Klarheit vor dem Kredit.So arbeiten wir
Kredite vergleichen

Kredit für Studiengebühren in Deutschland

Hände mit Vertragsunterlagen und Stift am Tisch.
KI-generiertes Symbolbild

Wenn du in Deutschland Studiengebühren finanzieren musst, prüfe zuerst den Gebührenbescheid deiner Hochschule. An staatlichen Hochschulen gibt es für ein reguläres Erststudium grundsätzlich keine allgemeinen Studiengebühren. Gebühren fallen jedoch etwa für internationale Studierende in Baden-Württemberg, bei Zweit- oder Langzeitstudium und an privaten Hochschulen an.

Der KfW-Studienkredit deckt vor allem den Lebensunterhalt. Einen bundesweit einheitlichen Sonderkredit für Studiengebühren gibt es nicht. Welche Finanzierung passt, hängt von der konkreten Gebühr und davon ab, welche Rückzahlung dein Haushalt tragen kann.

Welche Studiengebühren anfallen

Eine Studiengebühr ist eine Zahlung für das Studium selbst. Davon zu unterscheiden ist der Semesterbeitrag: Er wird regelmäßig erhoben und kann zum Beispiel Beiträge für das Studierendenwerk, die Studierendenvertretung oder ein Semesterticket enthalten. Auch Verwaltungs- oder Einschreibegebühren können hinzukommen. Diese Zahlungen sind nicht automatisch Studiengebühren.

Einzelne Bundesländer hatten allgemeine Studiengebühren eingeführt. Zum Wintersemester 2014/15 wurden sie wieder abgeschafft. Davon unabhängig gelten Sonderregeln und Gebühren einzelner Hochschulen weiter. Deshalb zählt die Gebührenordnung der konkreten Hochschule mehr als eine allgemeine Aussage über das Bundesland.

Anzeige Kreditangebote bei smava vergleichen

In Baden-Württemberg zahlen bestimmte internationale Studierende, die zum Studium aus einem Staat außerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums einreisen, seit dem Wintersemester 2017/18 eine Studiengebühr pro Semester. Für ein Zweitstudium nennt das Land 650 Euro pro Semester. Die Hochschule entscheidet nach den geltenden Regeln, ob du von der Gebühr befreit wirst oder eine Ausnahme gilt.

Auch Langzeitstudiengebühren gibt es in einigen Ländern. Das Deutsche Studierendenwerk nennt Sachsen und Thüringen als Beispiele mit Gebühren von 500 Euro pro Semester. Die Übersicht zu den Länderregelungen stammt allerdings aus Juli 2023 und ist keine vollständige aktuelle Gebührenliste. Wer wegen einer Überschreitung der Regelstudienzeit zahlen soll, sollte die aktuelle Regelung beim Land und bei der Hochschule prüfen.

An privaten Hochschulen und bei besonderen Studienangeboten unterscheiden sich die Kosten je nach Anbieter und Studiengang. Kläre deshalb vor dem Kreditantrag, welche Beträge wann fällig werden und ob die Hochschule Ratenzahlung oder andere Zahlungswege anbietet.

Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
KI-generiertes Symbolbild

Welche Kredite infrage kommen

Der KfW-Studienkredit (Programm 174) soll laut KfW die Lebenshaltungskosten während des Studiums finanzieren. Er zahlt monatlich zwischen 100 und 650 Euro. Für ein Erst- oder Zweitstudium sind bis zu 14 Semester Förderung möglich, für ein postgraduales Studium oder eine Promotion bis zu sechs Semester. Auch dein Alter bei Studienbeginn bestimmt, wie lange du Förderung erhalten kannst. Du kannst die Förderung grundsätzlich im Alter von 18 bis 44 Jahren beginnen; die Hochschule muss in Deutschland liegen und staatlich oder staatlich anerkannt sein.

Anzeige Kreditangebote bei smava vergleichen

Für neu abgeschlossene KfW-Studienkreditverträge ab dem 1. Oktober 2026 nennt die KfW einen effektiven Jahreszins von 6,38 Prozent. Der Zinssatz ist variabel und wird jeweils zum 1. April und 1. Oktober angepasst. Bestehende Verträge können andere Konditionen haben. Die KfW beschreibt den Kredit als Hilfe für den Lebensunterhalt. Wer Studiengebühren bezahlen muss, sollte daher im konkreten Vertrag prüfen, ob und wie sich das Geld dafür verwenden lässt.

