BAföG ist staatliche Ausbildungsförderung. Studierende an Hochschulen erhalten es in der Regel zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Einen Studienkredit, etwa den KfW-Studienkredit, musst du vollständig samt Zinsen zurückzahlen.
Prüfe zuerst, ob du BAföG erhalten kannst. Ein Studienkredit kann fehlendes Geld ergänzen. Du machst damit aber Schulden und zahlst Zinsen, deren Höhe sich ändern kann. Wie viel du zurückzahlst, hängt unter anderem von der Kredithöhe, der Auszahlungsdauer und der Zinsentwicklung ab.
BAföG und Kredit im Vergleich
| Merkmal | BAföG | KfW-Studienkredit |
|---|---|---|
| Voraussetzung | Anspruch richtet sich nach den BAföG-Regeln und der persönlichen Situation. Einkommen und Vermögen fließen in die Prüfung ein. | Unabhängig vom Einkommen der studierenden Person und ihrer Eltern; die übrigen Förderbedingungen gelten weiterhin. |
| Auszahlung | Die Höhe richtet sich nach dem individuellen Bedarf und kann geringer ausfallen oder ganz entfallen. | Monatliche Auszahlungen sind möglich. |
| Rückzahlung | Der Darlehensanteil ist für Studierende an Hochschulen grundsätzlich zinslos. | Der Kredit wird verzinst; der Zinssatz ist variabel. |
| Zweck | Unterstützung während der Ausbildung. | Finanzierung von Lebenshaltungskosten im Studium oder in einer Promotion an einer förderfähigen Hochschule in Deutschland. |
Der veröffentlichte BAföG-Bedarfssatz ist nicht automatisch der Betrag, den du erhältst. Das zuständige BAföG-Amt berechnet deinen Anspruch.
Laut KfW musst du für den Studienkredit keine Sicherheiten stellen. Auch ohne Sicherheiten bleibt der Kredit eine Schuld, die du vollständig zurückzahlen musst.
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Was der KfW-Kredit kostet
Der Zinssatz des KfW-Studienkredits ist variabel. Er orientiert sich am Sechs-Monats-Euribor, einem Referenzzinssatz für Kredite in Euro, zuzüglich eines festen Aufschlags aus dem Kreditvertrag. Er kann sich deshalb während der Laufzeit ändern.
Für neue Verträge galt laut KfW vom 1. April bis zum 30. September 2026 ein effektiver Jahreszins von 6,53 Prozent. Dieser Wert gilt nicht automatisch für Verträge ab dem 1. Oktober 2026. Wer den Kredit jetzt beantragt, sollte vor dem Abschluss den aktuellen Zinssatz und die dazugehörigen Vertragsbedingungen direkt bei der KfW prüfen.
Während der Auszahlungsphase zieht die KfW die Zinsen meist von der monatlichen Auszahlung ab. Wenn du die Zinszahlung aufschiebst, musst du die Zinsen später begleichen oder sie dem Kreditsaldo zuschlagen lassen. Dann werden die aufgelaufenen Zinsen Teil deiner Schuld. Plane daher mit dem Betrag, der tatsächlich auf deinem Konto ankommt, und nicht allein mit der vereinbarten Monatsrate.
Wann die Rückzahlung beginnt
Beim BAföG beginnt die Rückzahlung des Darlehensanteils grundsätzlich fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer. Für die reguläre Rückzahlung schreibt das Gesetz Monatsraten von mindestens 130 Euro vor. Gesetzliche Ausnahmen und weitere Regeln ermöglichen in bestimmten Fällen eine Anpassung der Rückzahlung.
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Beim KfW-Studienkredit folgt auf die Auszahlungsphase eine Karenzzeit, also eine Übergangszeit bis zum Beginn der Rückzahlung. Sie dauert 18 Monate. Je nach Kalender und Semester kann sich der tatsächliche Rückzahlungsbeginn verschieben. Danach beginnt die Rückzahlung nach den geltenden KfW-Bedingungen. Du kannst die Höhe der Raten anpassen und Sondertilgungen leisten. Für die Rückzahlungsphase gelten außerdem eine Höchstdauer und eine Altersgrenze.
Bevor du einen Kredit aufnimmst, rechne die geplanten Auszahlungen zusammen und berücksichtige, dass Zinsen hinzukommen. Prüfe anschließend, welche Monatsrate nach dem Studium zu deinem voraussichtlichen Einkommen und deinen übrigen Ausgaben passt. Eine Finanzierung, die nur bei einem hohen späteren Einkommen tragbar wäre, ist riskant.
Weitere Hilfen prüfen
Der Bildungskredit des Bundes richtet sich an bestimmte Personen, die schon weit in ihrer Ausbildung sind. Er kann mit BAföG oder einem KfW-Studienkredit kombiniert werden. Du kannst den Kredit nur für eine begrenzte Zahl von Monaten und bis zu einem Höchstbetrag erhalten. Du zahlst monatlich 120 Euro zurück. Die Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten fälligen Auszahlung. Auch dieser Kredit ist verzinst.
Je nach Region bieten Studierendenwerke Darlehen oder Hilfe in besonderen Notlagen an. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Ort. Frag deshalb beim Studierendenwerk deiner Hochschule nach, bevor du einen weiteren Kredit aufnimmst.
Prüfe außerdem Stipendien, Unterstützung durch Angehörige und eine zum Studium passende Erwerbstätigkeit. Diese Möglichkeiten stehen nicht allen offen und decken nicht immer den gesamten Bedarf. Sie können aber die Kreditsumme verringern. Eine anerkannte Schuldnerberatung unterstützt dich kostenlos, wenn du deine Zahlungen kaum noch leisten kannst. Ein neuer Kredit löst ein dauerhaftes Haushaltsdefizit nicht.

BAföG zuerst prüfen
Stelle zuerst einen BAföG-Antrag, wenn deine Situation dafür infrage kommt. Nur das zuständige Amt kann deinen Anspruch verbindlich berechnen. Der Bescheid zeigt, wie viel Geld noch fehlt, wenn er negativ oder niedrig ausfällt.
Vergleiche anschließend den noch fehlenden Betrag mit den verfügbaren Alternativen. Wenn du einen Studienkredit erwägst, beantrage nur den Betrag, den du für notwendige Ausgaben brauchst, und prüfe vorab den aktuellen Zinssatz, den Umgang mit Zinsen während der Auszahlung und die Rückzahlungsbedingungen. Die Zinsangabe aus einem früheren Zeitraum ist keine verlässliche Grundlage für einen neuen Vertrag.


