In Deutschland bekommen Sie Bargeld meist am Geldautomaten oder beim Bezahlen an der Ladenkasse. Welche Möglichkeit Sie nutzen können, richtet sich nach Ihrer Karte, Ihrem Konto und den Bedingungen des jeweiligen Dienstes.
Prüfen Sie vorher Gebühren und Kontobedingungen. Eine Abhebung verschiebt das Problem, wenn Geld für laufende Ausgaben fehlt. Bei einem Dispo oder Kredit müssen Sie das Geld zurückzahlen.
Geld am Automaten abheben
Geldautomaten sind die verbreitetste Möglichkeit, Bargeld zu holen. In der Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten 2025 gaben 95 Prozent der Befragten an, Geldautomaten zu nutzen. Ob eine Abhebung kostenlos ist, hängt unter anderem von Ihrer Bank und Ihrem Kontomodell ab. Auch Ihre Karte und der Betreiber des Automaten spielen eine Rolle.
Achten Sie auf einen Gebührenhinweis am Automaten und prüfen Sie auch das Preisverzeichnis Ihrer Bank. Wenn am Bildschirm eine Gebühr erscheint, die Sie nicht akzeptieren möchten, brechen Sie die Abhebung ab. Die eigene Bank bietet meist eine Übersicht geeigneter Automaten oder nennt Bedingungen für kostenfreie Abhebungen.
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Bargeld an der Ladenkasse
Viele Geschäfte zahlen beim Einkauf Bargeld aus. Dafür fragen Sie an der Kasse nach Bargeld und bezahlen den Einkauf anschließend mit Karte. Ob das Geschäft diesen Dienst anbietet und welcher Mindestkauf oder Auszahlungsbetrag gilt, bestimmt der jeweilige Händler. Ein einheitliches Limit für ganz Deutschland gibt es nicht.
Davon zu unterscheiden sind Abhebungen per App oder Strichcode. Bei solchen Angeboten erzeugen Sie in einer Banking-App einen Code und zeigen ihn in einer teilnehmenden Filiale vor. Die Bedingungen gelten jeweils für die betreffende Bank und das Geschäft. Beim ING-Dienst ist beispielsweise ein ING-Girokonto und die App erforderlich; ein Einkauf ist dafür nicht nötig. Der Code lässt sich laut ING nicht an Selbstbedienungskassen einlösen.
Auch an Ladenkassen heben viele Menschen Bargeld ab: Laut Bundesbank-Studie 2025 nutzten 49 Prozent der Befragten diese Möglichkeit. Im Durchschnitt wurden dort 109 Euro je Abhebung ausgezahlt. Dieser Mittelwert sagt nichts über die Auszahlungsgrenze eines einzelnen Geschäfts aus.
Bargeld am Bankschalter abheben
Ein Bankschalter eignet sich, wenn Sie persönliche Hilfe benötigen oder einen größeren Betrag abheben möchten. Öffnungszeiten und Gebühren richten sich nach der jeweiligen Bank und Ihrem Konto. Auch Ausweispflichten und verfügbare Beträge richten sich danach. Fragen Sie vorab bei Ihrer Filiale nach, wenn Sie eine größere Summe benötigen.
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In der Bundesbank-Studie 2025 nutzten 15 Prozent der Befragten Bankschalter für Bargeld. Die durchschnittliche Abhebung dort lag bei 1.035 Euro. Der Studienwert ist weder eine garantierte Obergrenze noch ein Anspruch auf Auszahlung in dieser Höhe.
Wenn Sie kein Bankkonto haben
Für Bürgergeld gilt grundsätzlich die Überweisung auf ein Konto. Laut einer Antwort der Bundesregierung vom 7. August 2024 kann ein festgestellter Anspruch ohne Bankkonto auch per kostenpflichtigem Barscheck ausgezahlt werden. Die Kosten trägt die empfangende Person.
Bei finanzieller Notlage oder fehlender fester Anschrift kann ein Jobcenter einen festgestellten Anspruch außerdem über einen Strichcode bei teilnehmenden Geschäften auszahlen. Ob diese Möglichkeit angeboten wird, entscheidet das jeweilige Jobcenter. Da die Angaben aus der Antwort der Bundesregierung von 2024 stammen, erkundigen Sie sich direkt beim zuständigen Jobcenter nach den aktuellen Bedingungen, bevor Sie mit einer bestimmten Zahlungsart planen.

Gebühren vor der Abhebung prüfen
Geldautomaten und Geschäfte unterscheiden sich bei den Kosten und Öffnungszeiten. Auch die Auszahlungsbedingungen variieren. Bevor Sie losgehen, prüfen Sie, ob Ihre Karte am Automaten funktioniert oder Ihr Konto den App-Dienst unterstützt. Bei einer Ladenabhebung lohnt sich ein kurzer Blick auf die Bedingungen des Händlers. Für eine Abhebung am Bankschalter fragen Sie nach Öffnungszeiten und möglichen Gebühren.
Die Zahl der Geldautomaten sinkt, und für manche Menschen ist der Weg zu Bargeld aufwendiger geworden. Laut Bundesbank sank die Zahl der Geldautomaten von 51.825 zu Beginn des Jahres 2023 auf 49.459 zu Beginn des Jahres 2025. Von den Nutzern an Geldautomaten oder Bankschaltern sagten 29 Prozent, dass sie mehr Aufwand hatten, um an Bargeld zu kommen, als zwei Jahre zuvor. Für 65 Prozent blieb der Aufwand gleich.
Wenn Ihnen Geld für Ausgaben fehlt
Bei einer Abhebung erhalten Sie Geld, das auf Ihrem Konto liegt. Reicht das Guthaben nicht, nutzen Sie dafür einen Dispokredit oder nehmen einen neuen Kredit auf. Beides müssen Sie zurückzahlen. Prüfen Sie vor einer Kreditaufnahme die gesamte Rückzahlung und ob die Rate in Ihr Haushaltsbudget passt.
Wenn Sie bereits Schwierigkeiten haben, Rechnungen oder Kreditraten zu bezahlen, wenden Sie sich an eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung. Die Schuldnerberatung kann mit Ihnen bestehende Forderungen und mögliche Alternativen zu neuer Verschuldung prüfen.


