Wer sein Studium finanzieren möchte, findet bei der Postbank Informationen zum KfW-Studienkredit. Die verfügbaren Angaben zeigen jedoch kein eigenes Studienkredit-Angebot der Postbank. Den KfW-Kredit vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Es ist kein Kredit der Postbank.
Die Postbank bietet außerdem einen allgemeinen Privatkredit an. Dafür braucht man eine ausreichende Bonität und ein regelmäßiges Gehalt oder Einkommen. Studierende sollten daher zuerst prüfen, ob ein KfW-Kredit, eine andere Förderung oder ein Ratenkredit zu ihrer finanziellen Lage passt.
KfW-Studienkredit und Postbank Privatkredit
In ihren Informationen zur Studienfinanzierung nennt die Postbank den KfW-Studienkredit als Beispiel für eine staatlich geförderte Finanzierung. Die dort beschriebenen monatlichen Auszahlungen und die Möglichkeit, den Kredit mit BAföG zu kombinieren, beziehen sich auf das KfW-Angebot.
Die Postbank führt außerdem den Postbank Privatkredit. Das Produktinformationsblatt vom 1. Januar 2025 beschreibt einen allgemeinen Ratenkredit mit Nettodarlehen von 1.500 bis 80.000 Euro. Für eine Zusage verlangt die Postbank ausreichende Bonität und regelmäßige Einkünfte aus Arbeit.
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Das Produktblatt nennt keinen einheitlichen Zinssatz für alle Kreditnehmer. Die Konditionen hängen unter anderem von Bonität und Laufzeit ab. Es nennt auch keine besonderen Bedingungen für Studierende, etwa monatliche Auszahlungen während des Studiums oder eine Pause bei der Rückzahlung bis zum Studienende. Ob ein Student mit seinem Einkommen die Voraussetzungen erfüllt, muss die Postbank im Einzelfall prüfen.

So funktioniert der KfW-Studienkredit
Der KfW-Studienkredit unterstützt die Lebenshaltungskosten während eines Studiums. Er kann für verschiedene Studienarten infrage kommen, darunter ein Erst- oder Zweitstudium, ein Masterstudium und eine Promotion. Die Hochschule muss in Deutschland liegen und staatlich oder staatlich anerkannt sein. Ein vollständig im Ausland absolviertes Studium ist ausgeschlossen; ein Auslandssemester kann gefördert werden, wenn die Einschreibung an einer deutschen Hochschule bestehen bleibt.
KfW zahlt das Darlehen monatlich statt auf einmal aus. Für ein Erst- oder Zweitstudium sind höchstens 14 Semester Förderung möglich, für ein weiterführendes Studium oder eine Promotion höchstens sechs Semester. Die tatsächliche Förderdauer hängt unter anderem vom Alter beim Studienbeginn ab.
Volljährige Personen können den Kredit beantragen, wenn sie zu einer der von KfW festgelegten Gruppen gehören. Dazu zählen etwa deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in Deutschland. Außerdem gehören bestimmte EU-Staatsangehörige und weitere Personen mit passenden Aufenthalts- oder Familienverhältnissen dazu. Beim Studienbeginn gilt eine Altersgrenze. KfW verlangt keine Sicherheiten.
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Zinsen und Rückzahlung einplanen
Der Zinssatz des KfW-Studienkredits ist variabel und wird jeweils zum 1. April und 1. Oktober angepasst. Während der Auszahlungsphase zieht KfW die Zinsen von der monatlichen Auszahlung ab. Mit wachsender Darlehenssumme sinkt dadurch der Betrag, der tatsächlich auf dem Konto ankommt. Unter bestimmten Voraussetzungen können Kreditnehmer die Zinszahlungen aufschieben. Für die Rückzahlung lässt sich nach den geltenden Bedingungen ein fester Zinssatz für bis zu zehn Jahre vereinbaren.
KfW schlägt fünf Monate vor Beginn der Rückzahlung einen Standardplan über zehn Jahre vor. Kreditnehmer können diesen anpassen. Trotzdem wächst die Schuldenlast mit jeder Auszahlung, und Zinsen verändern die Gesamtkosten. Rechne vor dem Antrag aus, welche monatliche Lücke nach BAföG, Einkommen, Unterstützung durch Angehörige und möglichen Zuschüssen bleibt. Beantragt werden sollte nur der Betrag, der diese Lücke deckt.
Für neue Verträge betrug der effektive Jahreszins laut KfW vom 1. April bis zum 30. September 2026 6,53 Prozent. Dieser Wert ist für den Zeitraum ab dem 1. Oktober 2026 kein bestätigter aktueller Zinssatz. Wer heute einen Antrag erwägt, sollte daher den aktuellen Satz direkt bei KfW prüfen und die voraussichtliche Rückzahlung mit den dann geltenden Konditionen berechnen.
KfW-Studienkredit beantragen und Förderung vergleichen
Den KfW-Studienkredit beantragt man über einen zugelassenen Partner, der den Antrag an KfW weiterleitet. Die KfW-Antragsseite nennt dafür unter anderem meinBafög und deinestudienfinanzierung.de. In den dort aufgeführten Wegen erscheint die Postbank nicht als Antragsstelle. Laut KfW bleiben die Kreditbedingungen gleich, unabhängig davon, über welchen Partner der Antrag läuft.
Prüfe vor der Kreditaufnahme, ob andere Hilfen infrage kommen. BAföG lässt sich laut KfW mit dem Studienkredit kombinieren. Für Studierende in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen kommt außerdem der Bildungskredit des Bundes infrage: Auch dieser Kredit muss samt Zinsen zurückgezahlt werden. Studierendenwerke bieten zudem in besonderen Notlagen Darlehen oder Hilfsfonds an, die häufig zinsfrei sind und zeitnah zurückgezahlt werden müssen.

Wann ein Kredit sinnvoll ist
Ein Studienkredit kann eine Finanzierungslücke schließen und den Druck verringern, neben dem Studium viel zu arbeiten. Nach dem Studium müssen Kreditnehmer den Kredit zurückzahlen, auch wenn ihr Einkommen zu diesem Zeitpunkt noch unsicher ist. Bei variablen Zinsen lässt sich die spätere Belastung zudem nicht vollständig im Voraus festlegen.
Wer einen Kredit erwägt, sollte mehrere Szenarien durchrechnen: Wie hoch ist die monatliche Rückzahlung bei einem niedrigen Einstiegsgehalt? Was passiert, wenn sich das Studium verlängert oder der Berufseinstieg verzögert? Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, zunächst den tatsächlichen Finanzierungsbedarf zu ermitteln und so wenig wie möglich aufzunehmen. Falls bereits Raten nicht mehr bezahlbar sind, sollten Betroffene sich zuerst an eine anerkannte, kostenfreie Schuldnerberatung wenden, statt einen neuen Kredit aufzunehmen.


