Wenn Sie mit einer Kreditkarte bezahlen oder Ihr Girokonto überziehen, begrenzt das Kreditlimit den Betrag, den Sie nutzen können. In Deutschland gibt es dafür keinen einheitlichen Höchstbetrag. Wie hoch der Kreditkartenrahmen, der Dispokredit oder das Abhebungslimit ist, hängt vom Produkt und vom Vertrag ab.
Ein Kreditrahmen ist kein zusätzliches Einkommen. Achten Sie auf den Rückzahlungstermin und die Kosten. Bei Teilzahlungen und längerer Nutzung des Dispos fallen je nach Vertrag Zinsen an.
Kreditkartenrahmen, Dispo und Zahlungslimit
Im Alltag meint „Kreditlimit“ meist den Betrag, den Sie mit einer Kreditkarte auf Kredit nutzen können, oder den Dispokredit Ihres Girokontos. Unternehmen nutzen außerdem Kreditlinien, zum Beispiel einen Kontokorrentkredit. Als Privatperson sind für Sie vor allem Kreditkartenrahmen und Dispo wichtig.
| Limit | Was es begrenzt |
|---|---|
| Kreditkartenrahmen | Den Betrag, den Sie über die Karte auf Kredit nutzen können |
| Dispokredit | Den vereinbarten Betrag, um den Sie Ihr Girokonto überziehen dürfen |
| Karten- oder Überweisungslimit | Die Höhe einer Zahlung, Abhebung oder Überweisung |
Das Kartenlimit ist nicht automatisch das tägliche Bargeldlimit. Banken können eigene Grenzen für Abhebungen und bargeldlose Zahlungen festlegen. Kreditkartenrahmen und Dispo sind getrennt. Wenn die Kartenabrechnung später vom Girokonto abgebucht wird, muss dort genug Geld verfügbar sein.
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Wie hoch sind Kreditkartenlimit und Dispo?
In Deutschland gibt es keinen festgelegten Kreditkartenrahmen und keinen verlässlichen Durchschnittswert für Kartenlimits. Auch den Dispo vereinbaren Sie mit Ihrer Bank. Die Bedingungen stehen im Vertrag oder in den Produktinformationen.
Jede Bank entscheidet selbst, wie sie den Kreditrahmen festlegt und eine Erhöhung prüft. Fragen Sie Ihre Bank, welche Bedingungen für Ihren Vertrag gelten. Wenn die Bank das Kartenlimit für Abhebungen oder Zahlungen ändert, erhöht sie damit nicht automatisch Ihren Kreditrahmen.
Bei Verbraucherdarlehen muss der Kreditgeber grundsätzlich die Kreditwürdigkeit prüfen. Welche gesetzlichen Vorgaben im Einzelfall gelten, hängt auch von der Vertragsart ab. Daraus folgt kein Anspruch auf einen bestimmten Kreditrahmen.
Kreditkartenrahmen und Rückzahlung
Bei einer Kreditkarte mit Abrechnungszeitraum sammelt der Anbieter Ihre Umsätze und rechnet sie später ab. Bei einer sogenannten Charge-Karte zieht er den offenen Betrag üblicherweise zum Zahlungstermin vollständig ein. Laut BaFin fallen für diesen Zeitraum keine Sollzinsen an.
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Bei Karten mit Teilzahlungsfunktion zahlen Sie einen Teil des offenen Betrags später zurück. Auf den Betrag, den Sie noch nicht zurückgezahlt haben, können Zinsen anfallen. Dann dauert die Rückzahlung länger und die Gesamtkosten steigen. Prüfen Sie vor der Nutzung, ob der Anbieter den ganzen Betrag automatisch abbucht oder eine Teilzahlung voreingestellt hat. Achten Sie auch auf Gebühren für die Karte oder für Bargeldabhebungen.
Für Juni 2026 gab die Bundesbank für echte Kreditkartenkredite privater Haushalte einen Effektivzinssatz von 17,17 Prozent pro Jahr an. Der Wert bezieht sich auf Kredite, bei denen Kartenumsätze nicht zum üblichen Abrechnungstermin vollständig zurückgezahlt werden, und ist weder ein typischer Zinssatz für jede Kreditkarte noch ein Angebot für einzelne Verbraucher. Für Kartenforderungen, die nur bis zum Zahlungstermin gestundet werden, führt die Bundesbank eine eigene Kategorie.
Dispo und geduldete Überziehung
Sie vereinbaren den Dispokredit vorab mit Ihrer Bank. Damit dürfen Sie Ihr Girokonto bis zu einem festgelegten Betrag überziehen. Zinsen und weitere Kosten stehen im Vertrag. Der Dispo eignet sich vor allem für kurzfristige Engpässe. Wenn Sie ihn dauerhaft nutzen, kann das teuer werden.
Ihr Konto ist geduldet überzogen, wenn Sie den vereinbarten Dispo überschreiten und die Bank das vorübergehend zulässt. Die Bank kann die Zahlung auch ablehnen und zusätzliche Kosten berechnen. Verlassen Sie sich deshalb nicht darauf, dass sie eine Überschreitung des Dispos zulässt.
Das Bürgerliche Gesetzbuch schreibt ein Beratungsangebot vor, wenn Sie Ihren Dispo sechs Monate ohne Unterbrechung nutzen und Ihr durchschnittlicher Kontostand in diesem Zeitraum mehr als 75 Prozent des vereinbarten Höchstbetrags im Minus liegt. Der Darlehensgeber muss Sie dann beraten. Dabei geht es unter anderem um günstigere Alternativen und die Folgen weiterer Überziehungen. Sie müssen eine vorgeschlagene Alternative nicht annehmen.

Kosten und Rückzahlung vorab prüfen
Achten Sie neben der Höhe des Limits darauf, wie viel Sie zurückzahlen müssen und wann die Zahlung fällig ist. Bei einer Karte zählen der Zinssatz für Teilzahlungen und mögliche Gebühren. Beim Dispo kommt es darauf an, wie lange Sie voraussichtlich im Minus bleiben und welche Zinsen Ihre Bank verlangt.
Ein höherer Rahmen verschafft Ihnen mehr Spielraum. Ihr Einkommen bleibt davon unverändert. Überlegen Sie deshalb vor der Nutzung, aus welchem Einkommen Sie den Betrag zurückzahlen. Wird die Kartenabrechnung am Monatsende vollständig abgebucht, muss genug Geld auf dem Girokonto sein. Wenn Sie Ihren Dispo regelmäßig fast vollständig ausschöpfen, löst ein höheres Limit das Rückzahlungsproblem nicht.
Wenn der Rahmen nicht reicht
Wenn Sie einen höheren Kartenrahmen oder Dispo möchten, fragen Sie den Anbieter, wie Sie ihn beantragen können und welche Bedingungen gelten. Der Anbieter muss einer Erhöhung nicht zustimmen. Prüfen Sie auch, ob der zusätzliche Betrag in Ihr Monatsbudget passt und ob Sie ihn planmäßig zurückzahlen können.
Wenn Ihr Einkommen zusammen mit bestehenden Krediten nicht für die laufenden Ausgaben reicht, löst ein neuer Kredit das Problem nicht automatisch. Eine Umschuldung kann sinnvoll sein, wenn Sie die Gesamtkosten tragen und die Raten zurückzahlen können. Vergleichen Sie die Kosten der konkreten Verträge. Bei Zahlungsproblemen beraten anerkannte Schuldnerberatungsstellen kostenfrei. Sie helfen Ihnen auch, Ihre Ausgaben zu ordnen und Alternativen zu weiteren Schulden zu prüfen.


