Wenn Sie einen Betrag für einen festen Zeitraum nicht benötigen, erhalten Sie beim Festgeld einen vorher vereinbarten Zinssatz. Während der Laufzeit bleibt das Geld in der Regel gebunden. Festgeld eignet sich daher für planbare Rücklagen, nicht für den Notgroschen oder Ausgaben zu einem ungewissen Zeitpunkt.
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank. Sie gleicht weder Kaufkraftverluste durch Inflation aus noch macht sie das Geld während der Laufzeit verfügbar. Achten Sie deshalb neben dem Zinssatz auch auf die Vertragsbedingungen. Prüfen Sie außerdem, wann Sie auf das Guthaben zugreifen können und welche Bank zuständig ist.
Wann Festgeld passt
Festgeld passt, wenn Sie wissen, wann Sie das Geld wieder benötigen, und es bis dahin nicht für laufende Ausgaben oder unerwartete Rechnungen brauchen. Zum Beispiel können Sie Geld für eine Ausgabe zurücklegen, deren Termin feststeht. Die Laufzeit sollte dann vor diesem Termin enden.
Für den Notgroschen ist Festgeld ungeeignet, wenn Sie im Notfall kurzfristig auf das Geld zugreifen müssen. Legen Sie nicht den gesamten verfügbaren Betrag fest, wenn dadurch keine ausreichend zugängliche Rücklage übrig bleibt. Auch ein höherer Zinssatz gleicht die fehlende Verfügbarkeit nicht aus, falls Sie vorzeitig Geld benötigen.
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Festgeld und Tagesgeld
Beim Festgeld legen Sie mit der Bank fest, wie viel Geld Sie anlegen, welchen Zinssatz Sie erhalten und wie lange das Geld angelegt bleibt. Der Zinssatz gilt für die vereinbarte Dauer. Bei Tagesgeld bleibt das Guthaben dagegen in der Regel ohne Kündigungsfrist verfügbar; die Bank kann den Zinssatz ändern.
Die Wahl hängt davon ab, wann Sie das Geld brauchen. Tagesgeld bietet mehr Bewegungsfreiheit, während Festgeld die Zinsen für einen festgelegten Zeitraum planbarer macht. Längere Laufzeiten zahlen nicht automatisch höhere Zinsen. Das hängt von den Marktbedingungen und dem konkreten Angebot ab.
Laufzeit und Zinszahlung prüfen
Banken unterscheiden sich bei Laufzeiten, Mindestbeträgen und der Auszahlung der Zinsen. Lesen Sie im Vertrag nach, wann die Bank die Zinsen gutschreibt und ob sie ausgezahlt oder zum Guthaben hinzugefügt werden. Prüfen Sie auch, ob der Zinssatz für die gesamte Laufzeit gilt und an Bedingungen wie einen Mindestbetrag geknüpft ist.
Achten Sie außerdem auf das Laufzeitende. Manche Angebote verlängern sich automatisch, wenn Sie nicht bis zu einer bestimmten Frist kündigen oder eine andere Anweisung erteilen. Notieren Sie sich diese Frist und prüfen Sie, zu welchen Bedingungen die Bank eine Verlängerung vornimmt.
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Was bei vorzeitigem Zugriff gilt
Vor dem vereinbarten Laufzeitende lässt sich Festgeld im Allgemeinen nicht abheben. Ob der Vertrag eine vorzeitige Kündigung zulässt und welche Kosten oder Zinsverluste dann entstehen, hängt von den Bedingungen der jeweiligen Bank ab. Verlassen Sie sich nicht darauf, im Bedarfsfall problemlos an das Geld zu kommen.
Wenn Sie mehrere Beträge zu verschiedenen Zeitpunkten benötigen könnten, können Sie sie auf unterschiedliche Laufzeiten verteilen. Bei einer solchen Staffelung steht jeweils nur ein Teil des Geldes zur gleichen Zeit zur Rückzahlung an. Das verringert die Bindung des Gesamtbetrags, beseitigt aber weder das Inflationsrisiko noch das Risiko, dass die Anschlusszinsen bei einer Wiederanlage niedriger ausfallen.

