Wenn du im Studium Miete und Lebenshaltungskosten bezahlen musst, kommen BAföG und KfW-Kredite infrage. BAföG ist eine staatliche Ausbildungsförderung. Die KfW vergibt Kredite, die du vollständig zurückzahlen musst.
Für viele Studierende ist BAföG die günstigste Möglichkeit. In der Regel ist die Hälfte ein Zuschuss und die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen. Beim KfW-Studienkredit kannst du die Auszahlung flexibler gestalten. Dafür fallen Zinsen an und du musst den gesamten Kredit zurückzahlen. Auch der kleinere Bildungskredit kommt infrage.
Die drei Finanzierungen im Vergleich
| Finanzierung | Wofür sie gedacht ist | Rückzahlung |
|---|---|---|
| BAföG | Staatliche, einkommensabhängige Unterstützung während der Ausbildung oder des Studiums | Für Studierende meist zur Hälfte Zuschuss und zur Hälfte zinsloses Darlehen; Rückzahlung grundsätzlich begrenzt |
| KfW-Studienkredit | Monatliche Unterstützung für Lebenshaltungskosten im Studium oder in einer Promotion | Der gesamte Kreditbetrag wird mit Zinsen zurückgezahlt |
| Bildungskredit | Begrenzte Unterstützung in fortgeschrittenen Ausbildungs- oder Studienphasen | Vollständige Rückzahlung mit Zinsen; kleinere Kreditsumme als beim Studienkredit |
Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du BAföG und KfW-Kredite kombinieren. Anspruch auf alle drei Angebote hat jedoch nicht jede Person. Für jedes gelten eigene Voraussetzungen.

Was bei BAföG zurückzuzahlen ist
Studierende erhalten BAföG in der Regel zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Den Zuschuss musst du nicht zurückzahlen. Für das Darlehen gilt eine Obergrenze. Bestimmte Förderungen, zum Beispiel manche Hilfen zum Studienabschluss, werden vollständig als Darlehen gewährt.
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Laut Bundesportal zahlen Personen, die ab dem 1. September 2019 erstmals BAföG erhalten haben, höchstens 77 Monatsraten zu je 130 Euro zurück. Die Summe beträgt 10.010 Euro. Das Portal nennt außerdem eine allgemeine Obergrenze von 10.000 Euro und weist auf Ausnahmen wie Volldarlehen hin. Welche Grenze gilt, hängt daher von der Förderart und dem Rückzahlungsfall ab.
Die Rückzahlung beginnt normalerweise etwa viereinhalb Jahre nach dem Ende der Regelstudienzeit. Du zahlst in der Regel vierteljährlich. Bei geringem Einkommen kannst du eine niedrigere Rate oder einen Zahlungsaufschub beantragen. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du nach 20 Jahren von verbleibenden Schulden entlastet werden.
Wann der KfW-Studienkredit passt
Der KfW-Studienkredit steht Studierenden an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland offen. Er kommt auch für ein Teilzeit- oder Fernstudium und für eine Promotion infrage. Grundsätzlich spielen das Einkommen und Vermögen der studierenden Person und ihrer Eltern keine Rolle. Die KfW verlangt keine Sicherheiten. Zu Studienbeginn darfst du höchstens 44 Jahre alt sein.
Die KfW zahlt monatlich bis zu 650 Euro aus, nicht den gesamten Kredit auf einmal. Als Höchstbeträge nennt sie 54.600 Euro für ein Erst- oder Zweitstudium und 23.400 Euro für ein weiterführendes Studium oder eine Promotion. Wie viel du tatsächlich bekommst und wie lange die Förderung dauert, hängt von deiner Situation und deinem Studienabschnitt ab.
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Der Zinssatz ist variabel und ändert sich jeweils zum 1. April und 1. Oktober. Für Verträge, die ab dem 1. Oktober 2026 neu abgeschlossen werden, nennt die KfW einen effektiven Jahreszins von 6,38 Prozent. Dieser Zinssatz gilt für Neuverträge zu diesem Zeitpunkt, nicht automatisch für bereits laufende Kredite. Während die KfW den Kredit auszahlt, zieht sie die Zinsen direkt von der monatlichen Auszahlung ab. Wenn du zum Beispiel 650 Euro beantragst, kommt deshalb nicht unbedingt der volle Betrag auf deinem Konto an.
