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Was eine Bürgschaft bedeutet

Taschenrechner und Holzscheiben als Symbol für Kreditkosten.
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Mit einer Bürgschaft für den Kredit oder eine andere Schuld übernehmen Sie ein eigenes finanzielles Risiko. Sie versprechen dem Gläubiger, die Schuld des Hauptschuldners zu bezahlen, falls dieser nicht zahlt.

Der Vertrag legt fest, welche Schulden die Bürgschaft abdeckt. Er regelt auch, ob ein Höchstbetrag gilt und ob der Gläubiger zuerst erfolglos gegen den Hauptschuldner vorgehen muss. Bürgschaftsbanken sichern für Unternehmen einen Teil bestimmter Kredite ab. Diese Programme unterscheiden sich von privaten Bürgschaften.

Bürge, Schuldner und Gläubiger

An einer Bürgschaft sind drei Parteien beteiligt: Der Hauptschuldner schuldet Geld, der Gläubiger hat Anspruch auf die Zahlung, und der Bürge verspricht dem Gläubiger, für die Schuld einzustehen. Das Bürgerliche Gesetzbuch erlaubt auch Bürgschaften für künftige oder an Bedingungen geknüpfte Verpflichtungen.

Wer einen gemeinsamen Kreditvertrag als Mitkreditnehmer unterschreibt, schuldet die Zahlung selbst. Bei einer Bürgschaft haftet die Person aufgrund eines eigenen Versprechens für die Schuld eines anderen. Welche rechtliche Rolle Ihre Unterschrift begründet, hängt vom Vertrag und seiner rechtlichen Einordnung ab.

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Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
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Wie weit die Haftung reicht

Die Haftung des Bürgen richtet sich grundsätzlich nach der Hauptschuld. Auch Folgen eines Zahlungsverzugs können dazugehören. Für bestimmte Kündigungs- und Durchsetzungskosten kann der Bürge ebenfalls einstehen. Der Hauptschuldner darf die Verpflichtung des Bürgen nicht durch ein späteres Geschäft eigenmächtig vergrößern.

Prüfen Sie deshalb vor der Unterschrift, ob der Vertrag einen klaren Höchstbetrag nennt und welche Forderungen er einschließt. Ohne eine wirksame Begrenzung kann die Haftung die gesamte abgesicherte Schuld umfassen. Eine Begrenzung schützt nur für die Beträge und Forderungen, die der Vertrag tatsächlich erfasst.

Das Bürgerliche Gesetzbuch verlangt grundsätzlich eine schriftliche Bürgschaftserklärung; die elektronische Form reicht dafür nicht aus. Der Formmangel gilt jedoch in dem Umfang als geheilt, in dem der Bürge die Hauptverpflichtung erfüllt. Unterschreiben Sie daher keine Erklärung, deren Umfang Sie nicht verstehen, und verlassen Sie sich nicht auf mündliche Zusagen, die im Vertrag fehlen.

Wann der Gläubiger zuerst gegen den Schuldner vorgehen muss

Im gesetzlichen Grundfall kann der Bürge die sogenannte Einrede der Vorausklage geltend machen. Sie bedeutet, dass der Gläubiger zunächst erfolglos versuchen muss, die Forderung beim Hauptschuldner einzutreiben.

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Diese Schutzmöglichkeit entfällt in bestimmten Fällen. Dazu zählt die selbstschuldnerische Bürgschaft: Mit ihr verzichtet der Bürge auf die Einrede der Vorausklage. Der Gläubiger kann dann grundsätzlich direkt Zahlung vom Bürgen verlangen, ohne zuvor die Vollstreckung gegen den Hauptschuldner abzuschließen. Auch bei einer Insolvenz des Schuldners oder einer voraussichtlich erfolglosen Vollstreckung muss der Gläubiger nicht zuerst gegen den Schuldner vorgehen.

Achten Sie deshalb besonders auf Formulierungen wie „selbstschuldnerisch“ und auf Verzichtserklärungen. Sie beeinflussen, wie schnell der Gläubiger den Bürgen in Anspruch nehmen kann.

Was passiert, wenn der Bürge zahlt

Der Bürge kann grundsätzlich Einwände gegen die Forderung geltend machen, die auch dem Hauptschuldner zustehen. Zahlt der Bürge, geht der Anspruch des Gläubigers gegen den Hauptschuldner in Höhe der geleisteten Zahlung auf den Bürgen über. Der Bürge kann dann versuchen, das Geld vom Schuldner zurückzufordern.

Der Anspruch auf Rückzahlung ist jedoch keine Garantie dafür, dass der Bürge sein Geld zurückbekommt. Ist der Hauptschuldner zahlungsunfähig, kann der Anspruch gegen ihn praktisch wertlos sein. Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie daher prüfen, ob der Schuldner die Rate heute zahlen kann und ob Sie die Bürgschaft selbst tragen könnten, falls er ausfällt.

