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Umschuldung

Privatkredit umschulden: Wann es sich lohnt

Zwei Erwachsene beim sachlichen Gespräch über Unterlagen.
KI-generiertes Symbolbild

Wer mehrere Ratenkredite oder einen teuren Dispokredit abzahlt, kann sie mit einem neuen Privatkredit ablösen. Die Umschuldung spart Geld, wenn der neue Kredit weniger kostet als die Summe der restlichen Zahlungen für die alten Schulden. Eine niedrigere Monatsrate genügt nicht: Eine längere Laufzeit erhöht oft die Gesamtkosten.

Für den Vergleich zählen der aktuelle Ablösebetrag, mögliche Kosten für die vorzeitige Rückzahlung und der Gesamtbetrag des neuen Kredits. Für gewöhnliche Ratenkredite gelten andere Regeln als für Immobilienfinanzierungen.

Was eine Umschuldung bedeutet

Bei einer Umschuldung nimmt eine Privatperson einen neuen Kredit auf und verwendet das Geld, um einen oder mehrere bestehende Kredite abzulösen. Danach zahlen Sie eine Rate an den neuen Kreditgeber. Auch ein überzogenes Girokonto lässt sich so ausgleichen.

Das kann Zahlungen übersichtlicher machen. Ob es sich finanziell lohnt, hängt jedoch vom konkreten Angebot und den alten Kreditverträgen ab. Eine Umschuldung eines Ratenkredits ist außerdem etwas anderes als die Anschlussfinanzierung einer Immobilie. Für Immobilienkredite gelten eigene Regeln.

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Mehrere Mappen in einer gemeinsamen Dokumentenablage.
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Wann sich eine Umschuldung lohnt

Eine Umschuldung lohnt sich, wenn die Gesamtkosten des neuen Kredits einschließlich aller Ablösekosten niedriger sind als die Summe der noch fälligen Zahlungen für die alten Kredite. Ein genauer Vergleich lohnt sich besonders, wenn noch viel Geld offen ist und die bisherigen Kredite noch lange laufen.

Ein einzelner Kredit kann durch mehrere Kredite ersetzt werden, oder mehrere Raten lassen sich zu einer zusammenfassen. Auch ein Dispokredit kann durch einen Ratenkredit abgelöst werden. Dafür muss das neue Angebot tatsächlich günstiger sein. Wer das Girokonto nach der Ablösung erneut überzieht, hat am Ende beide Schulden.

Eine niedrigere Rate kann den monatlichen Haushalt entlasten, doch eine längere Laufzeit verursacht zusätzliche Zinskosten. Deshalb sollten Kreditnehmende sowohl die Monatsrate als auch den Gesamtbetrag vergleichen. Ob Sie den Kredit bekommen und zu welchem Zinssatz, steht erst nach Prüfung Ihres Antrags fest.

Was die vorzeitige Ablösung kostet

Nach § 500 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher einen Verbraucherkredit grundsätzlich ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen. Bei einer vorzeitigen Rückzahlung sinken die Zinsen und sonstigen Kosten, die für die verbleibende Laufzeit anfallen, nach § 501 BGB.

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Bei einem allgemeinen Verbraucherdarlehen mit fest vereinbartem Sollzinssatz kann der Kreditgeber unter bestimmten Voraussetzungen eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Damit wird der Schaden ausgeglichen, der dem Kreditgeber direkt durch die frühere Rückzahlung entsteht. Der Anspruch entfällt in bestimmten Fällen, etwa wenn vorgeschriebene Vertragsangaben fehlen.

Für Darlehen, für die diese Regel gilt, gibt es eine gesetzliche Obergrenze: Die Entschädigung beträgt höchstens 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags. Liegt zwischen Rückzahlung und dem vereinbarten Rückzahlungstermin höchstens ein Jahr, sind es höchstens 0,5 Prozent. Zusätzlich darf die Entschädigung nicht höher sein als die Zinsen, die bis zum vereinbarten Ende noch angefallen wären. Das Gesetz erlaubt also keine pauschale Gebühr in dieser Höhe für jeden Kredit. Entscheidend sind Vertrag und Einzelfall. Lassen Sie sich vom bisherigen Kreditgeber am besten den Ablösebetrag für den geplanten Rückzahlungstermin nennen.

