Klarheit vor dem Kredit.So arbeiten wir
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Kredit für Gewerbetreibende

Selbstständig arbeitende Person mit Laptop und Unterlagen.
KI-generiertes Symbolbild

Gewerbetreibende in Deutschland benötigen für Investitionen oder laufende Kosten manchmal zusätzliches Kapital. Welcher Kredit passt, hängt vom Verwendungszweck, vom Alter des Unternehmens und davon ab, ob seine Einnahmen die Rückzahlung tragen. Einheitliche Konditionen für alle Gewerbetreibenden gibt es nicht.

Neben Bankkrediten kommen KfW-Förderkredite und Mikrokredite infrage. Auch bei einem KfW-Förderkredit prüft ein Finanzierungspartner den Antrag. Wenn die KfW einen Teil des Ausfallrisikos übernimmt, sinkt das Risiko für die Bank. Das Unternehmen muss den Kredit trotzdem zurückzahlen.

Den Kredit am Zweck ausrichten

Für eine kurzfristige Finanzierung eignen sich andere Kreditformen als für Maschinen, Fahrzeuge oder Betriebsräume. Ein Kontokorrentkredit oder eine Betriebsmittelfinanzierung hilft bei vorübergehenden Engpässen. Damit lassen sich zum Beispiel Waren bezahlen, bevor Kundinnen und Kunden ihre Rechnungen begleichen. Ein Investitionskredit finanziert dagegen länger nutzbare Anschaffungen.

Die Laufzeit sollte zur Verwendung des Geldes passen. Wird eine Maschine über mehrere Jahre genutzt, kann eine längere Rückzahlung die regelmäßige Belastung senken. Dafür fallen über einen längeren Zeitraum Zinsen an. Kurzfristige Ausgaben über viele Jahre abzuzahlen, bindet unnötig lange Kapital. Das Bundeswirtschaftsministerium empfiehlt deshalb, die Laufzeit daran auszurichten, wie lange das Geld im Unternehmen gebunden ist.

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Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
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Förderkredite der KfW

Zwei Programme der KfW kommen für unterschiedliche Unternehmensphasen infrage. Beide laufen über eine Bank oder einen anderen Finanzierungspartner, der den Antrag prüft und über die Kreditvergabe entscheidet.

Programm Für wen und wofür Umfang und wichtige Bedingungen
ERP-Gründerkredit – StartGeld (067) Gründerinnen und Gründer sowie junge Unternehmen, auch im Nebenerwerb Bis zu 200.000 Euro, davon bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel. Das Unternehmen darf laut KfW nicht länger als fünf Jahre am Markt tätig sein; Unternehmenssitz und Investitionsort müssen in Deutschland liegen. Laufzeiten sind bis zu zehn Jahre möglich, mit bis zu zwei tilgungsfreien Jahren.
ERP-Förderkredit KMU (365/366) Kleine und mittlere Unternehmen, darunter Einzelunternehmen und Freiberufler, etwa für Investitionen, Betriebsmittel oder eine Unternehmensnachfolge Die mögliche Kredithöhe richtet sich nach den Programmbedingungen. Die Laufzeit reicht bis zu 20 Jahre, mit bis zu drei tilgungsfreien Jahren. Bei Variante 366 übernimmt die KfW 50 Prozent des Kreditrisikos; für Betriebsmittel und Warenlager gelten dabei programmspezifische Obergrenzen.

Beim StartGeld übernimmt die KfW 80 Prozent des Risikos, dass die finanzierende Bank den Kredit nicht zurückbekommt. Dadurch sinkt das Risiko für die Bank. Das bedeutet aber weder eine automatische Kreditzusage noch einen Schuldenerlass. Sicherheiten vereinbart die Bank mit dem Unternehmen. Das Programm verlangt kein eigenes Kapital des Unternehmens. Trotzdem nimmt die Bank nicht automatisch jeden Antrag an.

