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Festgeld: Geld planbar anlegen

Familie im Gespräch mit einer Beraterin in einem hellen Büro.
KI-generiertes Symbolbild

Beim Festgeld legen Sie Geld für eine feste Laufzeit an und erhalten einen vorher vereinbarten Zinssatz. Meist bleibt das Geld bis zum Laufzeitende gebunden. Festgeld eignet sich daher für Beträge, die Sie erst zu einem bekannten Termin benötigen, etwa für eine geplante Anschaffung.

Übersteigt die Inflation den Zinsertrag, sinkt die Kaufkraft des Guthabens. Prüfen Sie vor dem Abschluss Zinssatz und Laufzeit. Klären Sie außerdem, wann Sie auf das Geld zugreifen können und wie die Einlagensicherung der Bank greift.

So funktioniert Festgeld

Bei einem Festgeldkonto vereinbaren Sie mit einer Bank einen Anlagebetrag, eine Laufzeit und einen Zinssatz. Die Bank zahlt die vereinbarten Zinsen nach den Vertragsbedingungen aus. Weil der Zinssatz während der Laufzeit feststeht, lässt sich der Zinsertrag vor Berücksichtigung der Inflation besser planen als bei einem Konto mit variablem Zinssatz.

Der feste Zins gilt allerdings in beide Richtungen: Sinken die Marktzinsen, bleibt Ihr vereinbarter Zinssatz bestehen. Steigen die Zinsen, erhalten Sie während der Laufzeit weiterhin den niedrigeren Satz. Bei Vertragsende hängt der Ertrag einer erneuten Anlage von den dann verfügbaren Konditionen ab.

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Bei Festgeld können Sie im Allgemeinen nicht vorzeitig über das Geld verfügen. Ob ein Vertrag eine Ausnahme zulässt und welche Folgen das hat, steht in den Vertragsbedingungen. Prüfen Sie auch, was bei Laufzeitende passiert: Manche Angebote verlängern sich automatisch, wenn Sie bis zu einem bestimmten Termin nichts veranlassen.

Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
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Festgeld, Tagesgeld und Sparbrief

Tagesgeld und Festgeld unterscheiden sich vor allem beim Zugriff und bei der Zinsbindung. Tagesgeld ist in der Regel flexibel verfügbar, der Anbieter kann den Zinssatz aber ändern. Beim Festgeld bleibt der vereinbarte Satz für die Laufzeit bestehen, dafür ist das Geld meist gebunden. Ein Sparbrief ist ein ähnliches Produkt mit festem Zinssatz. Auch hier hängen die Bedingungen vom Angebot ab.

Anlageform Zinssatz Zugriff
Tagesgeld Veränderlich In der Regel flexibel
Festgeld Für die vereinbarte Laufzeit fest In der Regel bis zum Laufzeitende eingeschränkt
Sparbrief Je nach Vertrag fest Je nach Vertrag eingeschränkt

Geld für unerwartete Rechnungen oder einen finanziellen Engpass sollten Sie nicht so lange fest anlegen, dass Sie es womöglich vorher brauchen. Halten Sie einen frei verfügbaren Puffer, bevor Sie weiteres Geld fest anlegen.

Laufzeit passend wählen

Richten Sie die Laufzeit danach aus, wann Sie das Geld voraussichtlich benötigen. Steht ein Ausgabedatum fest, kann eine passende Laufzeit den Zins planbar machen. Ist der Zeitpunkt unsicher, ist ein kürzerer Zeitraum oder ein frei verfügbares Konto oft zweckmäßiger.

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Bei längeren Laufzeiten steht der Zinssatz länger fest. Dafür bleibt Ihr Geld auch länger daran gebunden. Das spielt besonders dann eine Rolle, wenn die Marktzinsen währenddessen steigen. Bei kürzeren Laufzeiten können Sie früher neu entscheiden, müssen das Geld nach dem Ende aber zu den dann geltenden Konditionen wieder anlegen.

Bei einer Festgeldleiter teilen Sie den Anlagebetrag auf mehrere Festgeldanlagen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Endterminen auf. Die unterschiedlichen Endtermine verteilen die Fälligkeiten, sodass die gesamte Summe nicht auf einmal fällig oder gebunden ist. Inflationsrisiko und das Risiko niedrigerer Zinsen bei einer späteren Wiederanlage bleiben bestehen.

Festgeldangebote vergleichen

Zinssätze ändern sich häufig. Ein einzelner Spitzenwert ohne Datum, Laufzeit und Anlagebetrag sagt wenig darüber aus, welches Angebot für Sie passt. Am 29. Oktober 2026 umfasste der Festgeldvergleich der Stiftung Warentest nach eigenen Angaben 231 Festgeld- und Sparbriefangebote; die Konditionen wurden täglich aktualisiert. Der Vergleich zeigt deshalb nicht, welcher Zinssatz für Sie am besten ist.