Hände mit Vertragsunterlagen und Stift am Tisch.
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Was Sie vor der Unterschrift prüfen

Lesen Sie den Vertrag vollständig und klären Sie vorab insbesondere diese Punkte:

  • Welche konkrete Schuld und welche Nebenforderungen sind abgesichert?
  • Gibt es einen festgelegten Höchstbetrag und eine Begrenzung der Laufzeit?
  • Ist die Bürgschaft selbstschuldnerisch oder gilt die Einrede der Vorausklage?
  • Unter welchen Bedingungen endet die Bürgschaft, und wie wird die Freigabe bestätigt?

Prüfen Sie anhand Ihres Einkommens und Vermögens, ob Sie die mögliche Haftung tragen können. Wenn der Betrag Ihre finanzielle Tragfähigkeit übersteigt, sollten Sie nicht auf eine spätere Rückzahlung durch den Hauptschuldner vertrauen. Lassen Sie unklare Klauseln vor der Unterschrift rechtlich prüfen.

Wann eine Bürgschaft unwirksam sein kann

Eine finanziell belastende Bürgschaft ist nicht automatisch unwirksam. Nach § 138 BGB kann ein Rechtsgeschäft gegen die guten Sitten verstoßen und deshalb nichtig sein. Bei bestimmten Bürgschaften naher Angehöriger oder Partner prüfen die Gerichte unter anderem, ob der Bürge schon beim Vertragsabschluss finanziell grob überfordert war und welche Rolle das Verhalten des Gläubigers spielte.

Die Verbraucherzentrale nennt als Anhaltspunkt, ob der Bürge schon bei Vertragsabschluss absehen konnte, dass er nicht einmal die Zinsen aus dem Teil seines Einkommens und Vermögens zahlen kann, den Gläubiger pfänden dürfen. Ein eigener erheblicher wirtschaftlicher Vorteil des Bürgen kann die Beurteilung verändern. Ob eine Bürgschaft unwirksam ist, hängt daher von den konkreten Umständen ab. Finanzielle Schwierigkeiten, die erst später entstehen, machen sie nicht automatisch nichtig.

Der Bundesgerichtshof entschied 2018, dass eine unentgeltliche Bürgschaft eines Beschäftigten für den Arbeitgeber nicht allein deshalb sittenwidrig ist, weil das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Die Gerichte müssen die finanzielle Überforderung und die weiteren Umstände des Einzelfalls prüfen.

Bürgschaftsbanken für Unternehmen

Bürgschaftsbanken unterstützen Unternehmen, wenn sich ein Vorhaben voraussichtlich finanzieren lässt, dem Unternehmen aber herkömmliche Sicherheiten fehlen. Die Bürgschaftsbank steht gegenüber dem Kreditinstitut für einen Teil des Kredits ein, falls das Unternehmen nicht zahlt. Das Unternehmen bleibt zur Rückzahlung des Kredits verpflichtet und muss die Bedingungen des jeweiligen Programms erfüllen.

Anteil, Höchstbetrag, Gebühren und Antragsweg unterscheiden sich nach Bundesland und Programm. Ein Beispiel aus Hessen: Die dortige Bürgschaftsbank nennt für Investitionsfinanzierungen eine Absicherung von 80 Prozent und für Betriebsmittelfinanzierungen 60 Prozent, jeweils bis zu einem maximalen Bürgschaftsbetrag von zwei Millionen Euro. Diese Konditionen gelten für das beschriebene hessische Angebot, nicht bundesweit. Manche Anträge laufen über die Hausbank; in bestimmten Fällen ist auch ein direkter Antrag möglich.

Die Programme unterstützen Unternehmensgründungen und andere Finanzierungen. Der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken zählte nach vorläufigen Angaben 2025 insgesamt 5.072 unterstützte Finanzierungsvorhaben. Darunter waren 1.892 Unternehmensnachfolgen. Eine Veröffentlichung der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern nennt für 2025 abweichende Zahlen. Die beiden Veröffentlichungen erläutern nicht, ob sie dieselben Begriffe und Berechnungsgrundlagen verwenden. Die Angaben lassen sich daher nicht direkt miteinander vergleichen.

Durch öffentliche Bürgschaften trägt auch der Staat ein finanzielles Risiko. Für bestimmte große Bundesbürgschaften berichtete die Bundesregierung 2025 von 18 bestehenden Garantien. Diese Zahlen betreffen das beschriebene Bundesprogramm und nicht private Bürgschaften oder sämtliche Bürgschaftsbanken.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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