Mit einem Kreditrechner vergleichen Unternehmen in Deutschland die voraussichtliche Monatsrate und die Kosten verschiedener Laufzeiten. Dazu geben sie meist Kreditsumme, Laufzeit und Zinssatz ein. Das Ergebnis dient der Planung: Es sagt weder eine Kreditzusage noch den tatsächlichen Zinssatz der Bank voraus.
Neben der Monatsrate zählt die Gesamtrückzahlung. Die Rechnung muss auch zur Kreditart passen: Bei einem Darlehen mit festen Raten gelten andere Bedingungen als bei einem Kontokorrentkredit, bei dem Zinsen für den tatsächlich genutzten Betrag und die Nutzungsdauer anfallen.
Was ein Firmenkreditrechner berechnet
Ein einfacher Firmenkreditrechner schätzt bei einem Darlehen mit regelmäßigen Raten, wie viel das Unternehmen pro Monat zurückzahlt. Typische Eingaben sind der Kreditbetrag und die Laufzeit in Monaten. Hinzu kommt der effektive Jahreszins. Dieser Zinssatz fasst die jährlichen Kreditkosten in einer Kennzahl zusammen; die konkrete Berechnung und mögliche weitere Kosten ergeben sich aus dem Angebot und Vertrag.
Ändert man eine Eingabe, verändert sich das Ergebnis. Eine längere Laufzeit senkt bei sonst gleichen Annahmen meist die monatliche Rate, verlängert aber die Zeit, in der Zinsen anfallen. Ein höherer Zinssatz erhöht die Kosten. Deshalb lohnt es sich, mehrere realistische Szenarien zu rechnen, statt sich auf eine einzelne Beispielrate zu verlassen.
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Monatsrate und Gesamtkosten vergleichen
Eine Beispielrechnung der Volksbanken Raiffeisenbanken zeigt den Unterschied zwischen Monatsrate und Zinskosten: Bei 100.000 Euro Kreditsumme und 4,5 Prozent Zins beträgt die Monatsrate über fünf Jahre rund 1.864 Euro, die Zinskosten liegen bei etwa 12.000 Euro. Bei sieben Jahren Laufzeit sinkt die Monatsrate auf rund 1.390 Euro, während die Zinskosten auf etwa 16.600 Euro steigen.
Das sind Beispielwerte der Bank und kein individuelles Angebot. Für die eigene Planung zählen sowohl die Rate als auch die voraussichtliche Gesamtrückzahlung. Eine niedrige Monatsrate entlastet kurzfristig, bedeutet aber, dass das Unternehmen den Kredit länger zurückzahlt. Prüfen Sie deshalb, ob das Unternehmen die Rate auch in Monaten mit geringeren Einnahmen zahlen kann und danach genug Geld für laufende Ausgaben übrig bleibt.
Die Kreditart passend wählen
Ein Investitionskredit finanziert häufig größere Anschaffungen, etwa Maschinen oder IT. Dafür eignet sich eine Rechnung mit festem Kreditbetrag, vereinbarter Laufzeit und regelmäßiger Rückzahlung. Der Kreditbetrag sollte sich am tatsächlichen Finanzierungsbedarf orientieren. Eine Rate, die rechnerisch gerade noch ins Budget passt, reicht als Grundlage für die Kredithöhe nicht aus.
Ein Kontokorrent- oder Betriebsmittelkredit dient eher dazu, kurzfristige Schwankungen bei laufenden Ausgaben wie Material, Löhnen oder Miete zu überbrücken. Hier hängt der Zins davon ab, wie viel Geld das Unternehmen tatsächlich nutzt und wie lange es das Geld nutzt.
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Ein Rechner für feste Monatsraten bildet diese flexible Nutzung nicht automatisch ab. Bei einer Kreditlinie sollten Sie daher den voraussichtlichen Nutzungsbetrag und die Nutzungsdauer prüfen und die Zinsberechnung des Anbieters heranziehen.
