„Privater Kreditanbieter“ kann in Deutschland eine Bank für Privatkunden, ein Kreditvermittler oder eine Privatperson als Geldgeber sein. Vertrag, Kosten und rechtlicher Schutz hängen davon ab, wer im Kreditvertrag als Darlehensgeber steht.
Ein Online-Portal kann Angebote vergleichen oder Anfragen an Banken weiterleiten, ohne selbst den Kredit zu vergeben. Bei einem Privat-zu-Privat-Kredit leiht eine Privatperson einer anderen Privatperson Geld. Solche Kredite heißen P2P-Kredite – kurz für „Peer-to-Peer“, also die direkte Vermittlung zwischen Privatleuten.
Wer den Kredit vergibt
Bei einem klassischen Ratenkredit ist eine Bank oder ein anderes gewerbliches Kreditinstitut der Darlehensgeber. Ein Vermittler oder Vergleichsportal bringt Kreditnehmer und Kreditgeber zusammen, entscheidet aber nicht selbst über die Vergabe. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Entscheidung beim Kreditgeber liegt. Eine Anfrage beim Portal bedeutet also noch nicht, dass der Kredit bewilligt ist.
Bei P2P-Krediten stammt das Geld nach dem zugrunde liegenden Modell von privaten Anlegern; die Plattform organisiert die Vermittlung und legt die Vertragsstruktur fest. Wer tatsächlich das Geld bereitstellt, kann sich je nach Anbieter unterscheiden. Deshalb sollte die Bezeichnung „Privatkredit“ nicht als Beleg dafür gelten, dass eine Privatperson den Kredit finanziert.
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Ein konkretes Beispiel für diese Unterscheidung ist auxmoney: Das Unternehmen beschreibt sein Angebot als Kreditvermittlung. Nach eigenen Angaben kommt der Kreditvertrag mit einem beaufsichtigten Kreditinstitut zustande, das über die Vergabe entscheidet und den Kredit auszahlt. Private Anleger finanzieren diese Kredite laut auxmoney seit Mai 2022 nicht mehr mit. Diese Beschreibung gilt für das Modell dieses Anbieters und lässt sich nicht auf alle Plattformen übertragen.

Was ein Kredit kostet
Vergleiche die Gesamtkosten, nicht nur die Monatsrate. Der effektive Jahreszins berücksichtigt neben dem Sollzins auch weitere Kreditkosten. Der Gesamtbetrag zeigt, wie viel du über die gesamte Laufzeit zurückzahlst. Eine niedrigere Monatsrate kann durch eine längere Laufzeit mit höheren Gesamtkosten verbunden sein.
Prüfe außerdem, ob Vermittlungsgebühren, Versicherungen oder andere Zusatzverträge anfallen. Verbraucherzentralen warnen vor Angeboten, die Geld verlangen, bevor überhaupt ein Kredit zustande kommt. Abos und Prepaid-Karten können zusätzliche Kosten verursachen. Das gilt auch für Unterlagen, die per Nachnahme zugestellt werden. Eine Verbraucherzentrale-Warnung vom Januar 2026 berichtete von Beschwerden über Kreditwebseiten, bei denen Betroffene Kosten von bis zu 700 Euro meldeten. Das ist eine Angabe zu den dort beschriebenen Fällen und kein Durchschnittswert für Kreditangebote.
Bei echten P2P-Krediten lassen sich Laufzeit, Zins und Sicherheiten teilweise zwischen den Beteiligten vereinbaren. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt günstigere Konditionen als mögliche Chance. Das zeigt aber nicht, dass P2P-Kredite allgemein günstiger sind als Bankkredite. Ob ein Angebot passt, hängt unter anderem davon ab, welche Gebühren anfallen, wie lang die Laufzeit ist und welche vertraglichen Bedingungen gelten.
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Wie groß der Kreditmarkt ist
Kredite an Privatpersonen sind ein großer, etablierter Markt. Der Bankenfachverband bezifferte den Bestand an Krediten an Privatpersonen außerhalb des Wohnungsbaus für Ende 2024 auf 236,1 Milliarden Euro. Die Kreditnehmerstatistik weist davon 187,7 Milliarden Euro als Ratenkredite aus. Eine andere Statistik weist für Konsumentenkredite 181,2 Milliarden Euro aus. Die Abweichung entsteht durch unterschiedliche statistische Abgrenzungen.
Diese Zahlen zeigen die Größenordnung des Kreditgeschäfts, sagen aber nichts über die Kosten eines einzelnen Angebots aus. Auch den Anteil tatsächlich privat finanzierter P2P-Kredite bilden sie nicht gesondert ab. Aus der Größe des Gesamtmarkts lässt sich daher weder auf die Verfügbarkeit noch auf die Attraktivität eines bestimmten P2P-Angebots schließen.