Du zahlst Zinsen und den geliehenen Betrag zurück. Fünf Monate vor Beginn der Rückzahlung stellt dir die KfW einen Plan für zehn Jahre bereit. Du kannst die Rate und die Laufzeit anpassen. Da sich die Zinsen ändern können und du den gesamten Kredit zurückzahlen musst, solltest du monatlich nur so viel aufnehmen, wie du tatsächlich brauchst.
Für wen der Bildungskredit gedacht ist
Der Bildungskredit ist für Schülerinnen, Schüler und Studierende gedacht, die schon weit in ihrer Ausbildung oder ihrem Studium sind. Die KfW legt Altersgrenzen und weitere Bedingungen zum Ausbildungsstand fest. Studierende müssen zum Beispiel bestimmte Vorgaben zum Studienfortschritt erfüllen und dürfen höchstens zwölf Semester studieren.
Pro Ausbildungsphase beträgt der Kredit höchstens 7.200 Euro. Die KfW zahlt üblicherweise monatliche Raten aus, deren Höhe du wählen kannst. Die Auszahlung dauert höchstens zwei Jahre. Für einmalige Kosten kannst du bis zu 3.600 Euro vorab abrufen. Dieser Betrag zählt zur Höchstsumme.
Die KfW nennt für den Bildungskredit einen effektiven Jahreszins von 4,09 Prozent. Der Zinssatz kann sich ändern. Während der Auszahlung und der anschließenden Wartezeit musst du die Zinsen zunächst nicht zahlen. Vier Jahre nach der ersten Auszahlung beginnt die Rückzahlung mit monatlichen Raten von 120 Euro. Du kannst den Kredit ganz oder teilweise vorzeitig und ohne Gebühr zurückzahlen. Das Einkommen und Vermögen des Haushalts spielen grundsätzlich keine Rolle. Einen Rechtsanspruch auf den Kredit gibt es jedoch nicht.

BAföG und KfW-Kredite kombinieren
Du kannst den Bildungskredit zusätzlich zu BAföG und dem KfW-Studienkredit nutzen. Laut KfW lässt sich auch der Studienkredit mit BAföG oder dem Bildungskredit kombinieren. Prüfe für jedes Angebot die Voraussetzungen und berechne, wie viel Geld dir nach Abzug der Zinsen bleibt.
Prüfe zuerst, ob du BAföG bekommst. Ein Teil davon ist ein Zuschuss, und für die Darlehenshälfte fallen in der Regel keine Zinsen an. Berücksichtige danach dein Einkommen aus Arbeit ebenso wie Unterstützung durch Angehörige und weitere Fördermöglichkeiten. Nimm einen Kredit nur auf, wenn danach noch Geld fehlt.
Wenn du einen KfW-Studienkredit erwägst, prüfe die monatliche Rate, die voraussichtliche Förderdauer und den variablen Zinssatz zusammen. Auch kleine monatliche Auszahlungen summieren sich über viele Semester zu einer hohen Rückzahlung. Währenddessen kann sich der Zinssatz ändern. Beim Bildungskredit ist die Gesamtsumme begrenzt. Dafür gelten strengere Voraussetzungen und feste Rückzahlungsraten.
Wenn die Rückzahlung schwierig wird
Wenn dein Einkommen für die reguläre BAföG-Rückzahlung nicht ausreicht, beantrage zunächst niedrigere Raten oder einen Zahlungsaufschub. Bei einem KfW-Kredit solltest du die vereinbarte Rate und mögliche Anpassungen frühzeitig prüfen, bevor du mit Zahlungen in Rückstand gerätst.
Wenn du Rechnungen oder Kreditraten nicht mehr bezahlen kannst, nimm nicht vorschnell einen weiteren Kredit auf. Kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatungsstellen helfen dir, Einnahmen, Ausgaben und offene Forderungen zu ordnen und mit Gläubigern über Lösungen zu sprechen.


