Auch ohne eigenes Erwerbseinkommen ist ein Kredit gesetzlich nicht ausgeschlossen. Banken müssen prüfen, ob Sie den Kredit zurückzahlen können. Sie lehnen Anträge häufig ab, wenn keine ausreichenden Einnahmen oder sonstigen Mittel erkennbar sind. „Hausfrauenkredit“ bezeichnet umgangssprachlich einen normalen Verbraucherkredit bei geringem oder fehlendem Erwerbseinkommen; eine eigene Kreditart gibt es dafür nicht.
Entscheidend sind Ihre finanzielle Lage und wer den Kreditvertrag unterschreibt. Das Einkommen Ihres Partners zählt nicht automatisch als Ihr eigenes. Bei einem gemeinsamen Antrag oder einer Bürgschaft kann die Bank die finanzielle Lage der anderen Person berücksichtigen. Diese übernimmt damit aber auch Pflichten und Risiken.
Was „Hausfrauenkredit“ bedeutet
Der Begriff stammt aus einem traditionellen Familienbild, in dem ein Partner das Einkommen verdiente und der andere Haushalt und Betreuung übernahm. Heute wird er auch für Männer und andere Menschen ohne oder mit geringem eigenem Erwerbseinkommen verwendet. Er bezeichnet kein besonderes Darlehen mit eigenen gesetzlichen Regeln.
Für den Kreditantrag ist deshalb Ihre tatsächliche Lage wichtiger als die Bezeichnung: Haben Sie Teilzeiteinkommen oder andere regelmäßige Einnahmen? Verfügen Sie außerdem über Vermögen, oder beteiligt sich ein Partner am Vertrag? Kreditgeber beurteilen diese Angaben nach ihren eigenen Kriterien. Für alle Banken gilt weder eine feste Mindesteinkommenshöhe noch eine einheitliche Regel.
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Gesetzliche Kreditprüfung
Nach § 505a des Bürgerlichen Gesetzbuchs müssen Kreditgeber vor einem Verbraucherkredit prüfen, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können. Diese Prüfung heißt Kreditwürdigkeitsprüfung. Bei einem gewöhnlichen Ratenkredit dürfen sie den Vertrag nur schließen, wenn keine erheblichen Zweifel daran bestehen, dass Sie den Kredit zurückzahlen können. Die Vorschrift verlangt nicht ausdrücklich, dass jede kreditnehmende Person eine eigene Arbeitsstelle oder ein eigenes Gehalt hat.
Eine Bank ist nicht verpflichtet, einen Antrag ohne persönliche Einnahmen zu bewilligen. Wenn die verfügbaren Mittel nicht ausreichen, um die Raten zuverlässig zu zahlen, kann die Bank den Kredit ablehnen. Bei einem Kredit für eine Immobilie gelten eigene gesetzliche Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung.
Auch unbezahlte Haus- und Betreuungsarbeit spielt rechtlich eine Rolle: § 1360 BGB erkennt die Haushaltsführung als möglichen Beitrag zum Unterhalt der Familie an. Daraus folgt aber nicht, dass Banken diese Arbeit wie regelmäßiges Geld für die Kreditrate behandeln müssen. Ob ein Geschäft zum angemessenen Bedarf der Familie gehört und dadurch auch den anderen Ehepartner verpflichtet, hängt vom Einzelfall ab. § 1357 BGB begründet keine pauschale Verantwortung eines Ehepartners für jeden Kredit des anderen.
Kreditantrag mit Partner
Bei einem gemeinsamen Kreditantrag prüft der Kreditgeber die finanzielle Lage beider Antragstellenden. Unterschreibt Ihr Partner ebenfalls, wird er zum Mitkreditnehmer und übernimmt eigene Pflichten aus dem Vertrag. Die Bank kann seine finanziellen Verhältnisse berücksichtigen, doch er haftet dann auch nach den Bedingungen des gemeinsamen Vertrags.
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Eine Bürgschaft ist etwas anderes: Der Bürge verspricht, für die Schulden einzustehen, wenn die kreditnehmende Person nicht zahlt und die vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind. Das kann eine erhebliche finanzielle Belastung sein. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich bestimmte Bürgschaften in besonderen Fällen rechtlich anfechten lassen, etwa wenn eine Person finanziell extrem überfordert ist und eine enge persönliche Bindung besteht. Ob sich eine Bürgschaft anfechten lässt, hängt vom Einzelfall ab. Eine mögliche Anfechtung schützt nicht allgemein vor den Folgen einer Unterschrift.
Besprechen Sie vor einem gemeinsamen Antrag oder einer Bürgschaft, wer die Raten tatsächlich trägt und was passiert, wenn Einkommen wegfällt oder die Beziehung endet. Lassen Sie sich den Vertrag und die Haftung erklären, bevor jemand unterschreibt.
Tragbare Rate berechnen
Berechnen Sie die tragbare Rate anhand des Geldes, das nach den regelmäßigen Ausgaben des Haushalts übrig bleibt. Berücksichtigen Sie Miete, Energie, Lebensmittel, Versicherungen, bestehende Kredite und unregelmäßige Kosten. Planen Sie außerdem einen Puffer ein, damit eine unerwartete Rechnung nicht sofort zu Zahlungsproblemen führt.
Beziehen Sie das Einkommen Ihres Partners nur dann in die Haushaltsrechnung ein, wenn es für die Rückzahlung tatsächlich verfügbar ist und beide Personen das so vereinbart haben. Vergleichen Sie bei Angeboten den effektiven Jahreszins und die Gesamtkosten. Der effektive Jahreszins berücksichtigt neben dem vereinbarten Kreditzins weitere Kreditkosten, soweit sie in die Berechnung eingehen.
Allgemeine Marktzahlen sagen wenig darüber aus, ob Ihr Antrag bewilligt wird oder welchen Zinssatz Sie erhalten. Durchschnittswerte für Verbraucherkredite gelten nicht speziell für Menschen ohne eigenes Erwerbseinkommen. Maßgeblich sind das konkrete Angebot und die Prüfung des jeweiligen Kreditgebers.

Nach einer Kreditablehnung
Eine Ablehnung bedeutet, dass der Kreditgeber die Rückzahlung unter den Bedingungen Ihres Antrags für zu unsicher hält. Prüfen Sie zunächst, ob ein geringerer Kreditbetrag oder eine niedrigere Rate zu Ihrem Haushaltsbudget passt. Ein längerer Rückzahlungszeitraum senkt zwar die einzelne Rate, kann aber die Gesamtkosten erhöhen.
Überlegen Sie auch, ob Sie den Kauf verschieben, vorhandenes Geld nutzen oder mit dem Anbieter eine andere Zahlungsvereinbarung treffen können. Wenn Sie bereits Schwierigkeiten haben, Rechnungen oder bestehende Kredite zu bezahlen, schafft ein neuer Kredit oft zusätzliche Belastung. Eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung kann mit Ihnen die Forderungen und möglichen nächsten Schritte prüfen.


