Wer beim Bundesverwaltungsamt (BVA) nach einem Studienkredit sucht, meint meist den Bildungskredit des Bundes. Das BVA prüft den Antrag und entscheidet über die Förderung. Die KfW schließt den Kreditvertrag, zahlt den Kredit aus und wickelt die Rückzahlung ab.
Der Bildungskredit ist ein verzinstes Darlehen für eine späte Phase der Ausbildung, zum Beispiel für die Schlussphase eines Studiums. Der KfW-Studienkredit finanziert auch laufende Lebenshaltungskosten während eines Studiums und wird auf einem anderen Weg beantragt.
Was der Bildungskredit bietet
Der Bildungskredit zahlt wahlweise 100, 200 oder 300 Euro monatlich aus. Je Ausbildungsabschnitt sind höchstens 24 Monatsraten möglich.
Laut Bundesportal spielen Ihr Einkommen und Vermögen sowie das Einkommen und Vermögen Ihrer Eltern oder Ihrer Ehe- oder Lebenspartnerin beziehungsweise Ihres Ehe- oder Lebenspartners grundsätzlich keine Rolle. Trotzdem besteht kein Rechtsanspruch auf Bewilligung. Entscheidend bleibt, ob die Ausbildungs- und Fördervoraussetzungen erfüllt sind.
Der Zinssatz richtet sich nach dem Sechs-Monats-EURIBOR, einem Referenzzinssatz für Kredite in Euro, plus einem jährlichen Aufschlag von einem Prozent. Die KfW passt ihn jeweils zum 1. April und 1. Oktober an. Zum 1. April 2026 nannte sie einen effektiven Jahreszins von 3,53 Prozent. Dieser Wert ist an den damaligen Stand gebunden und sollte nicht als Zinssatz für spätere Zeitpunkte verstanden werden.
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Während der Auszahlung und einer anschließenden Zeit ohne Tilgung, der Karenzphase, müssen Sie die Zinsen zunächst nicht zahlen. Später zahlen Sie die Zinsen zusammen mit dem Kreditbetrag zurück. Die Rückzahlung beginnt laut KfW vier Jahre nach Fälligkeit der ersten Auszahlung; die monatliche Rate beträgt 120 Euro. Kostenlose Teil- und Vollrückzahlungen sind möglich.

Wer den Kredit beantragen kann
Der Bildungskredit richtet sich an Menschen in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase, etwa in bestimmten Studiengängen an förderfähigen Einrichtungen oder in Zusatz-, Ergänzungs- und Aufbaustudiengängen. Auch Praktika und ein Studium im Ausland kommen unter bestimmten Voraussetzungen infrage. Bei einer ausländischen Hochschule muss die Einrichtung als gleichwertig anerkannt sein.
Für Studierende ist eine Förderung grundsätzlich bis zum Ende des 12. Hochschulsemesters vorgesehen. Danach ist unter anderem ein Nachweis nötig, dass die Abschlussprüfung zugelassen ist und das Studium innerhalb des möglichen Förderzeitraums beendet werden kann. Welche Unterlagen den Studienfortschritt belegen, hängt vom Studiengang ab. Das können etwa eine Bescheinigung über eine Zwischenprüfung oder ein Hochschulnachweis zu erbrachten Leistungen sein.
Die offiziellen Angaben zur Altersgrenze stimmen nicht überein: Die KfW nennt 18 bis 35 Jahre, während das Bundesportal und die Förderdatenbank andere Angaben machen. Wer nahe an einer Altersgrenze liegt, sollte daher vor dem Antrag die aktuellen Bedingungen im BVA-Antragsverfahren prüfen, statt sich auf eine einzelne allgemeine Angabe zu verlassen.
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So läuft der Antrag ab
Sie können den Antrag online oder schriftlich beim BVA stellen. Beim Online-Antrag erhalten Sie eine Kennnummer. Laut Bundesportal müssen Sie die erforderlichen Unterlagen innerhalb von 14 Tagen einreichen und dabei die Kennnummer angeben. Die Bearbeitung kann mehrere Wochen dauern.
Studierende benötigen typischerweise eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung mit Angaben zu Hochschul- und Fachsemestern. Je nach Situation verlangt das BVA zusätzlich Nachweise zum Studienfortschritt, zu einem Praktikum, einem Auslandssemester oder zur Zulassung zur Abschlussprüfung. Bei ausländischen Staatsangehörigen können weitere Nachweise zum Pass, Aufenthaltsstatus und Wohnsitz hinzukommen. Prüfen Sie die konkrete Unterlagenliste im aktuellen Antragsverfahren, bevor Sie den Antrag abschicken.
Wenn das BVA den Antrag bewilligt, erhalten Sie einen Bewilligungsbescheid und ein Vertragsangebot der KfW. Für die Auszahlung müssen Sie das Angebot annehmen und Ihre Identität prüfen lassen. Die KfW muss den Vertrag innerhalb von vier Wochen nach Erstellung des Bescheids erhalten, sonst gilt das Angebot nicht mehr.
Bildungskredit und KfW-Studienkredit
Beide Kredite stammen von der KfW und lassen sich laut KfW mit BAföG kombinieren. Auch eine Kombination miteinander ist möglich. Sie unterscheiden sich jedoch bei Zweck, Höhe und Antrag:
| Merkmal | Bildungskredit | KfW-Studienkredit |
|---|---|---|
| Antragsweg | Antrag beim BVA, Kreditvertrag mit der KfW | Antrag über akkreditierte Vertriebspartner |
| Ziel | Begrenzte Unterstützung in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase | Finanzierung der Lebenshaltung während eines Studiums oder einer Promotion |
| Auszahlung | 100, 200 oder 300 Euro monatlich, höchstens 24 Raten | Flexible monatliche Auszahlung zwischen 100 und 650 Euro |
| Förderzeitraum | An bestimmte Ausbildungsabschnitte gebunden | Dauer hängt unter anderem von Studiengang und Alter bei Studienbeginn ab |
Zu Beginn des Studiums passt der KfW-Studienkredit eher, wenn Sie laufende Lebenshaltungskosten finanzieren müssen. In einer fortgeschrittenen Phase kommt der Bildungskredit für begrenzte Unterstützung infrage, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Vergleichen Sie vor einer Entscheidung die aktuell geltenden Zinssätze und die voraussichtliche Rückzahlung.

Rückzahlung realistisch planen
Auch bei niedrigen Monatsraten müssen Sie den Bildungskredit zurückzahlen. Berechnen Sie deshalb vor Vertragsabschluss, ob Sie die spätere Rate von 120 Euro neben den Kosten für Miete und Lebenshaltung sowie Ihren sonstigen Verpflichtungen zahlen können. Berücksichtigen Sie außerdem, dass der variable Zinssatz während der Laufzeit angepasst wird und aufgeschobene Zinsen später hinzukommen.
Die KfW nannte zum 1. April 2026 für neu abgeschlossene KfW-Studienkredite einen effektiven Jahreszins von 6,53 Prozent. Auch dieser Wert gilt nur für den genannten Stichtag. Für beide Produkte sollten Sie die aktuellen Konditionen direkt vor dem Vertragsabschluss prüfen.
Wenn Sie den Kredit beantragen, weil am Monatsende regelmäßig Geld fehlt, löst ein weiteres Darlehen das Grundproblem nicht. Eine anerkannte Schuldnerberatung hilft bei Zahlungsproblemen kostenlos dabei, Alternativen zu einem neuen Kredit zu prüfen.


