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Studienkredit: Erfahrungen

Familie im Gespräch mit einer Beraterin in einem hellen Büro.
KI-generiertes Symbolbild

Ein Studienkredit kann Miete und Lebenshaltungskosten während des Studiums finanzieren. Manche können dadurch studieren, während andere später vor allem die Rückzahlung belastet. Beim KfW-Studienkredit wird der variable Zinssatz während der Laufzeit angepasst und kann steigen oder sinken.

Persönliche Berichte zeigen, was einzelne Kreditnehmende erleben. Sie sagen aber nicht, wie es allen geht. Vor der Entscheidung sollte man die voraussichtliche Gesamtschuld berechnen und BAföG, Stipendien sowie andere Finanzierungswege vergleichen.

Was Kreditnehmende berichten

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete über eine Frau, die mit dem KfW-Studienkredit ein Psychologiestudium an einer privaten Hochschule finanzierte. Sie sagte, das Studium wäre für sie ohne den Kredit finanziell nicht möglich gewesen. Zugleich machte sie sich Sorgen über die weitere Zinsentwicklung und kritisierte die Verständlichkeit des Onlineportals sowie wechselnde Ansprechpersonen.

In einem persönlichen Essay in der Süddeutschen Zeitung beschrieb eine Person im Oktober 2025, wie belastend schon der Blick auf den langen Rückzahlungsplan war.

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Beide Berichte sind Einzelfälle und zeigen, dass der Kredit während des Studiums eine konkrete finanzielle Lücke schließen und die spätere Schuld zugleich zur Belastung werden kann. Sie erlauben keine Aussage dazu, wie häufig solche Erfahrungen vorkommen; in den ausgewerteten Angaben liegt keine repräsentative Befragung zur Zufriedenheit oder zur finanziellen Belastung von Kreditnehmenden vor.

Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
KI-generiertes Symbolbild

So funktioniert der KfW-Kredit

Der KfW-Studienkredit ist für Studierende und Promovierende an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland gedacht. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann monatlich 100 bis 650 Euro erhalten. Laut KfW hängt die Berechtigung nicht vom Einkommen oder von Sicherheiten ab; weitere Bedingungen, etwa zum Alter und Studienstatus, gelten trotzdem.

Im Erst- oder Zweitstudium lassen sich abhängig vom Alter bei Studienbeginn bis zu 14 Semester finanzieren. Die tatsächlich mögliche Kreditsumme hängt von der Dauer und Höhe der Auszahlungen ab. Für ein weiterführendes Studium nach dem ersten Abschluss oder eine Promotion nennt die KfW bis zu sechs Semester und höchstens 23.400 Euro. Das sind Höchstwerte, keine typischen Kreditsummen.

Die Auszahlung dient vor allem der Finanzierung der Lebenshaltungskosten. Der KfW-Kredit lässt sich laut Anbieter mit BAföG und dem Bildungskredit kombinieren. Damit die spätere Rückzahlung überschaubar bleibt, sollte die monatliche Auszahlung möglichst nur die Lücke decken, die nach anderen Einnahmen tatsächlich offenbleibt.

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Der variable Zins verändert die Kosten

Die KfW legt den Zinssatz jeweils zum 1. April und 1. Oktober neu fest. Weil der Zinssatz variabel ist, steht die gesamte Zinsbelastung bei Vertragsbeginn nicht für die komplette Laufzeit fest. Die KfW berechnet Zinsen auf die noch offene Kreditsumme. Dadurch bleibt von einer Auszahlung weniger Geld für den Lebensunterhalt übrig.

Am Recherche-Stichtag 30. Oktober 2026 stand der Zinssatz ab dem 1. Oktober nicht auf der KfW-Produktseite. Die KfW verwies dafür auf das jeweilige Zusageschreiben. Auch ein Beispielzins von 9,01 Prozent war dort aufgeführt. Die KfW hatte ihn aber ausdrücklich nicht aktualisiert, deshalb ist er kein verlässlicher aktueller Zinssatz. Auch der CHE-Studienkredit-Test 2025 nannte 6,31 Prozent effektiv, doch dieser Wert beschreibt die damaligen Vergleichsdaten und nicht automatisch die Konditionen eines neuen Vertrags.

