Wenn Sie in Deutschland einen Jahreszins berechnen, klären Sie zuerst, welche Frage Sie beantworten möchten. Geht es um Zinsen auf Guthaben oder um das Wachstum durch Zinseszins über mehrere Jahre? Bei einem Verbraucherkredit möchten Sie die Kosten kennen. Für Guthaben und Zinseszins genügen Betrag, Zinssatz und Laufzeit. Beim Kreditvergleich zählt der effektive Jahreszins. Das Gesetz schreibt vor, wie er berechnet wird. Dabei zählen bestimmte Kosten und die Zeitpunkte der Zahlungen.
Der einfache Jahreszins zeigt, wie viel Zins ein Betrag in einem Jahr einbringt oder kostet. Er zeigt weder die langfristige Entwicklung eines Guthabens noch die Gesamtkosten eines Kredits.
Zinsen für ein Jahr berechnen
Für ein Jahr gilt bei einer einfachen Zinsrechnung:
Zinsen = Kapital × Jahreszinssatz / 100
Bei 1.000 Euro und 3 Prozent Jahreszins ergibt das:
1.000 Euro × 3 / 100 = 30 Euro Zinsen
Nach einem Jahr besteht das Guthaben aus dem Anfangskapital und den Zinsen, sofern keine Gebühren oder Steuern abgezogen werden. „p.a.“ steht für „pro Jahr“ und kennzeichnet einen Jahreszinssatz.
Bei einer Laufzeit unter oder über einem Jahr ergänzen Sie die einfache Rechnung um die Laufzeit:
Zinsen = Kapital × Jahreszinssatz / 100 × Laufzeit in Jahren
Sie setzt voraus, dass die Zinsen nicht erneut verzinst werden. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren und 1.000 Euro zu 3 Prozent ergeben sich so 150 Euro Zinsen. Das Endguthaben beträgt 1.150 Euro.
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Zinseszins über mehrere Jahre
Bleiben die Zinsen auf dem Konto oder werden sie wieder angelegt, wachsen sie mit dem Guthaben weiter. Dann fallen auch auf bereits gutgeschriebene Zinsen neue Zinsen an. Das nennt sich Zinseszins.
Bei jährlicher Verzinsung lautet die Rechnung:
Endguthaben = Anfangskapital × (1 + Jahreszinssatz / 100) ^ Anzahl der Jahre
Wenn Sie die Zinsen jedes Jahr wieder anlegen, wächst das Guthaben durch den Zinseszinseffekt. Das Endguthaben fällt dann höher aus als bei einer einfachen Verzinsung ohne Wiederanlage.
Geben Sie in einen Zinseszins-Rechner neben Anfangsbetrag und Zinssatz auch Laufzeit und Häufigkeit der Zinsgutschrift ein. Prüfen Sie die Bedingungen des Sparprodukts: Die Verzinsung kann jährlich oder in anderen Abständen erfolgen. Wenn sich der tatsächliche Zinssatz ändern kann, zeigt ein Ergebnis mit gleichbleibendem Zinssatz nur eine Projektion.
Jahreszins bei Verbraucherkrediten
Bei einem Verbraucherkredit beschreibt der Sollzinssatz den vertraglichen Zinssatz für das geliehene Geld. Der effektive Jahreszins fasst die Kreditkosten nach einer gesetzlich geregelten Berechnung in einer Zahl pro Jahr zusammen. Die Berechnung berücksichtigt unter anderem, wann das Geld ausgezahlt wird und wie die Rückzahlungen erfolgen. Auch bestimmte bekannte Kosten fließen ein.
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Diesen effektiven Jahreszins können Sie nicht verlässlich mit der einfachen Rechnung „Kreditsumme × Zinssatz“ bestimmen. Für den Vergleich realer Angebote verwenden Sie den effektiven Jahreszins, den der Kreditgeber ausweist. Vergleichen Sie zusätzlich Kreditsumme, Laufzeit, Ratenhöhe und den insgesamt zurückzuzahlenden Betrag. Wenn sich die Rückzahlungsbedingungen unterscheiden, ist der Vergleich nur bedingt aussagekräftig.
Prüfen Sie auch, ob die Monatsrate zu Ihrem Haushalt passt. Ziehen Sie regelmäßige Ausgaben und notwendige Rücklagen vom verfügbaren Einkommen ab, bevor Sie sich auf eine Rate festlegen. Wenn Zahlungen bereits schwerfallen, ist ein weiterer Kredit keine sichere Lösung. Eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung kann helfen, die nächsten Schritte zu klären.
Was ein Zinsrechner nicht zeigt
Ein Zinsrechner liefert ein brauchbares Ergebnis, wenn seine Annahmen zu Ihrer Situation passen. Bei einer Sparrechnung kommt es darauf an, wann Zinsen gutgeschrieben werden. Auch mögliche Einzahlungen und Gebühren beeinflussen das Ergebnis. Steuern berücksichtigt ein einfacher Rechner nicht automatisch.
Eine gewöhnliche Zinsrechnung zeigt auch nicht, wie sich die Kaufkraft verändert. Liegt der Zinsertrag unter der Inflation, kann das Geld trotz eines höheren Kontostands real an Wert verlieren. Ein Tagesgeldzins kann sich ändern; eine Rechnung mit konstantem Zinssatz bildet diese Entwicklung nicht ab.
§ 246 BGB legt für bestimmte verzinsliche Schulden einen gesetzlichen Zinssatz von 4 Prozent fest, wenn kein anderer Zinssatz vereinbart ist. Er ist kein allgemeiner Sparzins und keine Vorgabe für einen Jahreszins-Rechner.


