Ein Geschäftskredit finanziert betriebliche Ausgaben. Welche Kreditart passt, hängt davon ab, wofür der Betrieb das Geld braucht und wann er es zurückzahlen kann: Ein kurzfristiger Engpass erfordert eine andere Finanzierung als eine Maschine, die jahrelang genutzt wird.
Es gibt weder eine einheitliche Geschäftskreditart noch einen allgemeingültigen Zinssatz. Banken prüfen die Rückzahlungsfähigkeit, die finanzielle Lage des Betriebs und mögliche Sicherheiten. KfW-Förderkredite haben eigene Voraussetzungen und ersetzen diese Prüfung nicht.
Kredit nach Verwendungszweck wählen
Für vorübergehende Engpässe bei Einnahmen und Ausgaben eignet sich ein Kontokorrentkredit. Das ist eine flexible Kreditlinie auf dem Geschäftskonto, die zum Beispiel den Einkauf von Waren oder laufende Kosten überbrückt. Zinsen fallen grundsätzlich auf den Betrag an, den der Betrieb tatsächlich nutzt. Für langfristige Anschaffungen wie Maschinen oder Gebäude ist diese Form ungeeignet: Dafür ist ein Investitionskredit vorgesehen.
Ein Investitionskredit finanziert Anschaffungen, die der Betrieb lange nutzt, etwa Fahrzeuge, Maschinen oder Betriebsgebäude. Die Laufzeit sollte dazu passen, wie lange sich die Anschaffung wirtschaftlich nutzen lässt. Eine längere Laufzeit senkt die regelmäßige Rückzahlung, verlängert aber auch den Zeitraum, in dem Zinsen anfallen.
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Vor dem Antrag sollte der Betrieb deshalb prüfen, wie viel Geld er braucht und wie er es zurückzahlen will. Ein saisonaler Liquiditätsengpass spricht eher für eine flexible Kreditlinie. Eine Anschaffung, die über mehrere Jahre Erträge erwirtschaftet, passt eher zu einem länger laufenden Darlehen.

KfW-Förderkredite unterscheiden
Die KfW bietet verschiedene Kredite für Unternehmen, Gründungen und Nachfolgen an. Die Programme unterscheiden sich bei Zielgruppe, Förderzweck und Haftung. Ein Förderkredit bleibt grundsätzlich ein Darlehen, das zurückgezahlt werden muss.
Der ERP-Förderkredit KMU, Programme 365 und 366, kann unter anderem Investitionen, Betriebsmittel und Warenlager finanzieren. Auch Gründungen und Unternehmensnachfolgen können damit finanziert werden. Der Höchstbetrag richtet sich nach den geltenden Förderbedingungen; je nach Variante sind Laufzeiten von bis zu 20 Jahren und bis zu drei tilgungsfreie Anlaufjahre vorgesehen, in denen die Rückzahlung des Kreditbetrags zunächst aussetzt. Diese Höchstwerte gelten nicht automatisch für jeden Antrag. Die Hausbank prüft den Einzelfall und legt den Zinssatz fest. Dabei berücksichtigt sie unter anderem den Standort, die finanzielle Lage und die Sicherheiten.
Bei Programm 366 kann die KfW unter bestimmten Voraussetzungen 50 Prozent des Risikos der Finanzierungspartner übernehmen. Dafür benötigt das Unternehmen aussagekräftige Jahresabschlüsse für zwei vollständige Geschäftsjahre. Die Risikoteilung entlastet die Bank, halbiert aber nicht die Rückzahlungspflicht des Kreditnehmers.
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Der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge, Programm 077, richtet sich an Gründerinnen und Gründer, Unternehmensnachfolger sowie junge Unternehmen, die weniger als fünf Jahre tätig sind. Der Kredit beträgt höchstens 500.000 Euro pro Antragsteller und zugleich maximal 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Je nach Laufzeit sind bis zu zwei oder fünf tilgungsfreie Jahre möglich. Wer den Antrag stellt, haftet persönlich; außerdem muss eine Bürgschaftsbank eine vollständige Garantie stellen. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Förderfähigkeit und aktuelle Bedingungen sollten daher vor einer Bestellung, Übernahme oder Investition geprüft werden.
