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Kreditbetrug erkennen

Taschenrechner und Holzscheiben als Symbol für Kreditkosten.
KI-generiertes Symbolbild

Wenn Sie einen Kredit suchen, kann ein betrügerisches Angebot Sie Geld oder persönliche Daten kosten. „Kreditbetrug“ bezeichnet im Alltag gefälschte Kreditangebote, Darlehen unter fremdem Namen und die Täuschung eines Kreditgebers. Rechtlich erfüllen diese Fälle nicht automatisch denselben Straftatbestand.

Verdächtig ist die Forderung, vor der Auszahlung angebliche Gebühren, Steuern oder Versicherungen zu überweisen. Prüfen Sie den Anbieter unabhängig und zahlen Sie nichts, um einen versprochenen Kredit freizuschalten.

Was Kreditbetrug bedeutet

Bei einem gefälschten Kreditangebot betrügen die Täter die Person, die einen Kredit sucht. Betrüger versprechen zum Beispiel schnelle Auszahlung oder einen Kredit ohne SCHUFA-Prüfung und verlangen vorab Geld. Der Kredit wird anschließend nicht ausgezahlt.

Bei einem Darlehen unter fremdem Namen täuschen die Täter zunächst den Kreditgeber. Wird dabei Ihre Identität verwendet, können Sie trotzdem mit unbekannten Forderungen oder Einträgen konfrontiert werden. Täuschen Kreditnehmer einen Kreditgeber mit falschen Angaben, liegt ein anderer Sachverhalt vor; welche Straftat vorliegt, hängt von den Umständen ab.

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Der Straftatbestand Kreditbetrug nach § 265b des Strafgesetzbuchs betrifft bestimmte Täuschungen bei Krediten für einen Betrieb oder ein Unternehmen, auch für ein nur vorgetäuschtes Unternehmen. Dazu zählen unter anderem falsche oder unvollständige Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen und das Verschweigen einer wichtigen Verschlechterung. Das Gesetz sieht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor. Daraus folgt nicht, dass jedes betrügerische Privatkreditangebot rechtlich als Kreditbetrug nach § 265b gilt.

Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
KI-generiertes Symbolbild

So laufen gefälschte Angebote ab

Betrüger werben über soziale Medien, Messenger oder Webseiten mit günstigen und leicht verfügbaren Krediten. Danach geben sie sich als Bank oder Kreditvermittlung aus und behaupten, der Kredit sei bereits bewilligt. Vor der Auszahlung verlangen sie Geld, etwa für eine Bearbeitungsgebühr, eine Versicherung oder eine Steuer. Nach der Überweisung wird der Kredit nicht ausgezahlt, und manchmal verlangen die Betrüger weiteres Geld.

Ein Firmenname, ein Banklogo oder professionell gestaltete Unterlagen belegen nicht, dass tatsächlich ein Kreditinstitut dahintersteht. Kriminelle können echte Anbieter nachahmen oder gefälschte Profile und Dokumente verwenden. Rufen Sie deshalb nicht einfach die Telefonnummer an, die in einer Nachricht steht. Suchen Sie die offiziellen Kontaktdaten des Anbieters selbst heraus und fragen Sie dort nach, ob das Angebot echt ist.

Warnsignale bei Kreditangeboten

Versprechen wie „Kredit trotz schlechter Bonität“ oder „garantierte Zusage“ verdienen besondere Vorsicht. Ein Kreditvermittler entscheidet nicht selbst über die Vergabe; das tut der Kreditgeber nach seiner Prüfung. Angebote ohne nachvollziehbare Bonitätsprüfung können irreführend sein. Statt eines Kredits können außerdem kostenpflichtige Karten, Abonnements oder andere Verträge angeboten werden.

