Klarheit vor dem Kredit.So arbeiten wir
Kredite vergleichen

Kreditfinanzierung in Deutschland

Leere Kalenderkarten und eine Sanduhr als Symbol für Laufzeiten.
KI-generiertes Symbolbild

Für eine größere Anschaffung, ein Auto oder eine Immobilie können Sie einen Kredit aufnehmen und ihn nach den vereinbarten Bedingungen zurückzahlen. Neben Zinsen fallen je nach Vertrag weitere Gebühren an. Welche Finanzierung passt, hängt vom Zweck, der Laufzeit und der tragbaren Monatsrate ab.

Raten-, Immobilien- und Dispokredite funktionieren unterschiedlich. Vergleichen Sie deshalb neben der Monatsrate auch den effektiven Jahreszins, die Gesamtrückzahlung, Zusatzkosten und die Folgen einer veränderten finanziellen Lage.

Ratenkredit, Immobilienkredit oder Dispo?

Bei einem Ratenkredit leihen Sie sich einen festen Betrag und zahlen ihn in gleichbleibenden oder vertraglich vereinbarten Raten zurück. Typische Verwendungszwecke sind Möbel oder andere größere Anschaffungen. Prüfen Sie vor allem Laufzeit, effektiven Jahreszins und Gesamtrückzahlung. Eine längere Laufzeit senkt häufig die Monatsrate, verlängert aber die Rückzahlung und kann die Gesamtkosten erhöhen.

Ein Immobilienkredit finanziert einen Haus- oder Wohnungskauf. Häufig dient eine Grundschuld als Sicherheit: Sie wird im Grundbuch eingetragen und sichert die Ansprüche des Kreditgebers ab. Bei einem verbreiteten Modell, dem Annuitätendarlehen, bleibt die monatliche Rate während der vereinbarten Zinsbindung gleich. Sie setzt sich aus Zinsen und Tilgung zusammen. Die Tilgung ist der Teil, mit dem Sie die geliehene Summe zurückzahlen.

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Ein Dispositionskredit, kurz Dispo, erlaubt Ihnen, Ihr Girokonto bis zu einem vereinbarten Rahmen flexibel zu überziehen und eignet sich vor allem für kurzfristige Engpässe. Bleibt das Konto dauerhaft im Minus, zahlen Sie fortlaufend Zinsen und bauen den Schuldenstand nicht automatisch ab. Vergleichen Sie bei längerem Finanzierungsbedarf konkrete Ratenkreditangebote mit den Kosten des Dispos.

Beim Ratenkauf oder einer Null-Prozent-Finanzierung begleichen Sie den Kaufpreis in mehreren Zahlungen. Prüfen Sie trotzdem Laufzeit, Vertragsbedingungen und mögliche Zusatzprodukte. Die beworbene Null-Prozent-Rate zeigt allein nicht, ob die Zahlungen in Ihr Budget passen oder zusätzliche Kosten anfallen.

Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
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Was ein Kredit tatsächlich kostet

Der effektive Jahreszins gibt die jährlichen Gesamtkosten eines Verbraucherdarlehens als Prozentsatz des Nettodarlehensbetrags an. Nach der Preisangabenverordnung fließen neben dem Sollzins bestimmte bekannte Kosten ein, etwa Vermittlungskosten und unter gesetzlichen Voraussetzungen die Kosten eines erforderlichen Kontos. Kosten, die erst wegen eines Vertragsverstoßes entstehen, gehören nicht zu dieser Berechnung.

Vergleichen Sie Angebote für denselben Betrag und eine vergleichbare Laufzeit und achten Sie neben dem effektiven Jahreszins auch auf den Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen müssen. Eine niedrige Monatsrate kann durch eine lange Laufzeit mit höheren Gesamtkosten einhergehen. Prüfen Sie bei freiwilligen Zusatzprodukten wie einer Restschuldversicherung, ob Sie sie wirklich benötigen und welche Kosten sie verursacht, denn sie können die tatsächliche Belastung erhöhen.

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Ein Durchschnittszins zeigt nicht, welchen Zinssatz Sie persönlich bekommen. Ihr Angebot hängt unter anderem von Kreditbetrag, Laufzeit und Bonität ab. Eine Monatsrate oder ein beworbener Zinssatz ist deshalb keine Zusage für Ihr konkretes Darlehen.

Passt die Rate ins Budget?

Berechnen Sie vor dem Antrag, wie viel Geld nach den regelmäßigen Ausgaben übrig bleibt. Berücksichtigen Sie dabei Miete oder Wohnkosten, Energie und Versicherungen. Rechnen Sie auch Lebensmittel, bestehende Raten und unregelmäßige Ausgaben ein. Planen Sie außerdem einen Puffer für Reparaturen oder andere unerwartete Kosten ein. Eine Rate, die nur dann tragbar ist, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, lässt wenig Spielraum.