Risiken für Kreditnehmer und Geldgeber
Ein Kredit muss auch dann noch ins Haushaltsbudget passen, wenn laufende Ausgaben steigen oder Einkommen wegfällt. Stelle vor der Anfrage deine regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben gegenüber und plane einen Puffer ein. Prüfe außerdem, ob du einen bestehenden Kredit wirklich ablösen willst: Bei einer Umschuldung zählen die Gesamtkosten des neuen Vertrags einschließlich möglicher Ablösegebühren, nicht allein die neue Monatsrate.
Für private Geldgeber besteht ein anderes Risiko. Zahlt der Kreditnehmer nicht zurück, kann ein Teil oder das gesamte eingesetzte Geld verloren gehen. Eine Plattform oder ein erwarteter Zinsertrag beseitigt dieses Ausfallrisiko nicht. Prüfe deshalb, wie der Anspruch auf Rückzahlung im Vertrag geregelt ist, wer ihn verwaltet und welche Sicherheiten tatsächlich gelten. Der Name einer Plattform allein sagt nichts darüber aus, ob eine Einlagensicherung greift.

Anbieter und Vertrag prüfen
Vor einer Unterschrift helfen diese Prüfpunkte:
- Vertragspartner: Wer ist laut Vertrag der Darlehensgeber?
- Gesamtkosten: Wie hoch sind der effektive Jahreszins und der Rückzahlungsbetrag?
- Zusatzkosten: Werden Gebühren, Abos, Karten oder Versicherungen angeboten?
- Kreditzusage: Ist die Vergabe tatsächlich bestätigt oder liegt bisher nur eine Vermittlung vor?
- Anbieterangaben: Sind Anschrift, Impressum und Kontaktmöglichkeiten nachvollziehbar?
- Bei gewerblichen Anbietern: Lässt sich das Unternehmen in der BaFin-Unternehmensdatenbank prüfen?
Ein Eintrag oder eine Beaufsichtigung durch die BaFin ist keine Empfehlung für einen bestimmten Kredit. Für Kreditvermittler gelten außerdem nicht automatisch dieselben Aufsichtsregeln wie für Kreditinstitute. Für die entgeltliche Vermittlung von Verbraucherdarlehen gelten gesetzliche Informationspflichten; der Vermittler wird dadurch nicht zum Kreditgeber.
Vorsicht ist bei Versprechen wie „Kredit ohne Schufa“ oder einer sicheren Zusage angebracht. Eine Bonitätsprüfung bewertet, ob ein Kredit voraussichtlich zurückgezahlt werden kann. Wer unabhängig davon eine Zusage verspricht und vorab Geld verlangt, weicht von einem gewöhnlichen Kreditangebot ab. Die Verbraucherzentralen raten, solche Forderungen genau zu prüfen.
Rechte bei Verbraucherdarlehen
Für viele entgeltliche Verbraucherdarlehen zwischen einem gewerblichen Kreditgeber und einem Verbraucher gelten besondere Regeln. Dazu gehört grundsätzlich ein Widerrufsrecht mit einer Frist von 14 Tagen. Der Fristbeginn hängt davon ab, ob der Vertrag und die vorgeschriebenen Informationen vollständig vorliegen; gesetzliche Ausnahmen sind ebenfalls möglich. Verbraucher können ein Darlehen grundsätzlich vorzeitig zurückzahlen. Dabei gelten die Vorgaben aus Vertrag und Gesetz.
Für jedes Darlehen zwischen zwei Privatpersonen gelten diese Rechte nicht automatisch in gleicher Weise. Welche Regeln für ein P2P-Angebot gelten, hängt von den Beteiligten und dem Vertragsaufbau ab. Lies deshalb die Vertragsunterlagen, bevor du Geld annimmst oder investierst. Wenn unklar bleibt, wer mit dir den Vertrag schließt, sollte der Anbieter das vor der Unterschrift verständlich erklären.
Wenn die Rückzahlung schwerfällt
Ein weiterer Kredit löst Zahlungsprobleme nicht zwingend. Wenn bereits Rechnungen offen sind oder bestehende Raten das Haushaltsbudget überlasten, kann eine anerkannte, kostenfreie Schuldnerberatung helfen, Einnahmen, Schulden und mögliche Lösungen zu sortieren. Das ist eine sinnvolle Alternative, bevor zusätzliche Schulden entstehen.