Laut CHE kann man ab Beginn der Rückzahlung gegen einen Zinsaufschlag einen festen Zinssatz für höchstens zehn Jahre vereinbaren. In der Auszahlungsphase ist der variable Zinssatz nach Angaben des CHE nicht nach oben begrenzt. Wer Angebote oder Vertragsunterlagen prüft, sollte deshalb den Zinssatz und die Bedingungen für die eigene Auszahlungs- und Rückzahlungsphase ansehen. Ältere Erfahrungsberichte zeigen nicht unbedingt die aktuellen Konditionen.

Rückzahlung dauert oft lange

Die KfW ermöglicht flexible monatliche Raten. Für den KfW-Kredit nennt der CHE-Test eine Mindestrate von 20 Euro. Eine kleine Rate senkt die monatliche Belastung, verlängert aber die Rückzahlung und erhöht dadurch die gesamten Zinskosten. Die Rückzahlung darf laut KfW höchstens 25 Jahre dauern und nicht über den 67. Geburtstag hinausgehen.

Eine Stundung, also ein vorübergehender Aufschub der Rückzahlung, ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Dabei können zusätzliche Zinsen anfallen. Auch bei verändertem Einkommen bleibt der offene Darlehensbetrag grundsätzlich zurückzuzahlen; eine flexible Rate passt die Schuld nicht automatisch an das Einkommen an.

Vor der Unterschrift lohnt sich eine Rechnung mit mehreren möglichen Monatsraten. Entscheidend ist, ob die Rate auch dann noch tragbar wäre, wenn der Berufseinstieg länger dauert oder die Zinsen steigen. Eine sehr niedrige Rate kann kurzfristig Luft verschaffen, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schuld länger bestehen bleibt.

Taschenrechner und Holzscheiben als Symbol für Kreditkosten.
KI-generiertes Symbolbild

Was die Zahlen über Erfahrungen sagen

Der CHE-Studienkredit-Test 2025 erfasste im Juni 2025 insgesamt 36.164 Personen in der Auszahlungsphase der untersuchten Studienkredite und Bildungsfonds. Der Test schätzte, dass im Wintersemester 2024/25 etwa 1,3 Prozent der Studierenden einen Studienkredit nutzten.

Laut CHE gehörten auch Kreditnehmende in der Rückzahlungsphase zu den erfassten Personen.

Diese Zahlen zeigen, wie viele Personen Kredite nutzten oder zurückzahlten. Sie sagen nichts darüber aus, wie zufrieden die Kreditnehmenden waren oder wie viele finanzielle Schwierigkeiten hatten. Auch eine KfW-Evaluation aus dem Jahr 2019 ersetzt keine aktuelle Befragung: Sie berichtete von selteneren Studienabbrüchen und überdurchschnittlichen Arbeitsmarktergebnissen in der untersuchten Gruppe. Die Kreditnehmenden hatten sich allerdings schon bei der Studienwahl vergleichsweise stark an den späteren Berufsaussichten orientiert. Daraus folgt nicht, dass der Kredit allein diese Ergebnisse verursacht hat.

Alternativen zuerst prüfen

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, zuerst andere Möglichkeiten zur Finanzierung zu prüfen. Dazu zählen BAföG und Stipendien. Ebenso kommen Unterstützung durch die Eltern und ein Nebenjob infrage. Die Bundesagentur für Arbeit weist außerdem auf Darlehen von Studierendenwerken hin, darunter zum Teil zinslose Angebote. Der Bildungskredit des Bundes kann ebenfalls infrage kommen.

Ein Kredit kann sinnvoll sein, wenn andere Mittel nicht ausreichen und die Finanzierung ein Studium ermöglicht oder dessen Abschluss erleichtert. Vorher sollte aber klar sein, wie hoch die monatliche Lücke tatsächlich ist und welcher Betrag dafür nötig ist. Je weniger Geld ausgezahlt wird, desto kleiner bleibt grundsätzlich die Kreditsumme, auf die Zinsen anfallen.

Wer bereits Schwierigkeiten mit der Rückzahlung hat, sollte früh Kontakt zur KfW aufnehmen und die Vertragsmöglichkeiten prüfen. Bei knapper Kasse hilft außerdem eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung. Ein neuer Kredit zur Bezahlung alter Kreditraten löst die Belastung nicht automatisch und kann sie vergrößern.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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