Mit einem Girokonto empfangen Sie Gehalt oder Rente und bezahlen Miete und Rechnungen. Mit einer Karte oder per Überweisung bezahlen Sie oder senden anderen Geld. Welche Gebühren anfallen und welche Leistungen enthalten sind, hängt vom Anbieter und Tarif ab.
Vergleichen Sie neben den monatlichen Kosten, wo Sie Bargeld abheben und einzahlen können. Prüfen Sie außerdem, welche Karten enthalten sind und ob Sie Beratung in einer Filiale erhalten. Wer kein reguläres Konto erhält, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf ein Basiskonto.
Wofür Sie ein Girokonto nutzen
Über ein Girokonto erledigen Sie Ihre alltäglichen Zahlungen. Sie können Geld empfangen und überweisen. Außerdem lassen sich Lastschriften einrichten und Daueraufträge anlegen. Mit einer Debitkarte können Sie bezahlen. Auch Bargeld lässt sich je nach Anbieter am Automaten oder in einer Filiale abheben. Eine Debitkarte bucht Zahlungen in der Regel direkt vom Konto ab.
In Deutschland besitzen fast alle Erwachsenen ein eigenes Girokonto: In einer Bundesbank-Befragung für die Studie zum Zahlungsverhalten 2025 gaben 97 Prozent der Befragten an, ein Konto auf den eigenen Namen zu haben; 61 Prozent nutzten ein Konto, 29 Prozent zwei und 9 Prozent drei oder mehr. Die Befragung umfasste 6.070 Erwachsene, die zwischen September und Dezember 2025 befragt wurden. Die Werte beruhen auf Selbstauskünften und sind keine vollständige Zählung aller Konten.
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Welche Gebühren beim Girokonto anfallen
Für Girokonten gibt es keinen einheitlichen Preis. Einige Banken verlangen eine monatliche Grundgebühr. Andere erlassen sie, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, etwa ein regelmäßiger Geldeingang. Zusätzlich können Gebühren für Karten und Überweisungen anfallen. Auch Bargeldabhebungen und Einzahlungen können kostenpflichtig sein. Ein als „kostenlos“ beworbenes Konto lohnt sich daher nur, wenn die enthaltenen Leistungen zu dem passen, was Sie nutzen.
In der Bundesbank-Befragung 2025 sagten 23 Prozent, ihr Hauptkonto sei vollständig kostenlos. 15 Prozent berichteten von Gebühren bis zu fünf Euro im Monat, 25 Prozent von fünf bis zehn Euro. Rund 15 Prozent machten keine Angabe. Die Zahlen zeigen, wie viel die Befragten nach eigener Einschätzung für ihr Hauptkonto zahlten. Sie sind kein repräsentativer Tarifvergleich und ergeben keinen verlässlichen bundesweiten Durchschnittspreis.
Vergleichen Sie vor dem Abschluss das Preis- und Leistungsverzeichnis. Achten Sie dabei besonders auf die Grundgebühr und mögliche Bedingungen für einen Gebührenerlass. Prüfen Sie außerdem, ob Karte, Überweisungen und Daueraufträge kostenfrei sind und welche Gebühren für Bargeld gelten. Bei einem Dispokredit, also einem Überziehungskredit auf dem Girokonto, zählt auch der dafür ausgewiesene Zinssatz.
Direktbanken sind laut Bundesbank tendenziell günstiger. Filialbanken bieten dafür persönliche Beratung und ein Netz aus Filialen oder Geldautomaten, das für manche Kundinnen und Kunden nützlich ist. Ein höherer Preis kann solche Dienste einschließen. Entscheidend ist, ob Sie sie brauchen und ob sie im Tarif enthalten sind. Im Vergleichsportal der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sehen Sie veröffentlichte Kontogebühren und Zinssätze einzelner Konten im Vergleich. Die dortigen Angaben ersetzen nicht das aktuelle Preisverzeichnis der Bank.
