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Kredite vergleichen

Finanzierung für Selbstständige

Zwei Angebote werden mit Stift und Lineal verglichen.
KI-generiertes Symbolbild

Wer sich in Deutschland selbstständig macht, braucht je nach Vorhaben unterschiedlich viel Geld. Für manche Gründungen reichen eigene Mittel. Für Ausstattung, Waren oder laufende Kosten kommen Bankdarlehen, öffentliche Förderkredite und unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse infrage.

Welche Finanzierung passt, hängt davon ab, was Ihr Betrieb braucht und wie viel Geld dafür fehlt. Wichtig ist auch, ob Ihre erwarteten Einnahmen für die Rückzahlung reichen. Förderkredite erleichtern unter bestimmten Bedingungen den Zugang zu Kapital, müssen aber zurückgezahlt werden.

Bedarf zuerst berechnen

Ermitteln Sie, wofür Sie das Geld brauchen und wann Ausgaben anfallen. Trennen Sie einmalige Anschaffungen wie Maschinen oder Büroausstattung von laufenden Kosten wie Miete, Versicherungen und Wareneinkauf. Planen Sie auch ein, wann Kundinnen und Kunden voraussichtlich zahlen. Selbst wenn die Jahresplanung aufgeht, fehlt kurzfristig Geld, wenn Rechnungen spät bezahlt werden.

Die Gründungszahlen der KfW zeigen, wie unterschiedlich hoch der Kapitalbedarf ist: Der Median lag bei 15.000 Euro für Gründungen, bei denen die Selbstständigkeit den Haupterwerb bildet, und bei 2.000 Euro für Gründungen im Nebenerwerb, also als zusätzliche Tätigkeit neben dem Haupterwerb. Ein Median bezeichnet den mittleren Wert: Die Hälfte der erfassten Gründungen lag darunter, die andere Hälfte darüber. Die Zahlen helfen beim Vergleich, sagen aber nicht voraus, wie viel Ihr eigener Betrieb braucht.

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Planen Sie auch einen Puffer ein. Laut KfW setzte 2025 weniger als die Hälfte der Gründenden den ursprünglich geplanten Kapitaleinsatz genau wie vorgesehen ein. Ein Liquiditätsplan stellt erwartete Einnahmen und Ausgaben Monat für Monat gegenüber. So sehen Sie, wann Geld fehlt und wie hoch die Finanzierung sein muss.

Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
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Förderkredite im Überblick

Für Gründungen und junge Unternehmen gibt es mehrere KfW-Programme. Die genannten Höchstbeträge sagen nichts darüber aus, welche Summe eine einzelne Person erhält.

Programm Wofür es infrage kommt Wichtige Grenzen und Bedingungen
ERP-Gründerkredit – StartGeld (067) Gründung, Nachfolge und junge Unternehmen; Investitionen und laufende Kosten Bis zu 200.000 Euro, davon höchstens 80.000 Euro für Betriebsmittel. Bis zu zehn Jahre Laufzeit und bis zu zwei tilgungsfreie Jahre.
ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) Gründung, Übernahme und bestimmte Vorhaben junger Unternehmen; ausdrücklich auch für freiberufliche Existenzen Höchstens 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Bis zu 15 Jahre Laufzeit und bis zu fünf tilgungsfreie Jahre.
ERP-Förderkredit KMU (365/366) Kleine und mittlere Unternehmen, darunter laut KfW auch Einzelunternehmen und Freiberufler Kreditrahmen bis 25 Millionen Euro. Das ist ein programmweiter Höchstbetrag, keine typische Kreditsumme für Solo-Selbstständige.

Beim StartGeld läuft der Antrag über einen Finanzierungspartner, etwa eine Bank oder Sparkasse. Die KfW trägt 80 Prozent des Risikos, dass der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Das kann dessen Entscheidung erleichtern, ersetzt aber weder die Kreditprüfung noch die Rückzahlung durch die selbstständige Person. Die Bank legt weiterhin fest, welche Sicherheiten Sie stellen müssen. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Die KfW nennt für dieses Programm keinen verpflichtenden Eigenkapitaleinsatz; eigene Mittel können bei der Prüfung Ihrer Kreditwürdigkeit dennoch eine Rolle spielen. Prüfen Sie außerdem, ob Sie die Förderung nach den aktuellen Regeln beantragen dürfen, insbesondere wenn Sie freiberuflich tätig sind.

Der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge kann für Freiberuflerinnen und Freiberufler besonders interessant sein, weil die KfW diese Gruppe ausdrücklich nennt. Eine Bürgschaftsbank garantiert dem Finanzierungspartner, dass sie einen Teil des Kreditausfalls übernimmt. Die Kreditnehmerin oder der Kreditnehmer haftet trotzdem persönlich für die Rückzahlung. Auch beim ERP-Förderkredit KMU bleibt die Haftung für den Kredit bestehen, selbst wenn eine Risikoübernahme der KfW vereinbart wird. Für die Variante 366 verlangt die KfW aussagekräftige Jahresabschlussunterlagen für zwei vollständige Geschäftsjahre.

