Wenn du nach dem Studium einen Kredit zurückzahlst, prüfe zuerst, um welche Schuld es geht. Beim KfW-Studienkredit, KfW-Bildungskredit und BAföG-Darlehen gelten unterschiedliche Zinssätze, Raten und Möglichkeiten, die Zahlungen anzupassen.
Den Produktnamen findest du im Vertrag oder Rückzahlungsbescheid. Plane mit dem aktuellen Schuldenstand, dem geltenden Zinssatz und deinem Rückzahlungsplan. Eine pauschale Monatsrate passt nicht zu jedem Studienkredit.
Erst den Kredit bestimmen
„Studienkredit“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Finanzierungen. Beim BAföG zahlst du grundsätzlich nur den Darlehensanteil zurück. Beim KfW-Studienkredit zahlst du Zinsen, die sich ändern können; der KfW-Bildungskredit ist ein eigenes Förderangebot mit einer festen Monatsrate.
Auch private Bildungsdarlehen und sogenannte Bildungsfonds folgen den jeweiligen Vertragsbedingungen. Bei Bildungsfonds hängt die Rückzahlung teilweise vom späteren Einkommen ab. Prüfe bei diesen Verträgen genau, wie lange und wie viel du zahlen musst und ob sie eine Obergrenze für die gesamte Rückzahlung nennen.
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KfW-Studienkredit zurückzahlen
Fünf Monate bevor du mit der Rückzahlung beginnst, schickt dir die KfW einen Standardplan für zehn Jahre. Du kannst die Monatsrate und die Laufzeit anpassen. Laut KfW ist eine Laufzeit von bis zu 25 Jahren möglich; beachte auch die geltende Altersgrenze. Wann deine Rückzahlung startet und wie hoch die Rate ist, steht in deinem persönlichen Rückzahlungsplan.
Der Zinssatz ist variabel und wird jeweils zum 1. April und 1. Oktober angepasst. Für neue Verträge ab dem 1. Oktober 2026 nennt die KfW einen effektiven Jahreszins von 6,38 Prozent. Dieser zeitgebundene Wert gilt nicht automatisch für ältere Verträge oder für künftige Zeiträume. Entscheidend sind dein Vertrag und die Angaben in deinem KfW-Onlinekonto.
Auch während der Auszahlung fallen Zinsen auf den noch offenen Betrag an. Wenn du keine Zinsaufschiebung vereinbart hast, zieht die KfW die Zinsen normalerweise von der monatlichen Auszahlung ab. Deshalb kann die ausgezahlte Summe niedriger sein als der bewilligte Monatsbetrag.
Eine höhere Rate oder Sondertilgung senkt deine Restschuld schneller; die KfW nimmt Sondertilgungen ab 100 Euro an. Bei einer längeren Laufzeit ist die Monatsrate niedriger, dafür zahlst du länger Zinsen. Vergleiche im Rückzahlungsplan deshalb auch die voraussichtliche Gesamtdauer und die Zinskosten.
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Während der Rückzahlung kannst du für die Restschuld einen festen Zinssatz für bis zu zehn Jahre beantragen. Laut KfW ist diese Vereinbarung kostenlos. Während dieser Zeit kannst du die Monatsrate nicht ändern, aber weiterhin Sondertilgungen leisten. Den festen Zinssatz kannst du nur beantragen, wenn du keine Zahlungen versäumt und keine Stundung beantragt oder vereinbart hast. Außerdem darfst du keine neuen Auszahlungen anfordern.
BAföG-Darlehen zurückzahlen
Bei der üblichen BAföG-Förderung ist die Hälfte ein Zuschuss und die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen. Zurückzahlen musst du nur das Darlehen. Bestimmte Förderungen, darunter einzelne Abschlussförderungen, bestehen ganz aus einem Darlehen. Für sie gelten andere Rückzahlungsgrenzen.
Etwa viereinhalb Jahre nach dem Ende der Regelstudienzeit schickt dir das Bundesverwaltungsamt den Rückzahlungsbescheid. Die reguläre Rate beträgt 130 Euro im Monat. Das Amt zieht sie normalerweise vierteljährlich ein, also jeweils 390 Euro. Für Personen, die erstmals ab dem 1. September 2019 BAföG erhalten haben, nennt das Bundesportal höchstens 77 Monatsraten zu je 130 Euro, also bis zu 10.010 Euro. Daneben gilt eine allgemeine Höchstgrenze von 10.000 Euro; vollständige Darlehen sind von dieser Begrenzung ausgenommen. Entscheidend sind der eigene Bescheid und die geltenden Regeln für den jeweiligen Förderzeitraum.
