Für die Berechnung eines Kredits in Deutschland brauchen Sie die tragbare Monatsrate, die Laufzeit und den Zinssatz. Daraus ergibt sich eine rechnerische Kreditsumme, aber keine Zusage der Bank.
Berechnen Sie zuerst, wie viel Ihr Haushalt nach laufenden Ausgaben und Rücklagen dauerhaft für eine Monatsrate übrig hat. Für einen Ratenkredit berechnen Sie daraus zusammen mit Laufzeit und Zinssatz die mögliche Kreditsumme. Bei einer Immobilienfinanzierung gelten andere Annahmen.
Erst die tragbare Rate
Richten Sie die Monatsrate danach aus, wie viel Geld nach den Ausgaben übrig bleibt. Ziehen Sie von Ihren regelmäßigen Einnahmen alle laufenden Ausgaben ab. Berücksichtigen Sie dabei auch unregelmäßige Kosten, Versicherungen und Rücklagen, etwa für Reparaturen oder größere Anschaffungen.
Bei einer Immobilie kommen zusätzliche Ausgaben hinzu. Dazu zählen etwa Hausgeld, Versicherungen, Steuern und Instandhaltung. Auch höhere Energie- oder Fahrtkosten können das künftige Budget belasten. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, dass die Kreditrate bei einer Immobilienfinanzierung etwa zehn Prozent unter dem errechneten Überschuss liegt. Das ist eine Faustregel, keine gesetzliche Vorgabe.
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Berücksichtigen Sie bei der Ratenplanung auch absehbare Veränderungen. Wenn sich Einkommen oder Ausgaben durch Teilzeit, Familienplanung oder einen Umzug ändern, sollte die Rate auch dann noch tragbar sein. Setzen Sie den gesamten Überschuss deshalb nicht als Kreditrate an.

Ratenkredit ausrechnen
Bei einem Ratenkredit mit gleichbleibender Monatsrate hängt die Kreditsumme von der Rate, der Zahl der Monatsraten und dem monatlichen Zinssatz ab. Die Formel lautet:
K = R × (1 − (1 + i)^(-n)) / i
Dabei steht K für die Kreditsumme, R für die Monatsrate, i für den monatlichen Zinssatz als Dezimalzahl und n für die Anzahl der Monatsraten. Für eine vereinfachte Rechnung teilen Sie den jährlichen Sollzins durch zwölf. So erhalten Sie den monatlichen Zinssatz.
Setzen Sie Ihre Werte in die Formel ein, um eine mögliche Kreditsumme zu berechnen.
Das ist eine vereinfachte Modellrechnung, kein konkretes Kreditangebot. Sie berücksichtigt keine Gebühren oder Zusatzleistungen und setzt voraus, dass die monatliche Zinsberechnung so erfolgt wie angenommen. Vertragsbedingungen können die Rechnung verändern.
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Laufzeit und Kosten abwägen
Eine längere Laufzeit verteilt die Rückzahlung auf mehr Monate und senkt dadurch bei gleicher Kreditsumme meist die Monatsrate. Dafür zahlen Sie länger Zinsen. Vergleichen Sie deshalb die Rate und den gesamten Rückzahlungsbetrag.
Der Sollzins beschreibt die Verzinsung des Darlehens. Der effektive Jahreszins gibt die jährlichen Kreditkosten als Prozentsatz des Nettodarlehensbetrags an. Bei Verbraucherdarlehen muss der effektive Jahreszins nach § 16 der Preisangabenverordnung angegeben werden. Er berücksichtigt die gesetzlich einzubeziehenden Kosten. Freiwillige Zusatzleistungen, etwa eine Restschuldversicherung, können zusätzliche Ausgaben verursachen und sollten gesondert geprüft werden.
Für einen fairen Vergleich sollten Kredite dieselbe Laufzeit und feste Konditionen haben. Prüfen Sie außerdem, ob eine niedrigere Rate durch eine längere Laufzeit zustande kommt und wie hoch der gesamte Rückzahlungsbetrag ausfällt. Der Zinssatz, den Ihnen die Bank anbietet, hängt unter anderem davon ab, wie hoch der Kredit ausfällt und wie lange die Laufzeit ist. Auch Ihre Kreditwürdigkeit spielt dabei eine Rolle.
Immobilienkredit überschlagen
Für eine erste Orientierung bei einer Immobilienfinanzierung können Sie die jährliche Rate durch die Summe aus Sollzins und anfänglicher Tilgung teilen:
Darlehenssumme ≈ (tragbare Monatsrate × 12) / (Sollzins + Anfangstilgung)
Setzen Sie die Prozentwerte als Dezimalzahlen ein. Die Anfangstilgung ist der jährliche Anteil des Darlehens, den Sie zu Beginn zurückzahlen. Mit der Formel können Sie aus der tragbaren Monatsrate, dem Sollzins und der Anfangstilgung eine ungefähre Darlehenssumme berechnen.
Die Rechnung zeigt Ihre anfänglichen Zahlungen für Zinsen und Rückzahlung. Angaben zur gesamten Laufzeit und zu allen Finanzierungskosten fehlen. Eine ausführliche Finanzierungsplanung berücksichtigt Kaufnebenkosten und Eigenkapital. Sie bezieht auch die Zinsbindung ein, also den Zeitraum mit festem Sollzins. Außerdem berücksichtigt sie eine mögliche Restschuld, den noch offenen Darlehensbetrag am Ende dieses Zeitraums. Laufende Eigentümerkosten und ein finanzieller Puffer müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Warum die berechnete Kreditsumme keine Zusage ist
Eine passende Rate und eine rechnerisch mögliche Kreditsumme sind keine Kreditzusage. Nach § 505a des Bürgerlichen Gesetzbuchs muss der Darlehensgeber vor dem Abschluss eines Verbraucherdarlehens prüfen, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können. Dabei bewertet die Bank Ihre finanzielle Situation sowie die gewünschte Kreditsumme.
Die tatsächlich angebotenen Konditionen können deshalb von einer Modellrechnung abweichen. Nutzen Sie für die Planung einen Zinssatz, der zu einem konkreten Angebot passt, und prüfen Sie, ob der effektive Jahreszins sowie alle Zusatzkosten berücksichtigt sind.
Wenn eine bestehende Rate bereits schwer zu bezahlen ist, löst ein weiterer Kredit das Budgetproblem nicht automatisch. Prüfen Sie zunächst, ob sich Ausgaben oder Zahlungsvereinbarungen anpassen lassen. Bei finanziellen Schwierigkeiten unterstützen anerkannte Schuldnerberatungsstellen kostenfrei. Ein weiterer Kredit sollte nicht Ihre einzige Lösung sein.