Vergleichen Sie Angebote für dieselbe Laufzeit und denselben Anlagebetrag. Achten Sie darauf, ob der Zinssatz nur für Neukunden gilt, an weitere Produkte gebunden ist oder nur für einen begrenzten Betrag verfügbar ist. Entscheidend ist auch, wann die Bank Zinsen gutschreibt. Bei einer jährlichen Auszahlung und bei einer Gutschrift auf das Festgeld kann sich der Ertrag unterscheiden. Bei der Gutschrift schlägt die Bank die Zinsen dem Guthaben zu und verzinst sie künftig mit.

Klären Sie außerdem, ob Sie nach dem Laufzeitende selbst handeln müssen und bis wann eine automatische Verlängerung verhindert werden kann. Prüfen Sie alle Bedingungen auf der Website der Bank, die das Geld tatsächlich annimmt. Das Vergleichsportal oder der bekannte Markenname gehört nicht unbedingt zu der Bank, bei der Ihr Geld liegt.

Taschenrechner und Holzscheiben als Symbol für Kreditkosten.
KI-generiertes Symbolbild

Einlagensicherung prüfen

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Festgeld grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je berechtigter Person und Bank. Aufgelaufene Zinsen zählen zu dieser Grenze. Mehrere Konten bei derselben Bank schaffen also keine jeweils eigene Grenze von 100.000 Euro.

Für bestimmte Einlagen, die mit besonderen Lebensereignissen zusammenhängen, kann der Schutz vorübergehend bis zu 500.000 Euro betragen. Diese Sonderregel gilt nur unter festgelegten Voraussetzungen und für einen begrenzten Zeitraum. Wer eine größere Summe anlegt, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass der gesamte Betrag geschützt ist.

Bei einer Anlage über eine Plattform zählt die Bank, bei der das Geld rechtlich liegt, nicht allein der Name der Plattform; bei einer ausländischen Bank ist außerdem die Einlagensicherung des jeweiligen Sitzlandes maßgeblich. Prüfen Sie daher vor dem Abschluss den Namen der Bank, bei der das Geld liegt, und die zuständige Sicherungseinrichtung. Freiwillige zusätzliche Sicherungen können eigene Bedingungen und Grenzen haben und ersetzen nicht die Prüfung des gesetzlichen Schutzes.

Steuern auf die Zinsen

Zinsen aus Festgeld zählen grundsätzlich steuerlich zu den Einkünften aus Kapitalvermögen, also zu den Kapitalerträgen. Auf Kapitalerträge gilt grundsätzlich eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Dazu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro für eine Einzelperson und 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare oder Partner.

Wenn Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen, kann sie den noch verfügbaren Pauschbetrag beim Steuerabzug berücksichtigen. Der beworbene Zinssatz ist deshalb nicht in jedem Fall der Betrag, der Ihnen nach Steuern bleibt. Auch der Zeitpunkt der Zinsgutschrift kann steuerlich eine Rolle spielen; die genaue Behandlung richtet sich nach dem Produkt und Ihrer persönlichen Situation.

Risiken und unseriöse Angebote

Festgeld unterliegt normalerweise keinen täglichen Kursschwankungen wie ein börsengehandelter Fonds. Trotzdem bestehen Risiken. Die Einlagensicherung schützt nur bis zu den geltenden Grenzen. Inflation mindert die Kaufkraft, und ein fester Zinssatz kann sich im Nachhinein als ungünstig erweisen.

Prüfen Sie auffällig hohe Zinsversprechen besonders genau. Verbraucherzentralen warnen vor irreführenden und betrügerischen Festgeldangeboten. Prüfen Sie, ob die Bank das Angebot auf ihrer offiziellen Website aufführt. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie unter Zeitdruck gesetzt werden oder den attraktiven Zinssatz nur zusammen mit Fonds, Versicherungen oder anderen Produkten erhalten sollen. Zusätzliche Kosten können den Vorteil des Festgeldes schmälern.

Wann Festgeld passt

Festgeld eignet sich für Geld, das Sie bis zu einem festen Termin nicht benötigen und dessen Bedingungen Sie geprüft haben. Es bietet einen planbaren nominalen Zinsertrag und eignet sich eher für Geld mit bekanntem Zeithorizont als für die Notfallreserve.

Wenn Sie kurzfristig auf das Geld zugreifen müssen oder flexibel auf Zinsänderungen reagieren wollen, passt Festgeld dafür nicht. Auch zum langfristigen Erhalt der Kaufkraft reicht es allein nicht aus. Legen Sie nur den Betrag fest an, dessen Bindung Sie sicher tragen können, und achten Sie darauf, dass Guthaben und aufgelaufene Zinsen innerhalb der geltenden Sicherungsgrenze bleiben.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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