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Achten Sie besonders auf folgende Punkte:

  • Sie sollen vor der Auszahlung Geld für Gebühren, Steuern oder eine Versicherung überweisen.
  • Der Anbieter setzt Sie unter Zeitdruck oder nutzt ausschließlich soziale Medien und Messenger zur Kommunikation.
  • Ein offizieller Name oder ein Banklogo soll Vertrauen schaffen, obwohl Sie nicht unabhängig prüfen können, ob der Anbieter tatsächlich zum genannten Institut gehört.
  • Sie sollen persönliche Daten oder Ausweiskopien über unsichere Kanäle schicken.

Nicht jede Gebühr für eine Kreditvermittlung ist automatisch betrügerisch. Laut Verbraucherzentrale wird die Vermittlungsgebühr grundsätzlich erst fällig, wenn der Kredit bewilligt und ausgezahlt wurde und die Gebühr schriftlich im Kreditvertrag vereinbart ist. Für bestimmte nachweisbare Ausgaben gelten eng begrenzte Ausnahmen. Eine Zahlung, die angeblich nötig ist, um einen noch nicht ausgezahlten Kredit freizugeben, ist davon zu unterscheiden.

Was die Betrugszahlen zeigen

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts verzeichnete 2024 743.472 Betrugsfälle im Inland, 1,5 Prozent weniger als 2023. Bei 55,3 Prozent der Betrugsfälle spielte das Internet eine Rolle; 2023 waren es 58,1 Prozent. Die Zahlen erfassen Betrugsfälle aller Art; gefälschte Kreditangebote werden darin nicht gesondert ausgewiesen.

Das Bundeskriminalamt zählt zusätzlich 513.518 Betrugsfälle in einer eigenen Statistik. Sie umfasst Taten aus dem Ausland, die in Deutschland erfolgreich waren. Auch diese Zahl zeigt nicht, wie viele Fälle davon Kreditbetrug waren. Das Bundeskriminalamt schätzt, dass nur rund 20 Prozent aller Betrugsdelikte angezeigt werden. Diese Schätzung bezieht sich ebenfalls auf Betrug insgesamt.

Aus diesen Angaben lässt sich nicht ablesen, wie viele gefälschte Kreditangebote oder Kredite unter gestohlener Identität es bundesweit gab. Auch Länderstatistiken können irreführen, wenn sie mehrere Delikte zusammenfassen. In Niedersachsen waren 2024 von 789 Fällen in der Sammelkategorie „Geldkreditbetrug“ nur fünf Fälle Kreditbetrug im geschäftlichen Verkehr. Zu den übrigen Fällen zählten unter anderem Subventionsbetrug und Krediterlangungsbetrug.

Hände mit Vertragsunterlagen und Stift am Tisch.
KI-generiertes Symbolbild

Wenn Sie betroffen sind

Überweisen Sie kein weiteres Geld und beenden Sie den Kontakt. Sichern Sie Nachrichten, E-Mails, Verträge, Zahlungsbelege und Telefonnummern, bevor Sie Konten oder Nachrichtenverläufe löschen. Haben Sie bereits überwiesen, kontaktieren Sie Ihre Bank sofort. Sie kann prüfen, ob sich die Zahlung noch stoppen lässt; eine Rückholung ist jedoch nicht sicher.

Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und melden Sie das betrügerische Profil oder Angebot der jeweiligen Plattform. Haben Sie Ausweisdaten weitergegeben, sagen Sie der Polizei, dass Ihre Identität möglicherweise missbraucht wird. Achten Sie anschließend auf unbekannte Kontobewegungen, Rechnungen oder Mahnungen und reagieren Sie zügig auf Forderungen, die Sie nicht zuordnen können.

Bei Streit über einen Vermittlungsvertrag oder verlangte Gebühren kann Ihnen die Verbraucherzentrale helfen, die nächsten Schritte zu klären. Wenn Sie wegen finanzieller Schwierigkeiten einen Kredit suchen, holen Sie sich außerdem Unterstützung bei einer anerkannten Schuldnerberatungsstelle. Eine kostenfreie Beratung kann helfen, Einnahmen, Ausgaben und bestehende Schulden zu ordnen, bevor Sie neue Verbindlichkeiten eingehen.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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