Eine GmbH in Deutschland kann einen Bankkredit, einen öffentlichen Förderkredit oder eine kurzfristige Kreditlinie aufnehmen. Welche Finanzierung passt, hängt davon ab, wofür die GmbH das Geld braucht und ob ihre erwarteten Einnahmen für Zins und Tilgung reichen.
Grundsätzlich haftet die GmbH mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Unterschreibt ein Gesellschafter oder Geschäftsführer zusätzlich eine persönliche Bürgschaft, haftet er im vereinbarten Umfang auch privat. Förderprogramme erleichtern unter bestimmten Voraussetzungen den Kreditzugang. Die Bank prüft weiterhin die Bonität, und die GmbH muss den Kredit zurückzahlen.
Welche Finanzierung passt?
Für langfristige Anschaffungen wie Maschinen, Fahrzeuge, Ausstattung oder Software eignet sich ein Investitionsdarlehen. Die Laufzeit sollte dazu passen, wie lange die GmbH den finanzierten Gegenstand nutzt. Eine Kreditlinie auf dem Geschäftskonto deckt dagegen kurzfristige Zahlungslücken ab, etwa wenn die GmbH ihre Rechnungen bezahlen muss, bevor Kunden ihre Rechnungen begleichen.
Wenn die GmbH ihren Kontokorrentkredit dauerhaft voll ausschöpft, eignet er sich meist nicht für eine langfristige Investition. Das kann teuer werden und signalisiert der Bank, dass dem Unternehmen laufend Geld für Zahlungen fehlt. Wenn Kundenrechnungen die Ursache für einen Engpass sind, kommen je nach Situation auch Factoring oder Leasing infrage. Factoring verschafft der GmbH früher Geld für offene Kundenrechnungen. Leasing finanziert die Nutzung bestimmter Wirtschaftsgüter. Beide Varianten haben eigene Kosten und Vertragsbedingungen, die in den Vergleich gehören.
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| Finanzierungsform | Typischer Einsatz | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Investitionsdarlehen | Maschinen, Fahrzeuge, Ausstattung oder Software | Laufzeit und Tilgung an Nutzungsdauer und erwartete Einnahmen anpassen |
| Kontokorrentkredit | Kurzfristige Schwankungen im Zahlungsverkehr | Für vorübergehende Engpässe nutzen, nicht dauerhaft als Langzeitfinanzierung |
| Förderkredit | Gründung, Investitionen, Betriebsmittel oder Nachfolge, je nach Programm | Zweck, Unternehmensalter, Antragstermin und weitere Bedingungen prüfen |
| Leasing oder Factoring | Nutzung von Investitionsgütern oder Liquidität aus Forderungen | Gesamtkosten und Vertragsbindung mit einem Kredit vergleichen |

Was die Bank prüft
Die Bank will wissen, ob die GmbH den Kredit voraussichtlich zurückzahlen kann. Dafür betrachtet sie nicht nur den Gewinn. Entscheidend ist, ob nach laufenden Ausgaben genügend Geld für Zins und Tilgung übrig bleibt. Banken nennen diese Fähigkeit Kapitaldienstfähigkeit.
Bei einer bestehenden GmbH prüft die Bank dafür etwa Jahresabschlüsse, aktuelle Auswertungen der Geschäftszahlen und eine Liquiditätsplanung. Bei einem jungen Unternehmen liegen oft noch keine Geschäftszahlen aus mehreren Jahren vor. Dann gewinnen der Businessplan und nachvollziehbare Planungen zu Umsatz, Kosten, Investitionen und Personal an Gewicht.
Im Gespräch mit der Bank sollte die Geschäftsführung klar sagen können, wofür sie den Kredit braucht und wie viel Geld nötig ist. Hilfreich sind außerdem der Gesellschaftsvertrag, ein aktueller Handelsregisterauszug sowie eine Übersicht über mögliche Sicherheiten. Fragen Sie vorab bei der Bank nach, welche Unterlagen sie für die beantragte Kreditsumme benötigt.
Förderkredite der KfW
KfW-Förderkredite beantragt die GmbH in der Regel über eine Bank, Sparkasse oder einen anderen Finanzierungspartner. Der Antrag muss bei den genannten Programmen vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Wer die Investition bereits begonnen hat, sollte deshalb zuerst mit dem Finanzierungspartner klären, ob eine Förderung noch infrage kommt.
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Der ERP-Gründerkredit – StartGeld richtet sich an Gründungen und Unternehmen bis fünf Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit. Die KfW nennt einen Kreditrahmen von bis zu 200.000 Euro, davon bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel. Je nach Vorhaben sind Investitionen und laufende Kosten förderfähig. Dazu zählen auch Ausgaben für Material- und Warenlager sowie Unternehmensübernahmen. Je nach Variante beträgt die Laufzeit bis zu zehn Jahre. Bis zu zwei Jahre lang muss die GmbH noch keine Tilgung leisten.
