Für einen Master in Deutschland kommen mehrere Kredite infrage. Einen einheitlichen „Studienkredit Master“ gibt es nicht. Bundesweit stehen der KfW-Studienkredit und der Bildungskredit des Bundes zur Auswahl. Dazu kommen regionale Angebote.
Prüfe zuerst, ob BAföG oder andere Unterstützung infrage kommt. Kredite musst du zurückzahlen und sie kosten Zinsen. Für neue Verträge mit dem KfW-Studienkredit gilt seit dem 1. Oktober 2026 ein effektiver Jahreszins von 6,38 Prozent. Der variable Zinssatz wird regelmäßig angepasst und gilt nicht automatisch für die gesamte Laufzeit.
Welche Studienfinanzierung passt zum Master?
Die Angebote unterscheiden sich vor allem darin, wie viel sie auszahlen, für welche Studienphase sie gedacht sind und welche Rückzahlungsregeln gelten.
| Finanzierung | Umfang und Zweck | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| KfW-Studienkredit | bis zu 650 Euro monatlich für Lebenshaltungskosten während eines Studiums oder einer Promotion an einer anerkannten deutschen Hochschule | Der Zinssatz ist variabel. Für einen Master sind höchstens sechs Fördersemester vorgesehen. |
| Bildungskredit des Bundes | Bis zu 300 Euro monatlich und insgesamt höchstens 7.200 Euro; für fortgeschrittene Ausbildungsphasen | Die Förderung ist begrenzt. Alter, Studienphase und Rückzahlungsvorgaben prüfen. |
| Regionale oder private Kredite | Angebote von Banken, Sparkassen oder studentischen Darlehenskassen | Zugang und Konditionen hängen teils von Wohnort, Hochschule oder Studienphase ab. |
| Bildungsfonds | Finanzierung mit späteren einkommensabhängigen Zahlungen | Einkommensanteil, Laufzeit und Regeln bei niedrigem Einkommen genau prüfen. |
Die Beträge und Bedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die Vertragsunterlagen und die Angaben des jeweiligen Anbieters zum Zeitpunkt der Antragstellung.
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KfW-Studienkredit im Master
Der KfW-Studienkredit ist die bundesweit bekannte Möglichkeit, monatliche Lebenshaltungskosten während des Studiums zu finanzieren. Die Auszahlung beträgt bis zu 650 Euro im Monat. Laut KfW spielen das Einkommen und Vermögen der studierenden Person oder ihrer Eltern keine Rolle dafür, ob sie den Kredit bekommen kann. Sicherheiten brauchst du nicht.
Ein Master zählt als weiterführendes Studium. Für einen solchen Studiengang sieht die KfW eine maximale Förderzeit von sechs Semestern vor. Die Förderung ist auf höchstens sechs Semester begrenzt. Wie lange du tatsächlich Förderung erhältst, hängt von den geltenden Voraussetzungen und deinem Vertrag ab.
Der effektive Jahreszins für neu abgeschlossene Verträge liegt seit dem 1. Oktober 2026 bei 6,38 Prozent. Er orientiert sich am Sechsmonats-Euribor, einem Referenzzinssatz für Geldgeschäfte in Euro, und wird jeweils zum 1. April und 1. Oktober angepasst. Während der Rückzahlung bietet die KfW auch die Möglichkeit, einen festen Zinssatz zu wählen. Prüfe vor der Unterschrift, welcher Satz für deinen Vertrag gilt und welche Folgen eine spätere Anpassung für die Gesamtschuld hat.
BAföG zuerst prüfen
Auch ein Master kann unter bestimmten Voraussetzungen BAföG erhalten. BAföG kann es geben, wenn du nach dem Bachelor einen Master anschließt. Ob du Anspruch hast, hängt auch von deinem bisherigen Bildungsweg und deinen persönlichen Verhältnissen ab.
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Ein Master allein reicht also nicht für einen BAföG-Anspruch. Lass dich beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung oder beim Studierendenwerk beraten, bevor du einen Kredit beantragst. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, kann BAföG die nötige Kreditsumme verringern.
