2027 und weitere Erhöhungen des Grundbedarfs ab dem Wintersemester 2027/28 und dem Sommersemester 2029. Für die eigene Planung zählt die jeweils geltende Rechtslage, nicht eine angekündigte künftige Änderung.
Familie und Kindergeld
Unterstützung durch Eltern oder andere Angehörige kann einen Teil der monatlichen Kosten decken. Wer solche Hilfe erhält, sollte klären, ob sie regelmäßig kommt und in welcher Höhe. In Destatis-Daten zu Studierenden mit eigenem Haushalt stammten knapp 32 Prozent der Einkünfte aus privater Unterstützung und 15 Prozent aus BAföG. Diese Anteile beziehen sich auf die untersuchte Gruppe.
Eltern können unter bestimmten Voraussetzungen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr Kindergeld für volljährige Kinder erhalten, zum Beispiel während eines Erststudiums. Die Bundesagentur für Arbeit nennt für 2026 einen Betrag von 259 Euro im Monat. Da der Anspruch der Eltern und die Auszahlung an das studierende Kind getrennte Fragen sind, kläre in der Familie, wer das Geld erhält und ob es zum Studienbudget beiträgt.
Nebenjob und Stipendium
Ein Nebenjob kann die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben verkleinern. In der Destatis-Auswertung zu Studierenden mit eigenem Haushalt machte Erwerbseinkommen durchschnittlich 41 Prozent der Einkünfte aus. Berücksichtige den Zeitaufwand für den Nebenjob und plane Schichten so, dass sie zu Lehrveranstaltungen, Prüfungsphasen und Erholungszeiten passen.
Wenn du BAföG erhältst, prüfe vor Arbeitsbeginn, wie dein Einkommen im jeweiligen Bewilligungszeitraum berücksichtigt wird. Auch eigenes Vermögen kann die Förderung beeinflussen. Eine einheitliche Nettoverdienstgrenze, die für alle Studierenden und jeden Fall gilt, lässt sich daraus nicht ableiten.
Prüfe Stipendien auch dann, wenn du nicht zu den Jahrgangsbesten gehörst. Anbieter setzen unterschiedliche Kriterien und Auswahlverfahren an. Das Deutschlandstipendium beträgt 300 Euro im Monat, ist einkommensunabhängig und lässt sich mit BAföG kombinieren. Die jeweilige Hochschule legt Bewerbungsfristen und Auswahl fest. Bei den Begabtenförderungswerken kann neben einer einkommensunabhängigen Studienkostenpauschale ein einkommensabhängiger Zuschuss zum Lebensunterhalt hinzukommen.

Wohngeld und weitere Hilfen
Wohngeld lässt sich nicht einfach zusätzlich zum BAföG einplanen. Wer grundsätzlich Anspruch auf BAföG hat, bekommt in der Regel kein Wohngeld. Das gilt meist auch dann, wenn wegen angerechneten Einkommens tatsächlich kein BAföG ausgezahlt wird. Für bestimmte Haushaltskonstellationen gelten Ausnahmen; lass den Anspruch deshalb bei der zuständigen Wohngeldstelle prüfen.
Wenn die Finanzierung an Wohnkosten scheitert, frage beim örtlichen Studierendenwerk nach Wohnheimen, Sozialberatung und weiteren Hilfen. Ein Wohnheimplatz ist nicht überall sofort verfügbar. Frag trotzdem beim Studierendenwerk nach, welche Alternativen es zu einer teuren privaten Wohnung gibt.
Kredite nur für eine klare Lücke
Ein Studienkredit gibt dir während des Studiums zusätzliches Geld, das du später zurückzahlen musst. Prüfe daher vor dem Antrag, wie hoch die Lücke tatsächlich ist, wie lange sie besteht und welche monatliche Rückzahlung nach dem Studium realistisch bleibt. Berücksichtige dabei auch Zinsen und die Möglichkeit, dass sich ein variabler Zinssatz verändert.
Beim KfW-Studienkredit kannst du je nach Wahl bis zu 650 Euro im Monat erhalten. Bei Auszahlungen von 650 Euro über 14 Semester mit je sechs Monaten ergibt sich ein Höchstbetrag von 54.600 Euro. Der Kredit richtet sich unter anderem an Studierende zwischen 18 und 44 Jahren; weitere Voraussetzungen gelten. Der Zinssatz ist variabel und an den Sechs-Monats-EURIBOR, einen Referenzzinssatz, gekoppelt. Die veröffentlichten Angaben nennen keinen einheitlichen Zinssatz für alle neuen Verträge ab Oktober 2026. Entscheidend ist der Zinssatz in deinem Zusageschreiben.
Der Bildungskredit richtet sich an Studierende und Auszubildende in späteren Ausbildungsphasen. Über höchstens 24 Monate kannst du monatlich bis zu 300 Euro erhalten, maximal 7.200 Euro. Laut KfW richtet sich der variable Zinssatz nach dem Sechs-Monats-EURIBOR zuzüglich eines Prozentpunkts. Die Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Laut Produktangaben beträgt die monatliche Rate für Zins und Tilgung 120 Euro. Du kannst diesen Kredit mit BAföG und dem KfW-Studienkredit kombinieren.
Vergleiche bei jedem Kredit die Gesamtschuld, den Zinssatz, den Beginn der Rückzahlung und die Folgen eines längeren Studiums. Nimm nur so viel auf, wie du für eine konkret berechnete Lücke brauchst. Wenn eine Rate später nicht mehr tragbar ist, wende dich frühzeitig an den Kreditgeber und nutze eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung. Ein weiterer Kredit löst Zahlungsprobleme häufig nicht dauerhaft.


