Prüfen Sie vor der Zahlung, wie Ihre Kreditkarte abgerechnet wird: Bei monatlicher Vollzahlung wird der offene Betrag am Fälligkeitstag eingezogen. Bei Teilzahlung bleibt nach der Mindestrate ein Restbetrag offen, auf den Zinsen anfallen.
„Kreditkarte ausgleichen“ heißt, einen offenen Betrag zu bezahlen. Geld auf die Karte einzuzahlen, obwohl nichts offen ist, ist etwas anderes. Nicht jeder Anbieter erlaubt das.
Charge Card, Teilzahlung oder Debitkarte?
Bei einer Charge Card sammelt der Kartenanbieter Ihre Umsätze und bucht die Rechnung in der Regel monatlich vollständig von dem Girokonto ab, das Sie für die Karte hinterlegt haben. Wenn das Konto am Fälligkeitstag gedeckt ist und die Karte ein zinsfreies Zahlungsziel vorsieht, fallen auf reguläre Kartenumsätze bis dahin keine Sollzinsen an. Sonderleistungen und Gebühren können trotzdem Kosten verursachen.
Bei einer Kreditkarte mit Teilzahlungsfunktion, auch Revolving-Karte genannt, zahlen Sie zunächst nur einen Teil der Rechnung; der übrige Saldo bleibt als Kredit bestehen und wird verzinst. Die Mindestrate kann als fester Betrag oder als Prozentsatz des offenen Saldos festgelegt sein. Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Karte auf Vollzahlung oder Teilzahlung eingestellt ist.
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Eine Debitkarte funktioniert anders: Der Betrag wird direkt oder zeitnah vom Girokonto abgebucht. Eine monatliche Kreditkartenrechnung, die Sie später ausgleichen, entsteht dabei gewöhnlich nicht.

Kreditkartensaldo ausgleichen
Öffnen Sie die aktuelle Abrechnung oder das Onlinebanking des Kartenherausgebers. Dort stehen der fällige Betrag, der Termin und die verfügbaren Zahlungswege. Der angezeigte Kreditrahmen und die Liste der jüngsten Umsätze zeigen nicht, welcher Betrag fällig ist.
So gehen Sie vor:
- Prüfen Sie, ob Vollzahlung eingestellt ist und ein Lastschriftmandat besteht.
- Übernehmen Sie den fälligen Betrag und den Zahlungstermin aus der Abrechnung.
- Nutzen Sie den in der Abrechnung genannten Zahlungsweg. Bei einer Überweisung entnehmen Sie IBAN und Verwendungszweck ausschließlich der Abrechnung, der App oder dem Onlinebanking des Herausgebers.
- Planen Sie für eine Überweisung mehrere Werktage ein. Die Bearbeitungszeit hängt vom Anbieter ab.
- Kontrollieren Sie anschließend, ob die Zahlung auf dem Kartenkonto verbucht wurde und der offene Saldo gesunken ist.
Manche Anbieter ziehen den Betrag per Lastschrift ein, wenn ein Mandat vorliegt. Andere sehen eine manuelle Überweisung vor. Eine zusätzliche Überweisung vor dem Einzug wirkt sich je nach Karte unterschiedlich aus. Fragen Sie beim Kartenanbieter nach, ob die vorgemerkte Lastschrift trotzdem ausgeführt wird.
Was Teilzahlung kostet
Eine niedrige Mindestrate hält die monatliche Zahlung klein, verlängert aber die Rückzahlung. Weil die Rate bei einer prozentualen Berechnung mit dem Saldo sinkt, tilgen Sie mit der Zeit häufig weniger pro Monat. Währenddessen fallen weiter Zinsen an.
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Eine Modellrechnung der BaFin zeigt, dass eine niedrige Mindestrate, die sich nach dem offenen Betrag richtet, die Rückzahlung verlängern und die Zinskosten erhöhen kann. Im Vergleich dazu kann eine höhere feste Monatsrate die Rückzahlung beschleunigen und die Zinskosten senken. Die konkreten Werte hängen von den Annahmen ab und sagen nicht voraus, was eine bestimmte Karte kostet.
Prüfen Sie in Ihrem Vertrag den Sollzins und den effektiven Jahreszins. Achten Sie auch auf die Mindestrate und darauf, ob zusätzliche Rückzahlungen möglich sind. Mit einer höheren Zahlung sinkt der offene Betrag schneller, wenn der Anbieter sie erlaubt und richtig verbucht. Daraus ergibt sich kein Zinssatz, der für alle Kreditkarten gilt.
Überweisung auf die Kreditkarte oder Guthaben?
Eine Überweisung zur Rückzahlung eines offenen Betrags gleicht die Rechnung aus; eine Einzahlung auf ein Guthabenkonto schafft Guthaben. Einige Anbieter erlauben, Geld auf das Kartenkonto zu überweisen, um einen offenen Betrag zu verringern. Sie erlauben aber nicht, dauerhaft Geld als Guthaben auf der Karte zu lassen. Andere Anbieter nehmen keine Überweisung auf die Karte an; welche Regeln gelten, hängt von den Bedingungen Ihrer Karte ab.
Auch eine Überweisung von der Kreditkarte auf das Girokonto ist ein anderer Vorgang als der Ausgleich der Rechnung. Dabei nutzen Sie den Kreditrahmen, statt einen offenen Saldo zurückzuzahlen. Für solche Überweisungen können Zinsen ab dem Buchungstag anfallen. Bargeldabhebungen und besondere Finanzierungsangebote können ebenfalls abweichende Kostenregeln haben.

Wenn die Rückzahlung schwerfällt
Falls Sie den offenen Betrag nicht rechtzeitig zahlen können, prüfen Sie sofort die Abrechnung und wenden Sie sich an den Kartenherausgeber. Klären Sie, welche Zahlung jetzt fällig ist, welche Zinsen gelten und ob zusätzliche Rückzahlungen möglich sind. Vermeiden Sie es, den Kreditkartensaldo ohne Kostenvergleich durch einen weiteren Kredit zu ersetzen: Ein neuer Kredit löst das Problem nur, wenn Rate, Laufzeit und Gesamtkosten tragbar sind.
Bei anhaltenden Zahlungsschwierigkeiten hilft eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung dabei, Einnahmen, Ausgaben und offene Forderungen zu ordnen. Sie kann auch prüfen, welche Schritte ohne neue Verschuldung möglich sind.