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Weitere Finanzierungswege

Eigene Mittel können den benötigten Kreditbetrag senken. Für Gründungen im Jahr 2024 berichtete die KfW, dass 74 Prozent der Gründenden ihren Kapitalbedarf ausschließlich mit Eigenmitteln deckten. Dieser Befund bezieht sich auf eine andere Erhebungswelle als die Zahlen zum Kapitaleinsatz 2025.

Fehlen bankübliche Sicherheiten, kommt eine Bürgschaft als Unterstützung für eine Finanzierung infrage. Eine Bürgschaftsbank oder eine private Person sichert dabei einen Teil des Kreditausfallrisikos ab. Die Kreditnehmerin oder der Kreditnehmer bleibt zur Rückzahlung des Kredits verpflichtet.

Wer aus der Arbeitslosigkeit in eine hauptberufliche Selbstständigkeit wechselt, kann den Gründungszuschuss prüfen. Nach Angaben des Bundes-Existenzgründungsportals umfasst die erste Phase sechs Monate mit dem zuletzt bezogenen Arbeitslosengeld zuzüglich 300 Euro monatlich. Danach können bei nachgewiesener hauptberuflicher Selbstständigkeit weitere neun Monate mit jeweils 300 Euro folgen. Der Antrag muss vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit gestellt werden. Die Förderung ist an Voraussetzungen gebunden und steht nicht allen Selbstständigen offen.

Auch Länder und die Europäische Union bieten Förderprogramme an. Welche Angebote passen, hängt unter anderem vom Standort ab. Auch das Vorhaben und die geplante Investition spielen eine Rolle. Das Bundes-Existenzgründungsportal und die zuständige Förderbank des Bundeslands sind Anlaufstellen, um solche Möglichkeiten zu prüfen.

Antrag überzeugend vorbereiten

Ein Finanzierungspartner will nachvollziehen können, wofür Sie das Geld einsetzen und wie Sie den Kredit zurückzahlen. Stellen Sie den Kapitalbedarf daher nach Verwendungszweck zusammen. Ein Investitionsplan zeigt Anschaffungen, ein Liquiditätsplan die erwarteten Einnahmen und Ausgaben. Bei bestehenden Betrieben helfen Jahresabschlüsse und aktuelle Übersichten über die Geschäftszahlen, die bisherige Entwicklung zu belegen. Welche Unterlagen nötig sind, legt der Finanzierungspartner fest.

Prüfen Sie vor dem Antrag, ob die beantragte Summe auch bei niedrigeren Einnahmen tragbar bleibt. Berücksichtigen Sie neben der monatlichen Rate die gesamten Kreditkosten, mögliche Sicherheiten und den Zeitpunkt, ab dem die Tilgung beginnt. Während tilgungsfreier Jahre zahlen Sie zunächst keine Tilgung auf den Kredit. Das senkt die Belastung, verschiebt die Rückzahlung aber in die Zukunft.

Vergleichen Sie bei Angeboten den effektiven Jahreszins, die Laufzeit und die Gesamtrückzahlung. Achten Sie auch darauf, ob Sie zusätzlich zu den vereinbarten Raten Geld zurückzahlen können (Sondertilgungen) und welche Bedingungen dafür gelten. Förderprogramme bieten keine automatische Zusage und garantieren keinen bestimmten Zinssatz. Die aktuellen Konditionen und Programmbedingungen sollten Sie vor der Antragstellung direkt bei der KfW und dem Finanzierungspartner prüfen.

Taschenrechner und Holzscheiben als Symbol für Kreditkosten.
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Gründung und laufender Betrieb

Wenn Sie gründen oder ein Unternehmen übernehmen, prüfen Sie StartGeld und den Förderkredit Gründung und Nachfolge. Wer bereits länger selbstständig ist, sollte auch die Finanzierung für kleine und mittlere Unternehmen betrachten. Das StartGeld richtet sich laut KfW nicht an Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit vor mehr als fünf Jahren begonnen hat. Beim Programm 077 gelten ebenfalls konkrete Vorgaben zur Gründungs- und Geschäftsentwicklung.

Förderprogramme behandeln Freiberufler und Gewerbetreibende nicht immer gleich. Beim Programm 077 nennt die KfW Freiberufler ausdrücklich. Prüfen Sie bei anderen Programmen die aktuellen Voraussetzungen, denn die Bezeichnung „Selbstständige“ allein belegt keine allgemeine Förderberechtigung.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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