Warum das Angebot abweichen kann
Der eingegebene Zinssatz ist eine Annahme. Ob ein Unternehmen diesen Zinssatz erhält, entscheidet der Kreditgeber nach einer Prüfung. Dabei zählen unter anderem die Bonität und die Eigenmittel. Der Kreditgeber berücksichtigt auch die Geschäftsentwicklung sowie den Cashflow, also die Ein- und Auszahlungen des Unternehmens. Mögliche Sicherheiten spielen ebenfalls eine Rolle. Auch Kreditsumme und Laufzeit beeinflussen die Konditionen.
Ein Rechner prüft diese Faktoren nicht automatisch. Selbst eine sorgfältige Beispielrechnung ist daher keine Kreditzusage und keine verlässliche Vorhersage des endgültigen Zinssatzes. Nutzen Sie den angebotenen Zinssatz, wenn ein konkretes Angebot vorliegt. Ohne Angebot sollten Sie mehrere Zinsszenarien vergleichen und nicht einfach mit dem günstigsten Zinssatz rechnen.
Einzelne Banken veröffentlichen Zinssätze oder Zinsspannen für bestimmte Produkte. Diese Werte lassen sich nicht ohne Weiteres auf alle Unternehmen übertragen, denn Kreditbetrag, Laufzeit, Voraussetzungen und Bonität unterscheiden sich. Die Bundesbank veröffentlicht Statistiken zu Zinsen für Unternehmenskredite. Solche Daten geben einen Überblick über bestimmte Kreditkategorien, sagen aber nicht voraus, welchen Zinssatz ein einzelner Betrieb erhält.

Förderkredite gesondert prüfen
Förderkredite, etwa Programme der KfW, haben eigene Bedingungen. Beim ERP-Förderkredit KMU (Produkte 365 und 366) können förderfähige kleine und mittlere Unternehmen bestimmte Investitionen und weitere vorgesehene betriebliche Zwecke finanzieren. Laut KfW sind Laufzeiten bis zu 20 Jahren möglich. Der individuelle Zinssatz hängt unter anderem vom Standort, der finanziellen Lage und den Sicherheiten ab.
Der Antrag läuft über einen Finanzierungspartner, zum Beispiel eine Bank. Bei Produktvariante 366 ist unter den genannten Voraussetzungen eine Risikoübernahme von 50 Prozent möglich; für diese Variante verlangt die KfW zwei Jahresabschlüsse. Solche Programmbedingungen beeinflussen, ob ein Unternehmen infrage kommt und wie die Rückzahlung aussieht. Für bestimmte Optionen sieht die KfW tilgungsfreie Anlaufjahre und anschließend vierteljährliche Raten vor. Eine tilgungsfreie Anlaufzeit bedeutet, dass in diesem Zeitraum zunächst keine Tilgung des Kreditbetrags erfolgt; Zinsen können trotzdem anfallen.
Ein allgemeiner Kreditrechner berücksichtigt Förderbedingungen und besondere Rückzahlungspläne nicht unbedingt. Die KfW weist darauf hin, dass ihr Rückzahlungsrechner nur eine Beispielrechnung liefert und kein verbindliches Angebot. Klären Sie deshalb vor der Kalkulation, ob der geplante Verwendungszweck und das Unternehmen die Förderbedingungen erfüllen.
Vor der Unterschrift vergleichen
Vergleichen Sie nur Angebote mit denselben Grundlagen: Kreditsumme, Laufzeit, Zinssatz und Rückzahlungsweise. Prüfen Sie außerdem, ob Gebühren oder weitere Kosten anfallen und wann der Kredit ausgezahlt wird. Klären Sie auch, welche Sicherheiten verlangt werden und ob Sondertilgungen oder eine vorzeitige Rückzahlung möglich sind. Entscheidend ist die vertraglich ausgewiesene Gesamtsumme, die zurückzuzahlen ist.
Prüfen Sie auch, ob der Betrieb die Rate mit seinen Einnahmen und Ausgaben bezahlen kann. Ein Unternehmen mit saisonalen Einnahmen muss anders planen als ein Betrieb mit gleichmäßigen monatlichen Umsätzen. Bei einer Kreditlinie zählt außerdem, wann und wie viel Geld das Unternehmen abruft und zurückzahlt. Lassen Sie sich die konkrete Berechnung und alle Konditionen vom Kreditgeber bestätigen, bevor Sie eine Finanzierung einplanen.


