Studierende bezahlen mit dem KfW-Studienkredit laufende Lebenshaltungskosten; die KfW überweist ihnen dafür jeden Monat Geld, das sie später zurückzahlen müssen. Die Auszahlung lässt sich anpassen, und das Studienfach spielt keine Rolle. Sein variabler Zinssatz kann steigen und die Gesamtkosten erhöhen.
Ob der Kredit passt, hängt davon ab, ob andere Hilfen wie BAföG infrage kommen und ob das erwartete Einkommen für die späteren Raten reicht. Am 31. Oktober 2026 gab es keinen Zinssatz, der für alle galt. Vor dem Antrag sollte der persönliche Zinssatz direkt bei der KfW geprüft werden.
Wer den Kredit bekommt
Der KfW-Studienkredit trägt die Produktnummer 174. Er richtet sich an volljährige Studierende, die die Altersvoraussetzungen der KfW erfüllen. Die Hochschule muss in Deutschland liegen und staatlich oder staatlich anerkannt sein. Gefördert werden Vollzeit- und Teilzeitstudiengänge sowie duale und Fernstudiengänge. Auch Studiengänge, die sich mit einer Berufstätigkeit vereinbaren lassen, sind eingeschlossen. Ein vollständig im Ausland absolviertes Studium ist ausgeschlossen.
Die KfW nennt mehrere Gruppen, die antragsberechtigt sein können: deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in Deutschland, bestimmte EU-Staatsangehörige mit mindestens dreijährigem Wohnsitz in Deutschland, berechtigte Familienangehörige deutscher oder EU-Staatsangehöriger sowie Bildungsinländer mit deutscher Meldeadresse. Der Kredit steht damit nicht automatisch allen internationalen Studierenden offen.
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Nach Angaben der KfW hängt die Förderung weder vom Einkommen noch vom Vermögen der studierenden Person oder ihrer Eltern ab. Sicherheiten sind nicht erforderlich. Die KfW prüft trotzdem, ob die konkreten Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Eine Kreditzusage gibt es nicht automatisch. Der Studienkredit lässt sich mit BAföG und dem Bildungskredit des Bundes kombinieren.

Wie viel Geld ausgezahlt wird
Die monatliche Auszahlung kann bis zu 650 Euro betragen. Studierende wählen einen Betrag im zulässigen Rahmen und können ihn nach den geltenden Fristen anpassen. Die KfW zahlt das Geld monatlich aus, nicht als einmalige Gesamtsumme.
| Förderbereich | Höchstdauer | Rechnerische Obergrenze bei 650 Euro monatlich |
|---|---|---|
| Erstes oder zweites grundständiges Studium | Bis zu 14 Semester, abhängig vom Alter bei Studienbeginn | Bis zu 54.600 Euro |
| Aufbaustudium oder Promotion | Bis zu 6 Semester | Bis zu 23.400 Euro |
Die Beträge zeigen nur die höchstmögliche Summe. Sie sagen nicht aus, wie viel Studierende normalerweise erhalten oder garantiert bekommen. Die tatsächliche Kreditsumme hängt vom gewählten Monatsbetrag und der bewilligten Förderdauer ab. Bei einem Erst- oder Zweitstudium verlangt die KfW außerdem spätestens zum Ende des sechsten Fördersemesters einen Leistungsnachweis. Fehlt der erforderliche Nachweis, enden die weiteren Auszahlungen.
Warum sich die Zinskosten ändern
Der Zinssatz ist variabel und wird jeweils zum 1. April und 1. Oktober angepasst. Während der Auszahlungsphase zieht die KfW Zinsen von der monatlichen Auszahlung ab. Mit wachsender Kreditsumme fallen deshalb mehr Zinsen an, und es kommt weniger Geld auf dem Konto an. Nach Angaben der KfW verhindert dieses Verfahren, dass sich während der Auszahlung Zinsen auf bereits angefallene Zinsen ansammeln. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich die Zinszahlung aufschieben.