Wenn du deine Schulden vor Beginn der regulären Ratenzahlung ganz oder teilweise zurückzahlst, kannst du einen Nachlass erhalten. Das Angebot des Bundesverwaltungsamts nennt die Höhe und die Frist. Als Beispiel nennt das Bundesportal eine Rückzahlung von 500 Euro. Nach der dort geltenden Nachlasstabelle wären dafür 475 Euro zu zahlen. Den größten möglichen Nachlass erhältst du, wenn du vor der ersten vierteljährlichen Rate zahlst.
Bei geringem Einkommen kannst du beantragen, vorübergehend nichts oder weniger zu zahlen. Monate mit einer bewilligten niedrigeren Rate zählen ebenfalls zu den höchstens 77 Monatsraten. So kann die Summe, die du tatsächlich zurückzahlst, niedriger ausfallen. Die Entlastung bekommst du nicht automatisch. Eine Freistellung gilt grundsätzlich zwei Jahre. Danach musst du sie erneut beantragen. Auch ein möglicher Erlass einer Restschuld nach 20 Jahren setzt voraus, dass die geltenden finanziellen und sonstigen Bedingungen erfüllt sind.
KfW-Bildungskredit abbezahlen
Der KfW-Bildungskredit ist ein eigenständiges Förderprodukt neben dem KfW-Studienkredit. Je nach Anspruch erhältst du bis zu zwei Jahre lang eine monatliche Förderung. Das Angebot gilt für bestimmte spätere Ausbildungsphasen.
Vier Jahre nach der ersten Auszahlung beginnt die Rückzahlung. Du zahlst monatlich 120 Euro, darin sind Zinsen und Tilgung enthalten. Wie lange du zurückzahlst, hängt davon ab, wie viel du aufgenommen hast. Während der Auszahlung und der Wartezeit fallen Zinsen an. Du zahlst sie ab Beginn der Rückzahlung. Sondertilgungen sind kostenlos, bringen laut KfW aber keinen Nachlass. Der Zinssatz ist variabel und wird halbjährlich angepasst. Prüfe den aktuellen Satz im Vertrag oder bei der KfW, statt einen älteren Wert zu übernehmen.

Die Rate ins Budget einpassen
Vergleiche deinen Rückzahlungsplan mit deinen regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben. Rechne neben Miete und Lebenshaltungskosten auch unregelmäßige Ausgaben ein, etwa Versicherungsbeiträge oder Reparaturen. Wenn du dir eine Rate nur in besonders guten Monaten leisten kannst, ist sie auf Dauer zu hoch.
Beim KfW-Studienkredit kannst du die Monatsrate im Onlineportal ändern. Ist selbst eine niedrigere Rate zu hoch, kannst du beantragen, die Zahlungen vorübergehend auszusetzen. Während dieser Zeit fallen weiter Zinsen an. Eine Stundung kann außerdem beeinflussen, ob du danach einen festen Zinssatz vereinbaren darfst.
Wenn du BAföG zurückzahlst und wenig verdienst, beantrage frühzeitig beim Bundesverwaltungsamt, vorübergehend nichts oder weniger zu zahlen. Warte nicht darauf, dass deine Rate von selbst sinkt. Zahlungsrückstände beim BAföG können Mahnkosten und Zinsen auslösen.
Wenn du mehrere Kredite zurückzahlst, vergleiche zuerst die Zinssätze und Bedingungen. Danach kannst du entscheiden, ob du zusätzlich tilgst oder eine Umschuldung prüfst. Eine neue Finanzierung lohnt sich nur, wenn sie insgesamt günstiger ist und du dir die Monatsrate leisten kannst. Bei Zahlungsschwierigkeiten helfen anerkannte Schuldnerberatungsstellen kostenlos. Sie prüfen mit dir deine Einnahmen und Ausgaben und besprechen mögliche Schritte. Für die Beratung ist kein weiterer Kredit nötig.


