Der Begriff Kreditübersicht kann drei Dinge meinen: eine Liste Ihrer Schulden, eine Auskunft über die bei der SCHUFA gespeicherten Daten oder einen Bonitätsnachweis für Dritte. Diese Dokumente erfüllen unterschiedliche Zwecke: Die SCHUFA-Datenkopie zeigt, welche Daten die SCHUFA über Sie gespeichert hat. Sie führt jedoch nicht zuverlässig alle offenen Kredite und aktuellen Restbeträge auf.
Für den eigenen Überblick brauchen Sie zusätzlich aktuelle Unterlagen Ihrer Kreditgeber. Wenn Sie diese Unterlagen mit Ihren Einnahmen und Ausgaben vergleichen, sehen Sie, welche Kreditraten in Ihr Haushaltsbudget passen.
Was die SCHUFA-Auskunft zeigt
Die kostenlose Datenkopie gibt Auskunft über die Informationen, die die SCHUFA zu Ihrer Person gespeichert hat. Dazu können etwa Angaben zu Krediten und Kreditkarten gehören. Auch Leasing, Ratenkäufe sowie Zahlungsschwierigkeiten können aufgeführt sein. Sie sehen außerdem, woher die Daten stammen und wer in den vergangenen zwölf Monaten Informationen erhalten hat.
Die Auskunft ist auf die SCHUFA beschränkt. Andere Auskunfteien, also Unternehmen, die Bonitätsdaten sammeln, können eigene Daten über Sie führen. Nicht jeder Kreditgeber meldet seine Informationen an die SCHUFA. Ein gespeicherter Kredit sagt auch nicht automatisch aus, wie hoch der aktuelle Restbetrag und die Monatsrate sind, welcher Zinssatz gilt und wann die Laufzeit endet. Fragen Sie solche Angaben beim jeweiligen Kreditgeber ab.
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Eigene Kredite vollständig erfassen
Damit Ihre Übersicht vollständig ist, prüfen Sie die Kontoauszüge und aktuellen Kreditunterlagen aller Anbieter. Tragen Sie für jeden Kredit den offenen Betrag, die monatliche Rate, den Zinssatz und das voraussichtliche Laufzeitende ein. Berücksichtigen Sie auch Überziehungen Ihres Kontos, die der Anbieter duldet oder mit Ihnen vereinbart hat. Nehmen Sie außerdem offene Beträge auf Kreditkarten und aus Ratenkäufen in die Übersicht auf. Erfassen Sie auch Kredite, für die Sie mitunterschrieben oder gebürgt haben.
Vergleichen Sie die Summe der Raten anschließend mit Ihrem Haushaltsbudget. Beziehen Sie neben Ihren regelmäßigen Einnahmen auch feste Ausgaben wie Miete, Energie, Versicherungen und Unterhalt in Ihr Haushaltsbudget ein. Die SCHUFA kennt nach eigenen Angaben weder Ihr Einkommen noch Ihr Vermögen. Ihre Datenkopie kann daher nicht zeigen, ob Sie sich eine weitere Rate leisten können.
Kostenlose Datenkopie anfordern
Nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung haben Sie das Recht, eine Kopie der personenbezogenen Daten anzufordern, die eine Stelle über Sie verarbeitet. Die erste Kopie ist grundsätzlich kostenlos. Bei offensichtlich unbegründeten oder übermäßig häufigen Anfragen kann die Stelle unter bestimmten Voraussetzungen ein angemessenes Entgelt verlangen oder die Anfrage ablehnen. Eine feste jährliche Höchstzahl nennt die Verordnung nicht.
Beantragen Sie die Datenkopie direkt bei der SCHUFA und prüfen Sie den Produktnamen, bevor Sie Ihre Angaben übermitteln. Kostenpflichtige Bonitätsangebote und Vermittlungsdienste sind nicht dasselbe wie die kostenlose Auskunft über die eigenen Daten. Nach Angaben der SCHUFA kommt die Datenkopie gewöhnlich per Post. Die Bearbeitung dauert etwa sieben Tage. Nach der Datenschutz-Grundverordnung muss eine Antwort grundsätzlich innerhalb eines Monats erfolgen.
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Datenkopie oder Bonitätsnachweis?
Die Datenkopie ist für Sie selbst gedacht und enthält ausführlichere Informationen. Wenn ein Vermieter oder ein anderer Dritter einen Bonitätsnachweis verlangt, prüfen Sie, welches Dokument tatsächlich benötigt wird. Eine dafür vorgesehene Bonitätsauskunft enthält weniger persönliche Details als die vollständige Datenkopie.
Geben Sie nicht vorsorglich die ausführliche Datenkopie weiter. Sie kann Informationen enthalten, die der Empfänger für seine Entscheidung nicht benötigt. Fragen Sie bei Unklarheiten nach, welche Art von Nachweis akzeptiert wird.

Fehlerhafte Einträge berichtigen
Finden Sie einen falschen oder unvollständigen Eintrag, notieren Sie genau, was daran nicht stimmt oder fehlt. Wenden Sie sich an die Auskunftei und, wenn ein Unternehmen die Daten gemeldet hat, auch an dieses Unternehmen. Fügen Sie passende Belege bei, etwa eine Zahlungsbestätigung oder ein Schreiben des Kreditgebers. Prüfen Sie anschließend erneut, ob die Angaben berichtigt wurden.
Auch andere Auskunfteien können eigene Daten über Sie gespeichert haben. Eine Korrektur bei der SCHUFA berichtigt daher nicht automatisch einen Eintrag an anderer Stelle. Der SCHUFA-Score ist eine Einschätzung der SCHUFA auf Grundlage der dort gespeicherten Daten. Er zeigt nicht Ihre gesamte finanzielle Lage. Kreditgeber berücksichtigen bei ihrer Entscheidung weitere Informationen und entscheiden selbst über einen Kreditantrag.
Wenn die Raten nicht mehr passen
Wenn Sie laufende Raten nur noch schwer bezahlen, erstellen Sie zuerst eine vollständige Liste der Forderungen und monatlichen Belastungen. Sprechen Sie frühzeitig mit den Kreditgebern und fragen Sie, welche Möglichkeiten es gibt. Ein neuer Kredit löst das Problem nicht automatisch und kann die Gesamtbelastung erhöhen.
Anerkannte Schuldnerberatungsstellen beraten kostenlos. Sie helfen dabei, die finanzielle Lage zu ordnen und nächste Schritte zu prüfen, bevor neue Schulden entstehen.