Für das StartGeld muss der Antrag über den Finanzierungspartner gestellt werden, bevor das Vorhaben beginnt. Das Programm lässt sich nicht mit anderen KfW- oder ERP-Programmen kombinieren. Laut KfW kann der ERP-Förderkredit KMU auch die gesamten Kosten eines Vorhabens finanzieren; die Bank prüft dennoch die Rückzahlungsfähigkeit und legt den Zinssatz anhand der konkreten Finanzierung und der wirtschaftlichen Lage fest.

Mikrokredite und Bürgschaften

Bei kleinerem Kapitalbedarf verweist das Existenzgründungsportal des Bundes auf den Mikrokreditfonds Deutschland. Er richtet sich an kleine und junge Unternehmen und vergibt Kredite bis zu 25.000 Euro. Die tatsächlichen Konditionen und die Zusage hängen vom jeweiligen Angebot und der Prüfung ab.

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Wenn die Sicherheiten für einen Bankkredit nicht ausreichen, können öffentliche Bürgschaftsprogramme eine weitere Möglichkeit sein. Eine Bürgschaft unterstützt die Kreditabsicherung gegenüber der Bank. Die Bank prüft den Antrag weiterhin; eine Zusage ist damit nicht sicher. Die Programme unterscheiden sich je nach Bundesland. Zuständige Bürgschaftsbanken oder Industrie- und Handelskammern geben Auskunft über regionale Angebote.

Rückzahlung realistisch planen

Vor der Kreditanfrage sollte feststehen, wie viel Geld tatsächlich fehlt und welche Ausgaben damit gedeckt werden. Dazu gehört auch ein Liquiditätsplan: Er zeigt, wann Geld eingeht und wann Ausgaben fällig werden. Dazu zählen etwa Miete und Löhne, aber auch Waren und Steuern. Die geplante Rate muss sich aus den erwarteten Einnahmen tragen lassen, auch wenn einzelne Kundenzahlungen verspätet eintreffen.

Ein langer Rückzahlungszeitraum reduziert zwar die einzelne Rate, verlängert aber die Zinszahlung. Während einer tilgungsfreien Zeit zahlen Sie zunächst keine Tilgung. Die Rückzahlung beginnt danach trotzdem. Deshalb sollte die Planung auch zeigen, wie das Unternehmen die regulären Raten nach dieser Zeit bezahlt.

Einen einheitlichen aktuellen Zinssatz für „Gewerbetreibende“ gibt es nicht. Die Bundesbank veröffentlicht getrennte Angaben zu den Zinssätzen für Unternehmen und für wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen. Diese Gruppen und ihre Kreditarten sind nicht beliebig vergleichbar. Für die Entscheidung zählen das konkrete Angebot, der effektive Jahreszins, die Gesamtkosten, mögliche Gebühren und die Rückzahlungsbedingungen.

Taschenrechner und Holzscheiben als Symbol für Kreditkosten.
KI-generiertes Symbolbild

Unterlagen für das Bankgespräch

Banken beurteilen, ob das Unternehmen den Kredit voraussichtlich zurückzahlen kann. Welche Dokumente sie verlangen, hängt vom Kreditgeber, der Unternehmensphase und der Finanzierung ab. Häufig helfen ein Geschäftsplan, ein Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan, eine Liquiditätsplanung sowie eine Ertragsvorschau. Bei bestehenden Unternehmen kommen je nach Fall Jahresabschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen und Steuerunterlagen hinzu. Ein Lebenslauf und Nachweise zum finanzierten Vorhaben können ebenfalls gefragt sein.

Beschreiben Sie im Gespräch konkret, wofür Sie das Geld einsetzen und wann die Ausgabe ansteht. Ein nachvollziehbares Angebot für eine Maschine oder eine Aufstellung des saisonalen Warenbedarfs zeigt der Bank, wofür das Geld gebraucht wird. Die KfW stellt für ihre Programme Planungsunterlagen bereit; die Industrie- und Handelskammern beraten ebenfalls zur Vorbereitung. Die Unterlagen sind Orientierung, keine bundesweit einheitliche Pflichtliste.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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