In Berlin gibt es keinen einheitlichen Studienkredit der Stadt. Die Studentische Darlehnskasse e. V. (DAKA Berlin) vergibt Darlehen an Studierende bestimmter Mitgliedshochschulen. Der bundesweite KfW-Studienkredit steht ebenfalls zur Wahl.
Vergleichen Sie vor dem Antrag auch BAföG, den Bildungskredit und mögliche Hilfen in einer Notlage. Achten Sie auf die monatliche Auszahlung, die Zinsen, den Rückzahlungsbeginn, mögliche Sicherheiten und die Gesamtschuld.
DAKA: Kredit für Mitgliederhochschulen
Die DAKA vergibt Darlehen an Studierende, die an einer ihrer Mitgliedseinrichtungen eingeschrieben sind, und führt auch Hochschulen außerhalb Berlins auf. Ein Studium in Berlin allein berechtigt nicht zum Darlehen. Prüfen Sie vor dem Antrag, ob Ihre Hochschule dazugehört. Während der Auszahlung müssen Sie die Immatrikulation regelmäßig nachweisen; andernfalls enden die Zahlungen.
Laut deutscher DAKA-FAQ sind bis zu 48 monatliche Auszahlungen von jeweils höchstens 750 Euro möglich. Der Höchstbetrag liegt bei 27.000 Euro. Die DAKA vergibt das Darlehen derzeit in Abschnitten von 9.000 Euro; ein Folgeantrag ist möglich. Für einen Antrag bis 9.000 Euro ist eine Bürgschaft erforderlich, bei höheren Beträgen verlangt die DAKA in der Regel zwei Bürgen.
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Die FAQ nennt einen festen Zinssatz von 3,95 Prozent pro Jahr in den ersten beiden Jahren und 4,95 Prozent ab dem dritten Jahr. Die Rückzahlung beginnt im siebten Monat nach der letzten Auszahlung. Die anfängliche Monatsrate richtet sich nach der Darlehenshöhe. Alle zwölf Monate steigt sie laut FAQ um 25 Euro.
Für Bürgen nennt die DAKA unter anderem einen Wohnsitz in Deutschland, ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber in Deutschland und mindestens 1.600 Euro monatliches Nettoeinkommen. Die DAKA informiert Sie darüber, welche weiteren Unterlagen nötig sind. Dazu können ein Nachweis der Immatrikulation und eine Begründung des finanziellen Bedarfs gehören.
Bei den veröffentlichten Bedingungen gibt es Widersprüche: Die deutsche FAQ nennt höchstens 48 Auszahlungsmonate, die englische FAQ 36. Ein älteres Informationsblatt nennt außerdem einen anderen Zinsschritt ab dem fünften Jahr. Lassen Sie sich deshalb die aktuellen Konditionen schriftlich bestätigen und prüfen Sie im Vertragsangebot den Zinssatz, die Auszahlung und den Rückzahlungsplan.

KfW: bundesweiter Studienkredit
Der KfW-Studienkredit steht grundsätzlich Studierenden an anerkannten Hochschulen in Deutschland offen, auch in Berlin. Ob Sie den Kredit erhalten, hängt auch von Ihrer Staatsangehörigkeit und Ihrem Aufenthaltsstatus ab. Sie verlangt weder ein eigenes Einkommen noch eine Sicherheit wie eine Bürgschaft.
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Die KfW sieht für ein Erst- oder Zweitstudium höchstens 14 Semester vor. Für ein weiterführendes Studium oder eine Promotion sind es laut KfW bis zu sechs Semester.
Der Zinssatz ist variabel und wird jeweils zum 1. April und 1. Oktober angepasst. Für neu abgeschlossene Verträge nannte die KfW ab dem 1. Oktober 2026 einen effektiven Jahreszins von 6,38 Prozent. Dieser Wert gilt nicht automatisch für bestehende Verträge. Prüfen Sie bei einem konkreten Angebot den dort ausgewiesenen Zinssatz und dessen Bedingungen.
Während der Auszahlung zieht die KfW die Zinsen normalerweise vom monatlichen Auszahlungsbetrag ab, sodass auf dem Konto weniger als die vereinbarte Auszahlung ankommen kann. Nach dem Ende der Auszahlung kann eine Karenzzeit folgen, in der weiter Zinsen anfallen. Die Rückzahlung kann sich über bis zu 25 Jahre erstrecken; laut KfW können Kreditnehmende für diese Phase einen festen Zinssatz wählen und Sondertilgungen leisten.
Neben dem Studienkredit können Studierende in einer späteren Studienphase einen Bildungskredit der KfW aufnehmen. Dieser umfasst bis zu 300 Euro monatlich für höchstens zwei Jahre. Für diesen Kredit lag der von der KfW angegebene effektive Jahreszins im Oktober 2026 bei 4,09 Prozent. Voraussetzungen und Zweck unterscheiden sich vom Studienkredit; prüfen Sie daher, welches Produkt zu Ihrer Situation passt.
BAföG und andere Hilfen zuerst prüfen
Das studierendenWERK BERLIN berät zu Finanzierungsmöglichkeiten und empfiehlt, Alternativen zu einem Studienkredit zu prüfen. Es vergibt nach seiner aktuellen Information selbst keine Kredite. Für finanzielle Notlagen nennt es einmalige Hilfen. Dafür gelten bestimmte Voraussetzungen, und ein Beratungsgespräch ist nötig.
Auch ein BAföG-Studienabschlussdarlehen kann infrage kommen, wenn die reguläre BAföG-Förderung ausgeschöpft ist und der Abschluss voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten gelingt. Es handelt sich laut Berliner BAföG-Information um ein mögliches zinsfreies Volldarlehen. Das Darlehen setzt neben dem Ende der regulären Förderung erfüllte Förderbedingungen und die erforderlichen Nachweise voraus.
Prüfen Sie vor einem Darlehensantrag, ob BAföG, ein Stipendium, ein Nebenjob oder eine einmalige Unterstützung die Finanzierungslücke ganz oder teilweise schließen. Bei einer akuten Notlage kann das studierendenWERK BERLIN die verfügbaren Hilfen erläutern. Eine ältere Regelung zu Überbrückungsdarlehen belegt nicht, dass solche Kredite heute noch angeboten werden.
Monatsrate und Gesamtschuld vergleichen
Ein hoher Auszahlungsbetrag deckt kurzfristig eine Finanzierungslücke, erhöht aber den Betrag, den Sie später zurückzahlen müssen. Rechnen Sie deshalb mit dem Betrag, der tatsächlich auf Ihrem Konto eingeht, nicht nur mit der vereinbarten monatlichen Auszahlung. Bei der KfW ist der Zins variabel, und der Zinsabzug verringert die Auszahlung. Bei der DAKA sind laut deutscher FAQ Bürgschaften nötig und die Rückzahlungsrate steigt nach jeweils zwölf Monaten.
Vergleichen Sie den geplanten Kredit mit einem realistischen Monatsbudget. Berücksichtigen Sie Miete, Lebenshaltungskosten, Semesterbeiträge und andere bestehende Verpflichtungen. Schätzen Sie außerdem, welche Rate nach dem Studium mit Ihrem voraussichtlichen Einkommen tragbar wäre. Bei einem variablen Zinssatz sollten Sie auch prüfen, ob Ihr Budget eine höhere Belastung aushält.