Der KfW-Bildungskredit (Programm 173) richtet sich unter anderem an Studierende in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase. Je nach gewählter Monatsrate zahlt er 100, 200 oder 300 Euro, höchstens zwei Jahre lang und insgesamt maximal 7.200 Euro. Für bestimmte einmalige Kosten kannst du eine Vorauszahlung von bis zu 3.600 Euro beantragen; sie wird auf die Höchstsumme angerechnet. Dafür musst du bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Der Kredit eignet sich nicht für jedes Studium. Der von der KfW angegebene effektive Jahreszins beträgt 4,09 Prozent und ist variabel. Vor dem Antrag sollte der aktuelle Satz geprüft werden.

Daneben bieten einzelne Banken und Sparkassen regionale Studienkredite an. Auch private Kredite und Bildungsfonds kommen infrage; manche Angebote sind speziell auf Studiengebühren zugeschnitten. Eine vollständige aktuelle Übersicht über alle Anbieter und Konditionen liegt nicht vor. Vergleiche deshalb konkrete Verträge und prüfe, ob die Auszahlung direkt an die Hochschule geht oder an dich.

Rückzahlung und Zinsrisiko

Ein Kredit schließt eine Finanzierungslücke, erhöht aber die Schulden, die später zurückgezahlt werden müssen. Beim KfW-Studienkredit verändert der variable Zinssatz die Kosten über die Zeit. Mit der Rate zu Vertragsbeginn lässt sich die Gesamtrückzahlung über mehrere Jahre nicht zuverlässig berechnen. Dafür brauchst du einen Tilgungsplan, der die jeweiligen Zinsannahmen berücksichtigt.

Auch ein Studienabbruch beendet die Rückzahlungspflicht nicht automatisch. Wann die Rückzahlung beginnt und ob du zunächst eine Karenzzeit hast, in der du noch nicht zurückzahlen musst, hängt vom Vertrag ab. Bei einem Abbruch sollten Kreditnehmende den Anbieter zeitnah kontaktieren und klären, welche Änderungen möglich sind. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Vertragsbedingungen und die Folgen eines Abbruchs vor der Unterschrift sorgfältig durchzurechnen.

Vergleiche deine monatlichen Einnahmen mit Miete, Lebenshaltung, Versicherungen und anderen festen Ausgaben. Berücksichtige außerdem, wann die Rückzahlung beginnt und welche Rate dann tragbar bleibt. Wenn du die Rate nur mit einem sofortigen Berufseinstieg bezahlen kannst, bleibt bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder einem verzögerten Studienabschluss wenig Spielraum.

Erst andere Finanzierungen prüfen

Vor einem Kredit lohnt es sich, zuerst zu prüfen, ob BAföG oder ein Stipendium infrage kommen. Beziehe auch Unterhalt und Einkommen aus Arbeit in deine Überlegungen ein. Das Deutsche Studierendenwerk rät davon ab, ein gesamtes Studium ausschließlich über Kredite zu finanzieren, weil sich die Schulden samt Zinsen summieren. Nach Angaben des Studierendenwerks nehmen etwa 8 Prozent der Studierenden einen Kredit auf. Diese Zahl umfasst Kredite allgemein und bezieht sich nicht speziell auf Studiengebühren.

Wer eine konkrete Gebührenforderung erhält, sollte außerdem die Gebührenordnung und mögliche Befreiungen prüfen. Bei einer finanziellen Lücke kann die Hochschule Auskunft zu Zahlungsfristen und möglichen Zahlungsvereinbarungen geben. Ob eine Ratenzahlung oder Befreiung angeboten wird, hängt von den geltenden Regeln ab.

Bei absehbaren Zahlungsschwierigkeiten ist ein weiterer Kredit nicht automatisch die beste Lösung. Eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung kann helfen, Einnahmen, Ausgaben und bestehende Schulden zu ordnen und Alternativen zu prüfen, bevor neue Verbindlichkeiten entstehen.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

Mehr über unsere Inhalte und Korrekturen →