Bei diesem Programm übernimmt die KfW 80 Prozent des Kreditrisikos gegenüber dem Finanzierungspartner. Damit trägt die Bank einen geringeren Teil des Risikos. Die GmbH muss den Kredit trotzdem vollständig zurückzahlen. Die GmbH bleibt für den gesamten Kredit verantwortlich; die Bank vereinbart mit ihr die Sicherheiten. Auch die Förderfähigkeit allein reicht nicht für eine Zusage. Der Finanzierungspartner prüft weiterhin, ob die GmbH den Kredit wirtschaftlich tragen kann.
Für kleine und mittlere Unternehmen kommt außerdem der ERP-Förderkredit KMU infrage. Die KfW nennt dafür Kredite von bis zu 25 Millionen Euro. Bei der Variante mit Risikoübernahme gelten für Betriebsmittel und Material- oder Warenlager niedrigere Höchstbeträge von bis zu 7,5 Millionen Euro. Für diese Variante müssen aussagekräftige Jahresabschlüsse für mindestens zwei vollständige Geschäftsjahre vorliegen. Die KfW übernimmt dabei 50 Prozent des Kreditrisikos des Finanzierungspartners. Auch hier muss die GmbH den Kredit vollständig zurückzahlen.
Das Programm ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge kann ebenfalls für bestimmte Gründungs- und Nachfolgevorhaben relevant sein. Die konkreten Bedingungen sollten vor der Planung anhand der dann gültigen KfW-Programminformationen geprüft werden. Förderbedingungen, Zinssätze und mögliche Gebühren unterscheiden sich je nach Programm und können sich ändern. Vergleichen Sie deshalb das konkrete Angebot einschließlich aller Kosten, statt sich auf einen allgemeinen Zinssatz zu verlassen.
Persönliche Bürgschaften für GmbH-Kredite
Nach dem GmbH-Gesetz haftet für Verbindlichkeiten der Gesellschaft grundsätzlich das Vermögen der GmbH. Eine persönliche Haftung entsteht nicht allein dadurch, dass jemand Geschäftsführer oder Gesellschafter ist.
Die Bank kann bei kleinen oder jungen GmbHs trotzdem eine persönliche Bürgschaft oder eine andere private Sicherheit verlangen. Mit einer Bürgschaft verpflichtet sich die unterzeichnende Person, unter den vereinbarten Bedingungen für die Schuld der GmbH einzustehen. Das schafft ein persönliches finanzielles Risiko, das über die Haftung der Gesellschaft hinausgeht.
Lesen Sie vor der Unterschrift genau, für welchen Kredit die Sicherheit gilt, welche Summe sie abdeckt und wann die Bank darauf zurückgreifen darf. Eine Risikoübernahme der KfW betrifft die Aufteilung des Risikos zwischen KfW und Finanzierungspartner. Sie schützt die GmbH nicht vor ihrer Rückzahlungspflicht und hebt eine persönliche Bürgschaft nicht automatisch auf.

So bereitet die GmbH den Antrag vor
Planen Sie langfristige Anschaffungen und kurzfristige Zahlungslücken getrennt. Eine Maschine gehört in eine Investitionsplanung; eine vorübergehende Lücke zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang sollte in der Liquiditätsplanung erscheinen. So können Sie Laufzeit und Finanzierungsform passend wählen.
Berechnen Sie anschließend, wie viel Geld nach Zins und Tilgung für laufende Ausgaben bleibt. Planen Sie mit dem erwarteten Umsatz und den laufenden Kosten. Kalkulieren Sie außerdem mögliche Verzögerungen bei Zahlungseingängen ein. Wenn die GmbH die Rate nur zahlen kann, wenn das Geschäft besonders gut läuft, ist der Kredit zu hoch oder die Laufzeit zu kurz.
Vergleichen Sie die Angebote nach Gesamtkosten und Vertragsbedingungen. Prüfen Sie neben dem effektiven Jahreszins auch Bereitstellungsprovisionen und tilgungsfreie Zeiten. Achten Sie außerdem auf Rückzahlungsregeln und verlangte Sicherheiten. Fragen Sie nach, ob eine persönliche Bürgschaft nötig ist und ob eine Bürgschaftsbank die Finanzierung unterstützen kann, wenn der GmbH bankübliche Sicherheiten fehlen. Die Angebote solcher Bürgschaftsbanken unterscheiden sich nach Bundesland und Programm.
Bei anhaltenden Zahlungsschwierigkeiten sollte die Geschäftsführung frühzeitig mit der Bank über die Lage sprechen und die Ursachen der Engpässe prüfen. Eine Kreditlinie, die dauerhaft laufende Verluste ausgleicht, löst das zugrunde liegende Problem nicht und erhöht die Schuldenlast.


