Wer in Deutschland einen „Kredit von der Stadt“ sucht, kann ein Darlehen der Stadt an Privatpersonen oder einen Kredit meinen, den die Stadt selbst aufnimmt. Bei einem Bürgerkredit verleihen Einwohner Geld an eine Kommune oder ein kommunales Unternehmen.
Ein bundesweit verfügbares Darlehen, das Städte allgemein an Privatpersonen vergeben, ist nicht bekannt. Öffentliche Kreditprogramme dienen überwiegend dazu, kommunale Aufgaben zu finanzieren. Örtliche Hilfen für Einwohner hängen von der Stadt, dem Bundesland und dem Verwendungszweck ab.
Wenn du selbst Geld brauchst
Prüfe zuerst, ob du einen normalen Privatkredit suchst oder Unterstützung für einen bestimmten Bedarf. Kommunale Hilfen können an einen konkreten Zweck und örtliche Voraussetzungen gebunden sein. Frage bei deiner Stadt oder Gemeinde nach, welche Stelle für Wohnungs-, Sozial- oder Notfallhilfen zuständig ist. Das bedeutet nicht, dass es bundesweit einen Anspruch auf einen solchen kommunalen Kredit gibt.
Geht es um eine allgemeine Finanzierung, etwa für ein Auto oder eine Umschuldung, sind Banken und Kreditvermittler die üblichen Anlaufstellen. Vergleiche dabei den effektiven Jahreszins, die Gesamtkosten und die Monatsrate. Die Rate sollte auch dann ins Haushaltsbudget passen, wenn unerwartete Ausgaben anfallen. Bei Zahlungsproblemen ist eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung eine sinnvolle Anlaufstelle. Ein weiterer Kredit beseitigt die Ursache finanzieller Schwierigkeiten nicht automatisch.
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Wenn die Stadt einen Kredit aufnimmt
Kommunen leihen Geld, um öffentliche Aufgaben und Infrastruktur zu finanzieren. KfW-Programme stehen öffentlichen Kreditnehmern offen, die die Voraussetzungen erfüllen. Einzelne Einwohner können sie nicht beantragen. Der KfW-Investitionskredit Kommunen finanziert zum Beispiel Schulen und Kitas. Dazu kommen Verkehrsanlagen sowie Wasser- und Abwassereinrichtungen.
Ein weiteres KfW-Programm, „Kommunen – Kredit“, fördert klimafreundliche Sanierungen. Die dort genannten Kreditgrenzen beziehen sich auf Kommunen und andere öffentliche Antragsteller: Für Städte und Gemeinden gelten höchstens 1.300 Euro je Einwohner, für bestimmte andere Antragstellergruppen höchstens 400 Euro je Einwohner. Einwohner können diese Beträge nicht persönlich als Kredit beantragen.
Auch die Bundesländer haben eigene Angebote. Das Kommunaldarlehen der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz richtet sich beispielsweise an öffentliche Stellen in Rheinland-Pfalz. Es kann kommunale Investitionen finanzieren. Auch Umschuldungen und der kommunale Liquiditätsbedarf zählen zu den möglichen Zwecken; die Bank nennt Laufzeiten oder Zinsbindungen von bis zu 30 Jahren. Die Bedingungen gelten für dieses regionale Angebot, nicht automatisch für andere Länder.
Welche Kredite eine Kommune aufnehmen darf, hängt auch von den jeweiligen Landesregeln und dem kommunalen Haushalt ab. Eine bayerische Verwaltungsvorschrift beschreibt zum Beispiel, wie die Verwaltung Investitionskredite prüft und beurteilt, ob die Kommune ihre Zins- und Tilgungszahlungen tragen kann. Diese Vorschrift gilt nicht automatisch als einheitliche Rechtsregel für alle Bundesländer.
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Wenn Einwohner die Stadt finanzieren
Bei einem Bürgerkredit leiht ein Einwohner Geld an eine Kommune oder ein kommunales Unternehmen. Das Geld fließt also von der Privatperson zur Stadt. Ein örtliches Projekt kann dadurch für Einwohner sichtbarer werden; die lokale Bindung sagt allerdings nichts darüber aus, ob der Kredit günstig oder sicher ist.
Prüfe vor einer Beteiligung die vertraglichen Bedingungen: Wer ist dein Schuldner? Welche Zinsen und Gebühren fallen an? Wann wird das Geld zurückgezahlt? Welche Rolle übernimmt ein vermittelndes Unternehmen, und welche Anlegerschutzregeln gelten? Eine attraktive Verzinsung oder ein vertrautes Stadtprojekt ersetzt diese Prüfung nicht.
Der Fall Quickborn zeigt, warum auch die rechtliche Gestaltung zählt. Die schleswig-holsteinische Stadt versuchte 2009, direkt bei Privatpersonen Geld aufzunehmen. Nach einer Darstellung zur kommunalen Finanzierung stuften die zuständigen Stellen das Modell als erlaubnispflichtiges Bankgeschäft ein. Später nutzte Quickborn eine Lösung über eine Bank. Dieser historische Fall belegt weder, dass jedes heutige Bürgerkreditmodell unzulässig ist, noch dass bestimmte Angebote derzeit verfügbar sind. Die aktuelle Verfügbarkeit solcher Beteiligungen ist unklar.
Was kommunale Schuldenstatistiken zeigen
Berlin, Bremen und Hamburg waren in diesem kommunalen Vergleich nicht enthalten, weil die Statistik ihre Schulden auf Ebene der Bundesländer erfasst.
Die integrierte Schuldenzahl umfasst auch Schulden öffentlicher Beteiligungen. Sie erfasst deshalb mehr als eine Statistik, die nur den Haushalt der Kommune und ihre gesondert geführten öffentlichen Haushalte betrachtet. Der Pro-Kopf-Wert ist keine persönliche Schuld der Einwohner. Außerdem weist das Statistische Bundesamt darauf hin, dass die integrierte Berechnung nicht zeigt, für welche Schulden eine einzelne Kommune tatsächlich haftet.