Zinssatz und Gesamtkosten prüfen
Ein einzelner Zinssatz sagt wenig über die Kosten eines Geschäftskredits aus. Die Bundesbank unterscheidet ihre Zinsstatistiken unter anderem nach Kredithöhe und Zinsbindungsdauer. Für einen aussagekräftigen Vergleich braucht eine veröffentlichte Durchschnittszahl deshalb einen klaren Zeitraum und eine genau bezeichnete Kreditkategorie. Die verfügbaren Angaben belegen keinen verlässlichen aktuellen Durchschnittszins, der für alle Unternehmen gilt.
Vergleiche neben dem Zinssatz auch die Laufzeit und die Rückzahlungsraten. Berücksichtige, wie lange der Zinssatz festgeschrieben ist. Prüfe außerdem Gebühren und Sicherheiten sowie tilgungsfreie Zeiten und die Bedingungen für eine vorzeitige Rückzahlung. Bei Förderkrediten zählen zusätzlich die Förderfähigkeit und der Ablauf über den Finanzierungspartner. Ein niedriger beworbener Einstiegszins allein zeigt nicht, welches Angebot für den Betrieb insgesamt günstiger ist.
Die Bank beurteilt, ob der Betrieb den Kredit aus seinen erwarteten Einnahmen zurückzahlen kann. Für die Vorbereitung helfen deshalb eine klare Kostenaufstellung, aktuelle Finanzzahlen und eine nachvollziehbare Liquiditätsplanung. Welche Unterlagen sie verlangt, richtet sich nach dem Kredit und dem jeweiligen Verfahren. Bei bestimmten Krediten oberhalb einer gesetzlichen Schwelle verlangt § 18 des Kreditwesengesetzes, dass Unternehmen ihre wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen. Daraus folgt keine einheitliche Unterlagenliste für jeden Antrag.
Kreditrichtlinien und Nachfrage 2026
Die Kreditvergabe hängt auch von der allgemeinen Einschätzung der Banken ab. In der im Oktober 2026 veröffentlichten Umfrage der Bundesbank meldeten Banken für das dritte Quartal eine Netto-Verschärfung der Kreditrichtlinien für Unternehmen um sechs Prozent. Im zweiten Quartal hatte der Wert bei zehn Prozent gelegen. Der Saldo fasst zusammen, wie sich die Antworten der befragten Banken verteilen. Er ist keine Ablehnungsquote für Kreditanträge.
Die Banken berichteten zugleich von höheren Zinsen. Bei riskanteren Unternehmenskrediten verlangten sie außerdem größere Risikoaufschläge, also höhere Zinsaufschläge wegen des höheren Risikos. Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten ging nach ihrer Einschätzung erstmals seit mehr als zwei Jahren zurück, besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie bei langfristigen Krediten. Betriebsmittel- und Warenlagerfinanzierungen waren die Ausnahme: Für sie meldeten Banken eine steigende Nachfrage.
Eine weitere Bundesbank-Erhebung ergab, dass im zweiten Quartal 2026 15,0 Prozent der Unternehmen über Kreditverhandlungen berichteten, gegenüber 14,7 Prozent im ersten Quartal. Die beiden Werte widersprechen einander nicht: Die eine Erhebung fragt Unternehmen nach Verhandlungen, die andere Banken nach Kreditstandards und Nachfrage. Keine der Zahlen sagt aus, wie viele einzelne Anträge bewilligt wurden.

Geschäftskredit beantragen
Lege vor dem Gespräch mit der Bank fest, welchen Betrag der Betrieb braucht und welche Ausgaben der Kredit finanzieren soll. Eine schlüssige Planung zeigt, wann das Geld eingesetzt wird und aus welchen Einnahmen die Rückzahlung erfolgen soll. Bei einer Investition sollte die Laufzeit zur geplanten Nutzung des finanzierten Gegenstands passen.
Kläre außerdem, welche Sicherheiten die Bank verlangt und wer für die Rückzahlung haftet. Bei Förderprogrammen prüfe zuerst Zielgruppe, förderfähige Kosten und Antragszeitpunkt. Manche Vorhaben müssen vor ihrem Beginn beantragt werden. Für die Programme der KfW läuft der Antrag über einen Finanzierungspartner; dessen Prüfung bleibt Teil der Entscheidung.