Einlagensicherung für Festgeld
Die gesetzliche Einlagensicherung umfasst grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank. Dabei werden alle geschützten Guthaben bei derselben Bank zusammengerechnet. Es zählt nicht jedes Konto einzeln. Wer mehrere Konten bei derselben Bank führt, sollte sie deshalb zusammenrechnen. Bei einem Gemeinschaftskonto hat jeder Kontoinhaber einen eigenen Anspruch. Dadurch kann die gemeinsame Schutzgrenze höher liegen.
Für bestimmte Lebensereignisse oder den Verkauf einer selbst genutzten Immobilie kann vorübergehend ein höherer Schutz bis zu 500.000 Euro gelten. Dafür müssen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein; der erhöhte Schutz ist zeitlich begrenzt. Prüfen Sie im konkreten Fall, ob diese Voraussetzungen zutreffen.
Entscheidend ist, welche Bank das Geld tatsächlich entgegennimmt und welcher Sicherungseinrichtung sie angehört. Zwei Marken gehören nicht zwingend zu zwei rechtlich getrennten Banken. Zusätzliche freiwillige Sicherungsfonds sind außerdem nicht mit der gesetzlichen Einlagensicherung gleichzusetzen: Laut Verbraucherberatung gibt es für eine Entschädigung aus solchen privaten Sicherungen keinen gleichwertigen individuellen Rechtsanspruch. Bei Sicherungssystemen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken gelten eigene institutionelle Schutzmodelle.
Inflation und Steuern berücksichtigen
Der vereinbarte Zinssatz beschreibt den nominalen Ertrag, also den Zuwachs in Euro. Steigen die Preise stärker als Ihr Ertrag nach Steuern, sinkt die Kaufkraft des Guthabens trotz Zinsgutschrift. Eine feste Verzinsung schützt daher nicht vor Inflation.
Die folgenden Vergleichszahlen zeigen nur eine Momentaufnahme: Im August 2026 lag der Durchschnittszins für neu vereinbarte Haushaltseinlagen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr im Euroraum bei 2,13 Prozent pro Jahr. Für Deutschland meldete das Statistische Bundesamt im September 2026 eine Inflationsrate von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Werte beziehen sich auf unterschiedliche Gebiete und Monate. Sie sind kein direkter Vergleich eines deutschen Festgeldangebots mit der Inflation und keine Prognose für die gesamte Laufzeit.
Zinsen aus Festgeld zählen für private Sparer zu den Kapitalerträgen. Der allgemeine Steuersatz dafür beträgt 25 Prozent; Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer kommen hinzu. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro für Einzelpersonen und 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare. Ein Freistellungsauftrag bei der Bank ermöglicht es, den noch verfügbaren Pauschbetrag bei der Zinszahlung zu berücksichtigen. Wie viel nach Steuern bleibt, hängt auch von Ihren übrigen Kapitalerträgen und Ihrer persönlichen Situation ab.
Festgeldangebote vergleichen
Vergleichen Sie nicht nur den beworbenen Zinssatz. Prüfen Sie vor dem Abschluss insbesondere:
- Welche Bank nimmt das Geld an, und welche Einlagensicherung gilt?
- Wie hoch ist die Gesamtsumme Ihrer geschützten Einlagen bei dieser Bank?
- Passt das Fälligkeitsdatum zu Ihrem geplanten Geldbedarf?
- Gilt der Zinssatz während der gesamten Laufzeit, und welche Bedingungen sind daran geknüpft?
- Wann und wie zahlt die Bank die Zinsen aus?
- Verlängert sich der Vertrag automatisch, und bis wann müssen Sie widersprechen?
- Lässt sich das Angebot über die offiziellen Kanäle der Bank bestätigen?
Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, deren Zinssatz besonders attraktiv wirkt. Ein hoher Werbezins allein belegt nicht, dass das Angebot echt ist. Prüfen Sie die Angaben direkt bei der Bank und überweisen Sie Geld nur an das Konto des Instituts, das im Vertrag als Einlagennehmer genannt wird.