So vergleichen Sie die Gesamtkosten

Vergleichen Sie die noch ausstehenden Zahlungen der alten Kredite mit den Wechselkosten. Dazu zählen der Ablösebetrag und eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung. Rechnen Sie auch den vollständigen Rückzahlungsbetrag des neuen Kredits ein. Prüfen Sie zusätzlich, ob der neue Vertrag Versicherungen oder andere Zusatzkosten enthält.

Eine Umschuldung lohnt sich nur, wenn der neue Kredit samt Ablösekosten weniger kostet als die Fortführung der alten Kredite. Zählen Sie den noch offenen Kreditbetrag nicht zweimal. Die ausstehenden Raten des alten Kredits enthalten bereits die Rückzahlung des Kapitals; für die Umschuldung zählt der Gesamtbetrag des neuen Kredits zuzüglich der Kosten für die Ablösung.

Hand legt eine Holzscheibe neben geordnete Karten.
KI-generiertes Symbolbild

Zusatzkosten durch Versicherungen prüfen

Bei einem neuen Kredit kann eine Restschuldversicherung angeboten werden. Sie soll je nach Vertrag bestimmte Zahlungsausfälle absichern, etwa bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit. Die Beiträge erhöhen die Kreditkosten und können die Ersparnis einer Umschuldung aufzehren.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Kreditvertrag und Restschuldversicherung getrennte Verträge sind. Die Ablösung des Kredits beendet eine bestehende Versicherung daher nicht automatisch. Prüfen Sie den Versicherungsvertrag und kündigen Sie ihn bei Bedarf separat. Für neue Restschuldversicherungsverträge, die seit dem 2. Januar 2025 geschlossen werden, gilt laut Verbraucherzentrale eine Wartefrist: Der Versicherungsvertrag darf erst eine Woche nach dem Kreditvertrag abgeschlossen werden.

Wie stark die Kosten ausfallen können, zeigt ein von der Verbraucherzentrale geschilderter Einzelfall. Bei einem Kredit über 18.000 Euro mit acht Jahren Laufzeit beliefen sich Zinsen und Kosten mit zwei Versicherungen auf 13.724,16 Euro. Ohne die Versicherungen waren es 6.588,33 Euro. Die Verbraucherzentrale bezifferte die zusätzlichen Versicherungsbeiträge und darauf entfallende Zinsen in diesem Fall auf 7.135,83 Euro. Das ist ein konkreter Beratungsfall und kein Durchschnittswert für alle Kreditverträge. Er zeigt, warum Versicherungsbeiträge in den Gesamtkostenvergleich gehören.

So planen Sie die Umschuldung

Erstellen Sie zunächst eine Übersicht der Kredite, die Sie ablösen möchten. Fragen Sie jeden bisherigen Kreditgeber nach dem Ablösebetrag für den geplanten Termin und danach, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Ein älterer Tilgungsplan reicht dafür nicht immer aus, zum Beispiel wenn Sie zwischenzeitlich Sonderzahlungen geleistet haben.

Vergleichen Sie anschließend konkrete Kreditangebote für den benötigten Betrag und eine Laufzeit, die zu Ihrem Budget passt. Prüfen Sie den effektiven Jahreszins, den Gesamtbetrag aller Rückzahlungen, die Monatsrate und sämtliche Zusatzkosten. Klären Sie außerdem, wer die alten Kredite tatsächlich ablöst. Kontrollieren Sie danach, ob die bisherigen Kreditkonten geschlossen sind und ob noch eine separate Versicherung besteht.

Wenn das Geld schon knapp ist

Eine Umschuldung löst kein dauerhaftes Haushaltsdefizit, wenn die neue Rate ebenfalls nicht tragbar ist oder wichtige Ausgaben dadurch gefährdet werden. Eine längere Laufzeit kann den monatlichen Druck senken, zugleich aber die Gesamtkosten erhöhen. Sprechen Sie in dieser Lage zunächst mit den bisherigen Kreditgebern über mögliche Vereinbarungen.

Reicht das Geld nicht für notwendige Lebenshaltungskosten oder andere wesentliche Rechnungen, wenden Sie sich an eine anerkannte, gemeinnützige Schuldnerberatung. Sie kann die gesamte finanzielle Lage betrachten und Alternativen zu einem weiteren Kredit aufzeigen. Eine neue Verschuldung sollte nicht dazu dienen, ein ungelöstes Zahlungsproblem lediglich aufzuschieben.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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