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Die Zinshöhe hängt vom jeweiligen Zeitraum und den Vertragsbedingungen ab. Eine Antwort der Bundesregierung mit KfW-Daten nennt für das Kreditportfolio durchschnittlich 5,81 Prozent im Oktober 2025 und 6,22 Prozent im April 2026. Diese Werte sind Durchschnittswerte für alle Kredite im Bestand. Sie gelten nicht für jeden einzelnen Kredit. Am 31. Oktober 2026 ließ sich der Zinssatz für den neuen Zeitraum nicht zuverlässig ermitteln. Prüfe ihn deshalb im persönlichen Kreditangebot und in den Kreditinformationen der KfW, bevor du dich entscheidest.
Auch die Beispielrechnungen auf der KfW-Seite sind keine aktuellen Angebote. Eine dort angeführte Simulation rechnet mit einem nicht aktualisierten Sollzins von 8,66 Prozent und einem effektiven Jahreszins von 9,01 Prozent. Für einen Kredit über 18.000 Euro nennt sie bei zehn Jahren Rückzahlung 13.577 Euro Zinskosten. Bei einer Laufzeit von 25 Jahren sinkt die Monatsrate, während die ausgewiesenen Zinskosten auf 30.675 Euro steigen. Die Zahlen veranschaulichen den Einfluss der Laufzeit, sagen aber nicht voraus, was ein bestimmter Kredit heute kostet.
Rückzahlung früh planen
Nach der Auszahlungsphase folgt eine Karenzphase, in der die Rückzahlung noch nicht beginnt; danach setzt sie ein. Die KfW schickt fünf Monate vor Beginn der Tilgung einen Standardplan mit einer Rückzahlung über zehn Jahre. Kreditnehmende können die Monatsrate und die Laufzeit anpassen. Eine längere Laufzeit senkt die einzelne Rate, erhöht aber bei sonst gleichen Bedingungen die Summe der Zinsen.
Für die Rückzahlungsphase können Kreditnehmende unter bestimmten Bedingungen einen festen Zinssatz für bis zu zehn Jahre beantragen. Dafür dürfen unter anderem keine Zahlungsrückstände bestehen. Auch eine laufende Stundung oder ein neuer Auszahlungsantrag darf nicht vorliegen. Wer diese Option erwägt, sollte den festen Zinssatz mit dem variablen Satz und den jeweiligen Raten vergleichen.
Die Zinsentwicklung wirkt sich bereits während der Auszahlung aus. Eine Antwort der Bundesregierung beziffert den durchschnittlichen Zinssatz des Bestands im April 2024 auf 7,53 Prozent, im Oktober 2024 auf 6,83 Prozent und im April 2025 auf 6,04 Prozent. Solche Durchschnittswerte zeigen Schwankungen, erlauben aber keine verlässliche Prognose für den eigenen Vertrag.

Alternativen zuerst prüfen
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, einen Studienkredit erst dann zu nutzen, wenn andere Finanzierungsmöglichkeiten nicht ausreichen. Dazu gehören BAföG und Stipendien. Auch Unterstützung durch Angehörige oder eine Nebentätigkeit kommen infrage. Der KfW-Studienkredit kann eine Lücke schließen, wenn diese Mittel nicht ausreichen. Wer den gesamten Lebensunterhalt über viele Semester damit finanziert, nimmt entsprechend mehr Schulden auf und trägt ein höheres Zinsrisiko.
Auch andere Anbieter vergeben Studienkredite. Das CHE zählte für 2024 insgesamt 12.965 neue Studienkreditverträge verschiedener Anbieter; knapp 56 Prozent entfielen auf die KfW. Das CHE meldete später einen Anstieg der Neuverträge über alle Anbieter hinweg für 2025, ohne in den hier verfügbaren Angaben eine konkrete Gesamtzahl zu nennen. Diese Marktdaten sagen nichts darüber aus, ob der Kredit für eine einzelne Person bezahlbar ist.
Wenn die Rückzahlung schwerfällt
Bei Zahlungsproblemen solltest du frühzeitig die KfW kontaktieren und die Möglichkeiten im Vertrag klären. Ein neuer Kredit zur Begleichung alter Raten kann die Schuldenlast verschärfen. Eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung hilft dabei, Einnahmen, Ausgaben und mögliche Lösungen zu prüfen.