Prüfen Sie auch, wie sich die Rückzahlung auf Ihr Budget auswirkt, wenn Ihr Einkommen sinkt oder andere Kosten steigen. Bei einem Konsumkredit bleibt die vereinbarte Rate grundsätzlich bestehen. Bei einem Immobilienkredit kommt hinzu, dass nach Ende der Zinsbindung oft noch eine Restschuld offen ist. Sie müssen den Restbetrag weiterfinanzieren. Dafür gelten dann die Konditionen, die zu diesem Zeitpunkt angeboten werden.

Dauerhafte Kontoüberziehungen, mehrere parallel laufende Ratenkäufe und eine sehr lange Laufzeit sind Warnzeichen. Wenn Sie einen Kredit nur durch einen weiteren Kredit bedienen könnten, sollten Sie vor einer neuen Verpflichtung Ihre Einnahmen und Ausgaben prüfen und Unterstützung suchen.

Rechte bei Verbraucherkrediten

Vor Abschluss eines Verbraucherdarlehens muss der Kreditgeber prüfen, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können. Außerdem muss der Vertrag vorgeschriebene Angaben enthalten. Vor der Unterschrift muss der Kreditgeber den Vertrag angemessen erläutern, damit Sie einschätzen können, ob Kreditart und Rückzahlung zu Ihrem Zweck und Ihrer finanziellen Lage passen. Für Immobilien-Verbraucherdarlehen gelten eigene, ausführlichere Vorgaben zur Prüfung der finanziellen Verhältnisse.

Für Verbraucherkreditverträge gilt grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Die Frist läuft erst, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört insbesondere, dass Ihnen alle erforderlichen Vertragsinformationen vorliegen. Für bestimmte zinsfreie Finanzierungen ab einem Nettodarlehensbetrag von 200 Euro weist die Verbraucherzentrale ebenfalls auf ein Widerrufsrecht hin. Ob das Recht greift, hängt vom Vertrag und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.

Bei allgemeinen Verbraucherdarlehen mit festem Sollzins kann für eine vorzeitige Rückzahlung unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung anfallen. Sie ist grundsätzlich auf höchstens 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags begrenzt. Bleibt bis zum vereinbarten Rückzahlungstermin höchstens ein Jahr, liegt die Obergrenze bei 0,5 Prozent. Die Entschädigung darf außerdem nicht höher sein als die Sollzinsen, die bis zum regulären Ende noch angefallen wären. Diese Obergrenzen gelten nicht ohne Weiteres für Immobilienkredite.

Taschenrechner und Holzscheiben als Symbol für Kreditkosten.
KI-generiertes Symbolbild

Immobilien mit Eigenkapital planen

Die Verbraucherzentrale empfiehlt als allgemeine Orientierung, bei einem Immobilienkauf 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises zuzüglich der Kaufnebenkosten aus Eigenkapital einzubringen. Das ist keine gesetzliche Mindestanforderung und garantiert keine Kreditzusage. Mehr Eigenkapital verringert den Betrag, den Sie finanzieren müssen. Wie viel sinnvoll ist, hängt aber auch von Ihrem Einkommen, den verfügbaren Rücklagen und dem Objekt ab.

Bei einem Annuitätendarlehen sollten Sie die anfängliche Tilgung und die Zinsbindung gemeinsam betrachten. Eine höhere Tilgung verringert die Restschuld schneller, verlangt aber eine höhere Monatsrate. Eine längere Zinsbindung schafft mehr Planungssicherheit, ist laut Verbraucherzentrale typischerweise jedoch mit einem höheren Zins verbunden. Prüfen Sie außerdem, ob der Vertrag Sondertilgungen erlaubt und unter welchen Bedingungen Sie diese nutzen können.

Wenn am Ende der Zinsbindung noch eine hohe Restschuld besteht, muss sie zu den dann verfügbaren Konditionen weiterfinanziert werden. Ein später höherer Marktzins kann die Monatsrate deutlich erhöhen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur die Anfangsrate, sondern auch die voraussichtliche Restschuld und Ihre finanzielle Belastbarkeit bei der Anschlussfinanzierung.

Wenn die Rückzahlung schwierig wird

Wenn Sie absehen, dass eine Rate nicht mehr tragbar ist, nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit dem Kreditgeber auf. Wenn Sie warten, kann sich die Lage verschärfen. Unterschreiben Sie nicht vorschnell für einen neuen Kredit, der lediglich bestehende Raten oder einen überzogenen Dispo ersetzt. Eine Umschuldung hilft nur, wenn die neuen Gesamtkosten und die Rückzahlung tatsächlich tragbar sind.

Bei anhaltenden Zahlungsschwierigkeiten können Sie sich an eine anerkannte Schuldnerberatung wenden. Viele Beratungsstellen bieten kostenfreie Unterstützung. Sie helfen dabei, die finanzielle Lage zu ordnen und Alternativen zu neuer Verschuldung zu prüfen.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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