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Bargeld abheben und einzahlen
Kartenzahlungen und mobile Zahlungen gehören zum Alltag, doch Bargeld spielt weiterhin eine große Rolle. Im Zahlungstagebuch der Bundesbank-Studie 2025 wurden 55 Prozent der erfassten Einkäufe ohne Bargeld bezahlt und 45 Prozent bar. Debitkarten machten 26 Prozent der Zahlungen aus. Auf mobile Verfahren entfielen 10 Prozent, auf Internetzahlungen 6 Prozent. Diese Angaben beruhen auf einem dreitägigen Zahlungstagebuch und bilden nicht sämtliche Zahlungsvorgänge in Deutschland ab.
Zugleich war es 80 Prozent der Befragten wichtig, weiterhin bar bezahlen zu können. Wer häufig Bargeld nutzt, sollte deshalb vor der Kontoeröffnung prüfen, wo kostenlose Abhebungen möglich sind und ob die Bank Bargeldeinzahlungen anbietet. Gerade bei einer Direktbank kann der Zugang zu Bargeld anders organisiert sein als bei einer Bank mit Filialen. Wenn Sie Unterstützung vor Ort benötigen, gehört der persönliche Service ebenfalls in den Vergleich.
Was ein Basiskonto bietet
Mit einem Basiskonto können Sie Überweisungen und Lastschriften nutzen, mit Karte bezahlen sowie Bargeld einzahlen und abheben. Es ist für Verbraucherinnen und Verbraucher gedacht, die sonst Schwierigkeiten hätten, ein Zahlungskonto zu erhalten. Dazu zählen unter den gesetzlichen Voraussetzungen auch Menschen ohne festen Wohnsitz und Asylsuchende.
Das Zahlungskontengesetz verpflichtet Banken, die Zahlungskonten für Verbraucher anbieten, mit einer Person, die Anspruch auf ein Basiskonto hat, einen Vertrag zu schließen, wenn der Antrag die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Die Bank muss das Konto innerhalb von zehn Geschäftstagen nach Eingang eines vollständigen Antrags anbieten. Eine Ablehnung ist nur aus gesetzlich festgelegten Gründen zulässig. Ein bereits vorhandenes und nutzbares Zahlungskonto in Deutschland kann beispielsweise gegen einen Anspruch auf ein weiteres Basiskonto sprechen.
Ein Basiskonto ist nicht automatisch kostenlos. Die Bank darf ein Entgelt vereinbaren, das für die gesetzlich vorgesehenen Leistungen angemessen sein muss. Prüfen Sie daher auch bei einem Basiskonto die Gebühren und enthaltenen Dienste.

Konto wechseln ohne Zahlungslücken
Bei einem Wechsel zwischen Zahlungskonten in Deutschland können Sie die gesetzliche Kontowechselhilfe nutzen. Auf Anfrage helfen die beteiligten Banken dabei, Ihre Zahlungspartner über die neue Kontoverbindung zu informieren und Daueraufträge sowie Lastschriften zu übertragen. Für den Wechselservice dürfen Banken ein Entgelt nur verlangen, wenn es vereinbart wurde; es muss angemessen sein und sich an den tatsächlichen Kosten orientieren.
Halten Sie das alte und das neue Konto eine Zeit lang parallel offen und vergleichen Sie die Zahlungsvorgänge. So sehen Sie, ob Gehalt, Miete, Versicherungen und andere regelmäßige Buchungen auf dem neuen Konto ankommen beziehungsweise davon abgehen. Achten Sie außerdem auf noch ausstehende Kartenzahlungen und Lastschriften.
Auch Überweisungen sind nicht immer am nächsten Tag gutgeschrieben. Bei einer gewöhnlichen Überweisung muss der Zahlungsdienstleister der überweisenden Person den Betrag grundsätzlich bis zum Ende des folgenden Geschäftstags an den Zahlungsdienstleister der empfangenden Person weiterleiten. Bei einem Papierauftrag kommt ein Geschäftstag hinzu. Annahmeschlusszeiten und Feiertage beeinflussen, wann die Bank den Auftrag als eingegangen behandelt.


