Wenn du in Deutschland einen Privatkredit planst, berechne neben der Monatsrate auch den Gesamtbetrag der Rückzahlungen. Die Monatsrate hängt vor allem von Kreditsumme, Sollzins und Laufzeit ab. Der Sollzins ist der vertragliche Zinssatz. Der effektive Jahreszins berücksichtigt zusätzlich bestimmte Kreditkosten und erleichtert den Angebotsvergleich.
Die Beispielrechnung zeigt das Ergebnis unter den angenommenen Bedingungen. Sie sagt weder deinen persönlichen Zinssatz noch eine Kreditzusage voraus. Dafür prüft der Kreditgeber deine Bonität, also ob du den Kredit zurückzahlen kannst.
So berechnest du die Monatsrate
Bei einem Ratenkredit mit gleich hohen Monatsraten kannst du die Monatsrate ungefähr so berechnen:
Monatsrate = Kreditsumme × Monatszins / (1 − (1 + Monatszins)^(-Anzahl der Raten))
Dabei ist der Monatszins eine Dezimalzahl. Bei einem vereinfachten Modell mit monatlicher Verzinsung teilst du den jährlichen Sollzins durch zwölf.
Für eine Modellrate setzt du Kreditsumme, Sollzins und Laufzeit in die Formel ein. Die Gesamtrückzahlung im Modell ergibt sich aus der Summe aller Raten. Davon ziehst du die Kreditsumme ab, um den Zinsanteil zu berechnen.
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Die Rechnung geht davon aus, dass der Zinssatz während der gesamten Laufzeit feststeht und keine weiteren Kosten anfallen. Das tatsächliche Ergebnis kann sich durch den Auszahlungstag, die vertragliche Zinsberechnung und Rundungen leicht unterscheiden. Für deinen Kredit gelten die Konditionen im Angebot.

Sollzins und Effektivzins vergleichen
Der Sollzins ist der vereinbarte Zinssatz. Der effektive Jahreszins gibt die berücksichtigten Kreditkosten als jährlichen Prozentsatz an. Er eignet sich besser, um Angebote mit gleichen Eckdaten zu vergleichen. Der Gesamtbetrag zeigt, wie viel du über die gesamte Laufzeit zurückzahlen sollst.
Vergleiche Angebote möglichst mit derselben Kreditsumme und derselben Laufzeit. Prüfe den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag. Achte außerdem auf mögliche Zusatzkosten. Eine freiwillige Restschuldversicherung kann zum Beispiel zusätzliche Kosten verursachen, die nicht im effektiven Jahreszins enthalten sind. Lies deshalb auch die Vertragsunterlagen und prüfe, ob Zusatzleistungen optional sind.
Ein beworbener Zinssatz mit dem Zusatz „ab“ ist keine Zusage für den persönlichen Zinssatz. Das konkrete Angebot hängt unter anderem von Bonität, Kreditsumme und Laufzeit ab. Ein Kreditrechner liefert daher eine Schätzung, kein verbindliches Angebot.
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Was die Laufzeit verändert
Bei einer längeren Laufzeit zahlst du den Kredit über mehr Monate zurück. Dadurch sinkt häufig die Monatsrate. Weil der Kredit länger läuft, können insgesamt mehr Zinsen anfallen. Eine niedrige Rate bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Kredit günstiger ist.
Entscheide zuerst, welche Rate in dein monatliches Budget passt. Vergleiche anschließend, wie sich unterschiedliche Laufzeiten auf den Gesamtbetrag auswirken. Eine kürzere Laufzeit spart häufig Zinsen, setzt aber voraus, dass du die höhere Rate dauerhaft tragen kannst.
Passt die Rate ins Budget?
Eine Kreditrate ist tragbar, wenn nach Miete, Lebenshaltungskosten, Versicherungen, bestehenden Raten und anderen regelmäßigen Ausgaben genug Geld übrig bleibt. Plane außerdem einen Puffer für unregelmäßige Ausgaben und unerwartete Rechnungen ein. Eine rechnerisch mögliche Rate ist nicht automatisch eine sinnvolle Rate.
Vor Abschluss eines Kredits für Verbraucher (Allgemein-Verbraucherdarlehen) muss die Bank prüfen, ob du den Kredit zurückzahlen kannst. Diese gesetzliche Prüfung ersetzt deine eigene Budgetplanung nicht: Der Kreditgeber prüft nach seinen Kriterien, ob du den Kredit zurückzahlen kannst. Du solltest zusätzlich deine persönlichen Ausgaben und finanziellen Reserven berücksichtigen.
Wenn das Budget schon ohne neue Kreditrate knapp ist, löst ein weiterer Kredit das Problem nicht zuverlässig. Bei Zahlungsschwierigkeiten bieten anerkannte, kostenfreie Schuldnerberatungsstellen Unterstützung. Sie können auch helfen, Ausgaben und bestehende Verbindlichkeiten zu ordnen, bevor neue Schulden entstehen.

Sondertilgung und vorzeitige Rückzahlung
Bei einem Allgemein-Verbraucherdarlehen kannst du den Kredit grundsätzlich vorzeitig zurückzahlen. Dann entfallen die Zinsen und andere laufzeitabhängige Kosten, die für die restliche Laufzeit angefallen wären. Dadurch sinken die Gesamtkosten.
Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen darf der Kreditgeber eine Entschädigung für die vorzeitige Rückzahlung verlangen (Vorfälligkeitsentschädigung). Bei einem Allgemein-Verbraucherdarlehen ist sie grundsätzlich auf 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags begrenzt. Liegt zwischen der vorzeitigen und der vereinbarten Rückzahlung höchstens ein Jahr, gilt eine Grenze von 0,5 Prozent. Die Entschädigung darf außerdem nicht höher sein als die Sollzinsen, die bis zur vereinbarten Rückzahlung angefallen wären. Ob du diese Entschädigung zahlen musst, hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen und dem Vertrag ab. Prüfe die Bedingungen, bevor du eine Sondertilgung planst.
Umschuldung richtig berechnen
Eine Umschuldung fasst bestehende Kredite in einem neuen Kredit zusammen oder ersetzt sie. Eine niedrigere Monatsrate allein zeigt nicht, ob sich das lohnt. Sie kann entstehen, weil die neue Laufzeit länger ist und die Rückzahlung dadurch insgesamt teurer wird.
Vergleiche den Gesamtbetrag des neuen Kredits mit den noch offenen Zahlungen der bestehenden Darlehen. Berücksichtige auch mögliche Kosten für die Ablösung und ob du zusätzliches Geld aufnehmen willst. Erst dieser Vergleich zeigt, ob die Umschuldung die Gesamtkosten senkt oder vor allem die monatliche Belastung verschiebt.