Bildungskredit für spätere Studienphasen
Der Bund vergibt den Bildungskredit für spätere Phasen einer Ausbildung. Er ergänzt andere Finanzierungen. Nach den veröffentlichten Angaben sind bis zu 300 Euro monatlich für höchstens zwei Jahre möglich, insgesamt maximal 7.200 Euro. Der effektive Jahreszins wird mit 4,09 Prozent angegeben. Der Kredit lässt sich nach Angaben des Deutschen Studierendenwerks mit BAföG kombinieren.
Die Rückzahlung beginnt demnach vier Jahre nach der ersten Auszahlung und erfolgt in monatlichen Raten von 120 Euro. Frag vor dem Antrag bei den zuständigen Stellen nach, ob diese Bedingungen noch gelten. Der Bildungskredit deckt wegen seiner begrenzten Höhe selten den gesamten Finanzierungsbedarf eines Masterstudiums.

Regionale Angebote und Bildungsfonds
Einige Banken und Sparkassen vergeben Studienkredite nur in bestimmten Regionen oder an Studierende ausgewählter Hochschulen. Auch studentische Darlehenskassen vergeben Kredite, die nur an bestimmten Orten erhältlich sind. Beispiele sind ein zinsloses Darlehen der Daka in Nordrhein-Westfalen und ein bayerischer Studienkredit für die letzten vier Semester. Diese Angebote gelten nicht bundesweit. Frag beim örtlichen Studierendenwerk nach den aktuellen Bedingungen.
Bei einem Bildungsfonds hängt die spätere Zahlung häufig vom Einkommen ab. Anbieter wählen Studierende teils nach Studienleistungen und erwarteten Berufsaussichten aus. Vergleiche deshalb nicht nur die monatliche Zahlung während des Studiums, sondern auch den Anteil des späteren Einkommens, die Dauer der Zahlungen und mögliche Regelungen für Zeiten mit niedrigem Verdienst.
Die Rückzahlung realistisch planen
Entscheidend ist, wie viel du insgesamt zurückzahlen musst. Ein niedriger monatlicher Betrag während des Studiums sagt wenig über die spätere Gesamtbelastung aus. Bitte den Anbieter auszurechnen, wie viel dich die geplante Auszahlung über die vorgesehene Laufzeit insgesamt kostet. Berücksichtige dabei Zinsen, mögliche Zinsänderungen und die Rückzahlungsbedingungen.
Leihe nur den Betrag, der eine konkrete Finanzierungslücke schließt. Berechne zuerst deine monatlichen Ausgaben. Ziehe davon BAföG, Unterstützung durch Familie, Ersparnisse und Einkünfte ab, mit denen du tatsächlich rechnen kannst. Wenn du nur mit einer sehr hohen Kreditsumme auskommst, prüfe, ob sich die Kosten senken lassen oder ob ein Teilzeitstudium, ein Stipendium oder eine andere Unterstützung infrage kommt.
Die Bundesagentur für Arbeit und das Deutsche Studierendenwerk raten dazu, Alternativen zu prüfen und nicht ein ganzes Studium allein über Kredite zu finanzieren. KfW verweist auf eine eigene Auswertung aus dem Jahr 2019, nach der Kreditnehmende im Durchschnitt 54 Prozent ihrer Lebenshaltungskosten über den Studienkredit deckten und drei Viertel angaben, ohne ihn nicht studieren zu können. Die Zahlen stammen aus einer damaligen Befragung. Sie zeigen weder die heutige Lage noch, ob ein Kredit für dich die passende Lösung ist.
Wann ein Studienkredit riskant wird
Ein Studienkredit kann eine Finanzierungslücke schließen und mehr Zeit fürs Studium schaffen. Gleichzeitig steigt die Schuld mit jeder Auszahlung; beim variablen KfW-Zins verändert sich außerdem die Zinsbelastung während der Laufzeit. Rechne besonders vorsichtig, wenn dein späteres Einkommen schwer einzuschätzen ist oder du bereits andere Kredite zurückzahlst.
Wenn du deine bestehenden Schulden schon jetzt nur schwer zurückzahlen kannst, nimm nicht ohne Beratung einen weiteren Kredit auf. Eine anerkannte Schuldnerberatung berät kostenfrei und kann mit dir prüfen, welche Schritte möglich sind. Auch das Studierendenwerk kann über Zuschüsse, Stipendien oder örtliche Hilfen informieren.


