Steht dein Girokonto dauerhaft im Minus, kannst du den Dispo mit einem Ratenkredit ablösen. Die Bank finanziert den offenen Betrag; du zahlst ihn in festen Monatsraten zurück. Ein niedrigerer Zinssatz kann Kosten sparen und schafft einen festen Rückzahlungsplan.
Der Wechsel lohnt sich, wenn der persönliche Zinssatz des Ratenkredits unter deinem Dispozins liegt und die Monatsrate in dein Budget passt. Bleibt regelmäßig zu wenig Geld übrig, beseitigt der Kredit die Ursache des Minus nicht. Dann zahlst du womöglich die Kreditrate und nutzt zusätzlich wieder den Dispo.
Was sich durch die Umschuldung ändert
Ein Dispokredit ist ein vereinbarter Kreditrahmen auf dem Girokonto. Du kannst das Konto bis zu dieser Grenze überziehen. Für den genutzten Betrag zahlst du Zinsen, eine feste Rückzahlungsrate gibt es in der Regel nicht.
Ein Ratenkredit zahlt den Dispo vollständig oder teilweise ab. Danach überweist du die vereinbarte Rate über eine feste Laufzeit. So sinkt die Restschuld nach einem festgelegten Plan. Die feste Zahlung erleichtert die Planung, bindet aber jeden Monat Geld, das dann für andere Ausgaben fehlt.
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Wann ein Ratenkredit passt
Eine Umschuldung kommt vor allem infrage, wenn du den Dispo voraussichtlich nicht bald ausgleichen kannst und ein Ratenkredit einen niedrigeren persönlichen Zinssatz bietet. Verbraucherberatungen nennen einen Ratenkredit als Option, wenn du den Dispo nicht kurzfristig zurückzahlen kannst.
Die Zinsen für Dispokredite unterscheiden sich je nach Bank. Zur Orientierung: Die Verbraucherzentrale Hamburg meldete für Mai 2025 einen durchschnittlichen Dispozins von rund 11 Prozent. Stiftung Warentest fand in einer Erhebung Banken mit Zinssätzen von mehr als 15 Prozent. Diese Angaben stammen aus unterschiedlichen Erhebungen und Zeiträumen. Sie sagen nicht voraus, welchen Zinssatz deine Bank berechnet oder welches Kreditangebot du erhältst.
Ein Ratenkredit passt nur, wenn nach den festen Ausgaben genug Geld für die Rate übrig bleibt. Dazu zählen Miete, Lebensmittel, Versicherungen und weitere feste Ausgaben. Wer den Dispo regelmäßig nutzt, ihn aber verlässlich in kurzer Zeit ausgleicht, braucht möglicherweise mehr Flexibilität. Ein Rahmenkredit bietet ebenfalls einen Kreditrahmen; ob er günstiger ist, hängt vom konkreten Angebot ab.
Kosten richtig vergleichen
Vergleiche den Zinssatz deines Dispos mit dem persönlichen effektiven Jahreszins des Kreditangebots. Der effektive Jahreszins bezieht die Kosten des Kredits ein. Prüfe außerdem den Gesamtbetrag, den du zurückzahlst. Achte auch auf Laufzeit und Monatsrate. Ein beworbener Zinssatz „ab“ gilt nicht automatisch für deinen Antrag. Auch freiwillige Zusatzprodukte können die Gesamtkosten erhöhen.
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Aus einem niedrigeren Zinssatz allein lässt sich die genaue Ersparnis nicht berechnen. Der Betrag, den du im Dispo schuldest, verändert sich. Beim Ratenkredit zahlst du die Schuld mit den Monatsraten nach und nach zurück. Entscheidend ist deshalb, wie sich deine Restschuld entwickelt und wie hoch die gesamten Kreditkosten sind.
Eine längere Laufzeit senkt häufig die Monatsrate, verlängert aber die Rückzahlung. Vergleiche daher nicht nur, ob die Rate gerade noch ins Budget passt, sondern auch, wie viel du insgesamt zahlst und wann du schuldenfrei bist.
So löst du den Dispokredit ab
Schau zuerst nach, wie viel du tatsächlich vom Dispo nutzt und welcher Zinssatz dafür gilt. Den findest du in den Kontounterlagen oder in den Angaben deiner Bank. Berechne anschließend, wie viel monatlich nach notwendigen Ausgaben und bestehenden Kreditraten verlässlich übrig bleibt.
Lass dir persönliche Kreditangebote machen und vergleiche Zinssatz, Laufzeit, Monatsrate und Gesamtbetrag. Nimm nur so viel auf, wie du zum Ausgleich des Dispos brauchst, sofern es keinen klaren Grund für einen höheren Betrag gibt. Plane zugleich, wie du eine erneute Überziehung verhinderst. Der Dispo lässt sich nach der Ablösung beispielsweise reduzieren; prüfe vorher, ob du den verbleibenden Spielraum noch für notwendige kurzfristige Ausgaben brauchst.

Den Dispo danach begrenzen
Nach der Auszahlung des neuen Kredits ist der Dispo wieder verfügbar, sofern die Bank den Kreditrahmen nicht ändert. Wer das Konto anschließend erneut überzieht, zahlt parallel die Raten für den neuen Kredit und Zinsen auf den neuen Disposaldo.
Ein niedrigerer Disporahmen kann helfen, den Rückfall zu vermeiden. Ebenso wichtig ist ein Blick auf die monatlichen Einnahmen und Ausgaben: Wenn die Ausgaben regelmäßig höher sind als das verfügbare Einkommen, reicht eine Umschuldung allein nicht aus. Dann brauchst du einen Plan, der deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben ausgleicht.
Wann Beratung nötig ist
Nach § 504a BGB muss eine Bank Beratung anbieten, wenn ein Kunde einen vereinbarten Dispokredit sechs Monate durchgehend nutzt und im Durchschnitt mehr als 75 Prozent des vereinbarten Kreditrahmens ausgeschöpft hat. Wenn du das Angebot annimmst, muss die Bank mit dir günstigere Alternativen und mögliche Folgen einer weiteren Überziehung besprechen. Daraus folgt weder ein Anspruch auf einen günstigeren Kredit noch die Pflicht, den Dispo umzuschulden.
Wenn in deinem Budget selbst für eine tragbare Kreditrate kein Platz ist oder deine Schulden unübersichtlich werden, wende dich an eine kostenfreie, gemeinnützige Schuldnerberatung. Sie kann dir helfen, Einnahmen, Ausgaben und offene Schulden zu ordnen und Alternativen zu neuen Schulden zu besprechen. Sei vorsichtig bei privaten Kreditvermittlern, die für ihre Hilfe Geld verlangen oder eine Kreditzusage versprechen.

