Wer in Deutschland einen Kredit sucht, sollte zuerst klären, wie viel Geld er braucht und welche Monatsrate er dauerhaft bezahlen kann. „Kredit gesucht“ bezeichnet hier die allgemeine Suche nach einem Kredit, nicht nach einem bestimmten Anbieter oder Produkt.
Vergleichen Sie die Gesamtkosten und prüfen Sie, wer den Kredit vergibt. Vor dem Abschluss eines regulären Verbraucherkredits müssen Kreditgeber prüfen, ob Sie das Darlehen voraussichtlich zurückzahlen können.
Bedarf und Rate berechnen
Berechnen Sie anhand Ihres monatlichen Haushaltsbudgets, welche Rate Sie tragen können. Ziehen Sie von Ihrem regelmäßigen Einkommen Miete, laufende Rechnungen, bestehende Kreditraten und typische Ausgaben für Lebensmittel, Mobilität und Versicherungen ab. Planen Sie auch unregelmäßige Kosten ein, etwa für Reparaturen oder jährliche Beiträge. Die Rate sollte selbst dann noch tragbar sein, wenn solche Ausgaben anfallen.
Nehmen Sie nur den Betrag auf, den Sie für den konkreten Zweck brauchen. Eine längere Laufzeit senkt zwar die monatliche Rate, erhöht aber in der Regel den Betrag, den Sie insgesamt zurückzahlen. Bei einer Umschuldung sollten Sie deshalb die verbleibenden Kosten der alten Kredite mit den gesamten Kosten des neuen Darlehens vergleichen. Eine niedrigere Monatsrate allein beweist nicht, dass die Umschuldung günstiger ist.
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Angebote nach Gesamtkosten vergleichen
Der effektive Jahreszins erleichtert den Vergleich von Kreditangeboten. Prüfen Sie zusätzlich den Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen, die Laufzeit und alle Bedingungen. Achten Sie besonders auf Zusatzprodukte wie Versicherungen oder kostenpflichtige Mitgliedschaften: Sie können die tatsächlichen Ausgaben erhöhen, auch wenn der beworbene Kredit günstig wirkt.
Stellen Sie bei einem Vergleich mindestens diese Angaben nebeneinander:
- Nettokreditbetrag sowie Laufzeit
- effektiver Jahreszins und zurückzuzahlender Gesamtbetrag
- Monatsrate und mögliche Zusatzkosten
- Name des tatsächlichen Kreditgebers
Ein Vergleich zeigt mögliche Angebote, ersetzt aber keine individuelle Prüfung durch den Kreditgeber. Konkrete Zinsen und Bedingungen hängen vom jeweiligen Angebot und Ihrer finanziellen Situation ab. Ein allgemeiner Durchschnittszins sagt deshalb wenig darüber aus, welche Konditionen Sie tatsächlich erhalten.
Kreditgeber und Vermittler unterscheiden
Ein Kreditvergleich oder eine Vermittlungsplattform verleiht das Geld nicht zwingend selbst; Vermittler leiten Ihre Anfrage an Banken weiter. Plattformkredite können ebenfalls reine Vermittlungsangebote sein. Je nach Geschäftsmodell stammt das Geld von Banken, privaten Anlegern oder institutionellen Geldgebern.
Klären Sie vor einer Anfrage, wer im Vertrag als Kreditgeber steht und wer Ihre Daten erhält. Plattformkredite sind keine automatische Ausweichlösung, wenn eine Bank den Antrag ablehnt. Auch Plattformen prüfen Antragsteller nach eigenen Kriterien. Eine Vermittlung oder ein Vergleich garantiert weder eine Zusage noch günstigere Konditionen.
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Bonitätsprüfung und SCHUFA
Das Bürgerliche Gesetzbuch verpflichtet Kreditgeber, vor Abschluss eines Verbraucherdarlehens die Kreditwürdigkeit zu prüfen. Dabei prüft der Kreditgeber, ob Sie die vereinbarten Zahlungen voraussichtlich leisten können. Das Gesetz schreibt dafür nicht zwingend eine bestimmte Auskunftei vor.
Werbung für einen „Kredit ohne SCHUFA“ sagt daher allein wenig darüber aus, ob tatsächlich ein Darlehen angeboten wird. Prüfen Sie genau, ob ein Kreditgeber genannt wird und ob Sie einen Darlehensvertrag erhalten sollen. Verbraucherzentralen berichten von Fällen, in denen Menschen nach einer Kreditanfrage stattdessen eine Finanzsanierung, eine Prepaid-Kreditkarte oder ein kostenpflichtiges Abo erhielten.

Vorauszahlungen als Warnsignal
Seien Sie vorsichtig, wenn ein Anbieter Geld verlangt, bevor ein Darlehen ausgezahlt wurde. Nach § 655c BGB ist die Vergütung eines Darlehensvermittlers grundsätzlich daran gebunden, dass das vermittelte Darlehen tatsächlich ausgezahlt wurde und die Widerrufsfrist abgelaufen ist. Für bestimmte notwendige Auslagen gelten enge Voraussetzungen: Sie müssen unter anderem vorher schriftlich vereinbart und tatsächlich entstanden sein. Eine verlangte Vorauszahlung ist deshalb ein starkes Warnsignal.
Die Verbraucherzentrale warnte im Januar 2026 vor Fällen, in denen Menschen nach Kreditanfragen Rechnungen für Aufnahmegebühren und Abonnements erhielten. In einzelnen Fällen lagen die berichteten Kosten bei bis zu 700 Euro. Diese Fallberichte zeigen weder, was Menschen im Durchschnitt zahlen, noch welche Kosten am Kreditmarkt typisch sind.
In einem Flyer von 2019 nennt die Verbraucherzentrale einen älteren Fall, in dem im Zusammenhang mit dem Wunsch nach einem Kredit Kosten von 270 Euro anfielen. Solche historischen Fälle belegen keine aktuellen Marktpreise. Sie verdeutlichen aber, warum Sie vor einer Unterschrift prüfen sollten, ob Sie wirklich einen Kredit oder ein anderes kostenpflichtiges Produkt abschließen.
Prüfen Sie das Impressum, ob der Anbieter erreichbar ist und ob Ihnen der vollständige Vertrag vorliegt. Unterschreiben Sie nichts, dessen Kosten und Zweck unklar sind. Lassen Sie sich nicht durch Aussagen wie „sichere Zusage“ oder „sofort ohne Prüfung“ zu einer Zahlung drängen.
Nach einer Ablehnung weiterplanen
Eine Ablehnung ist kein Grund, ungeprüft weitere kostenpflichtige Angebote anzunehmen. Prüfen Sie zunächst, ob Kreditsumme und Rate zu Ihrem Budget passen und ob ein Kredit für den geplanten Zweck wirklich nötig ist. Bei einem aufschiebbaren Kauf kann es günstiger sein, den Kauf zu verschieben und Geld anzusparen.
Wenn Sie bereits Schwierigkeiten haben, Rechnungen oder bestehende Raten zu bezahlen, verschärft ein zusätzlicher Kredit die Belastung. Eine anerkannte Schuldnerberatung hilft Ihnen kostenlos, Ihre Schulden zu ordnen und nächste Schritte zu planen. Bei Zahlungsproblemen sollten Sie außerdem frühzeitig mit Ihren Gläubigern sprechen, statt neue Schulden aufzunehmen, ohne die Gesamtkosten zu prüfen.


