Reichen BAföG, Nebenjob und Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld nicht für den Lebensunterhalt, kann der KfW-Studienkredit die Lücke schließen. Sie müssen das Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) samt Zinsen zurückzahlen.
Der Zinssatz kann sich ändern. Für neue Verträge nennt die KfW seit dem 1. Oktober 2026 einen effektiven Jahreszins von 6,38 Prozent. Bei älteren Verträgen gilt dieser Zinssatz nicht automatisch. Auch bei neuen Verträgen bleibt er nicht über die gesamte Laufzeit gleich. Prüfen Sie vor dem Antrag, wie viel Geld Sie brauchen und wie Sie die Rückzahlung finanzieren.
Voraussetzungen für den KfW-Studienkredit
Der KfW-Studienkredit, Förderprogramm 174, unterstützt Studierende und Promovierende an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland. Er kommt unter anderem für ein Erst- oder Zweitstudium, ein Masterstudium, ein weiterführendes Studium, ein Fernstudium und ein Teilzeitstudium infrage. Ein Studium, das vollständig im Ausland stattfindet, ist nicht förderfähig. Ein Auslandsaufenthalt kann berücksichtigt werden, wenn Sie währenddessen an einer deutschen Hochschule eingeschrieben bleiben.
Die KfW verlangt nach eigenen Angaben weder von Ihnen noch von Ihren Eltern einen Nachweis über Einkommen oder Vermögen. Auch Sicherheiten sind nicht erforderlich. Sie müssen trotzdem die Voraussetzungen zu Studium, Hochschule, Alter und Nachweisen erfüllen.
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Die Bundesagentur für Arbeit gibt als Höchstbetrag 650 Euro pro Monat an. Wie lange eine Förderung möglich ist, hängt unter anderem vom Alter zu Studienbeginn ab. Die Übersicht der Bundesagentur für Arbeit erläutert, wie sich die mögliche Förderdauer nach dem Alter zu Studienbeginn richtet. Diese Obergrenzen sind keine Empfehlung, den Höchstbetrag auszuschöpfen.

KfW-Studienkredit beantragen
Den Antrag stellen Sie online bei einem von der KfW zugelassenen Vertriebspartner. Dieser leitet Ihre Unterlagen an die KfW weiter. Die KfW gibt an, dass die Partner keine zusätzlichen Gebühren erheben und keine abweichenden Konditionen anbieten.
Für den Antrag benötigen Sie einen gültigen Ausweis und eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung. Ab dem siebten Fachsemester verlangt die KfW außerdem einen Nachweis über den Studienfortschritt. Prüfen Sie vor dem Antrag die geltenden Förderbedingungen und reichen Sie die Nachweise vollständig ein.
Was die Zinsen kosten
Der effektive Jahreszins für neu abgeschlossene Verträge beträgt seit dem 1. Oktober 2026 6,38 Prozent. Zuvor lag er bei 6,53 Prozent. Die KfW berechnet den variablen Zinssatz auf Grundlage des Sechsmonats-Euribor. Dieser Referenzzinssatz gilt für kurzfristige Kredite zwischen Banken. Dazu kommt ein Kostenaufschlag. Sie passt den Zins jeweils zum 1. April und 1. Oktober an.
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Die 6,38 Prozent gelten für neue Verträge ab dem genannten Stichtag und geben den Zinssatz zu diesem Zeitpunkt an. Bei bestehenden Krediten richtet sich der Zins nach dem jeweiligen Vertrag und dem Anpassungszeitraum. Auch für neue Kreditnehmende steht der Zinssatz nicht für die gesamte Studiendauer fest.
Während der Auszahlung zieht die KfW die Zinsen auf den aktuellen Kreditbetrag normalerweise von der monatlichen Auszahlung ab. Deshalb kommt weniger Geld auf Ihrem Konto an, als der vereinbarte Auszahlungsbetrag erwarten lässt. Sie können eine Stundung der Zinsen beantragen. Dann werden die Zinsen später fällig oder dem Kreditbetrag zugeschlagen. Sie müssen die Zinsen also weiterhin zahlen.
Die Kosten hängen davon ab, wie viel Sie abrufen und wie lange Sie Geld beziehen. Hinzu kommt die Entwicklung des variablen Zinssatzes. Auch eine spätere Zinsstundung und die Rückzahlungsdauer beeinflussen die Gesamtkosten. Beispielrechnungen der KfW setzen für den Vergleich einen gleichbleibenden Zinssatz voraus; sie sind daher keine Prognose für die tatsächliche Belastung.
Rückzahlung und Flexibilität
Sie können während der Rückzahlung die monatliche Rate anpassen und laut KfW Sondertilgungen ab 100 Euro leisten. Für die Rückzahlung stehen Ihnen bis zu 25 Jahre zur Verfügung. Außerdem können Sie für diese Phase einen festen Zinssatz beantragen. Während der vereinbarten Zinsbindung bleibt die Rate fest; der Wechsel ist laut KfW kostenfrei.
Eine niedrigere Monatsrate entlastet das aktuelle Budget, verlängert aber unter Umständen die Rückzahlung und erhöht dadurch die Zinskosten. Auch bei einer Zahlungspause fallen weiterhin Zinsen an. Planen Sie die Rate deshalb anhand Ihres erwartbaren Einkommens nach dem Studium und nicht nur anhand des Betrags, den Sie während des Studiums zurückzahlen könnten.

Alternativen zum KfW-Studienkredit
Der KfW-Studienkredit kann die Kosten decken, die BAföG, familiäre Unterstützung oder Ihr Nebenjob nicht übernehmen. Prüfen Sie diese Möglichkeiten zuerst. Auch Stipendien und in besonderen Notlagen Härtefallhilfen des Studierendenwerks kommen infrage. Die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass manche Härtefallhilfen zinsfrei sind, aber meist kurzfristig zurückgezahlt werden müssen.
Der KfW-Bildungskredit ist ein anderes Angebot. Er richtet sich an bestimmte Studierende in späteren Abschnitten ihrer Ausbildung; die Fördersumme beträgt höchstens 7.200 Euro. Auszahlungen von bis zu 300 Euro monatlich sind für höchstens zwei Jahre möglich, sofern die Förderbedingungen erfüllt sind. Der Bildungskredit ersetzt den Studienkredit nicht automatisch, kann aber für einen begrenzten Finanzierungsbedarf infrage kommen.
Wann der Studienkredit passt
Der Kredit kommt infrage, wenn eine konkrete Finanzierungslücke besteht. Reichen andere passende Hilfen nicht aus, müssen Sie außerdem den benötigten Betrag begrenzen können. Rechnen Sie vor der Unterschrift aus, wie viel Geld nach Abzug der Zinsen tatsächlich auf Ihrem Konto ankommt. Vergleichen Sie diesen Betrag mit Ihren laufenden Ausgaben und berechnen Sie eine realistische monatliche Rate für die spätere Rückzahlung.
Finanzieren Sie möglichst nicht das gesamte Studium über den Kredit, ohne die Folgen zu prüfen. Der Deutsche Studierendenwerksverband warnte 2025: Wer das gesamte Studium mit dem KfW-Kredit finanziert, riskiert hohe Schulden. Diese Einschätzung bezog sich auf den damaligen Zinssatz. Der CHE-Studienkredittest 2026 hob hervor, dass das KfW-Angebot breit verfügbar ist. Als Schwäche nannte er den vergleichsweise hohen Zinssatz während der Auszahlungsphase.


