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BAföG-Kredit im Vergleich

Zwei Personen vergleichen Unterlagen am Esstisch.
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Wenn Sie Geld für Ihr Studium brauchen, kann „BAföG-Kredit“ das reguläre BAföG mit zinslosem Darlehensteil, den verzinsten KfW-Studienkredit oder den Bildungskredit des Bundes meinen. Die Angebote unterscheiden sich bei Zinssatz, Voraussetzungen und Rückzahlung.

Prüfen Sie zuerst, ob Sie BAföG erhalten können: Für viele Studierende ist der Darlehensteil zinslos und die Rückzahlung begrenzt. KfW-Kredite schließen Finanzierungslücken, kosten aber Zinsen. Die genannten KfW-Zinssätze gelten für Oktober 2026; die Gesamtkosten hängen vom weiteren Zinsverlauf ab.

BAföG-Darlehen zurückzahlen

Bei Studierenden besteht BAföG grundsätzlich zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen. Den Zuschuss müssen Sie nicht zurückzahlen. Für viele Studierende, die erstmals ab dem 1. September 2019 gefördert wurden, ist die Rückzahlung des Darlehensteils begrenzt. Diese Obergrenze gilt nicht für bestimmte Förderungen, die vollständig als Darlehen gewährt werden.

Die Rückzahlung beginnt grundsätzlich fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer. Das Bundesverwaltungsamt schickt den Rückzahlungsbescheid früher, etwa viereinhalb Jahre nach dem Ende der Regelstudienzeit. Bescheid und erste Fälligkeit sind also zwei verschiedene Zeitpunkte.

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Die reguläre Rate beträgt 130 Euro im Monat. Eingezogen werden normalerweise drei Monatsraten zusammen, also 390 Euro pro Vierteljahr. Wenn Ihr Einkommen gering ist, können Sie beim Bundesverwaltungsamt eine Freistellung oder eine niedrigere Rate beantragen. Bei mehr als 45 Tagen Zahlungsverzug können Gebühren und Zinsen anfallen.

Eine freiwillige vorzeitige Rückzahlung kann einen Nachlass bringen. Das Bundesverwaltungsamt nennt die konkrete Ablösesumme im Rückzahlungsangebot. Wenn Sie mindestens 500 Euro vorzeitig zurückzahlen, kommt ein Nachlass infrage. Bestimmte Volldarlehen, etwa zur Studienabschlusshilfe, unterliegen anderen Rückzahlungsbedingungen.

Taschenrechner und Holzscheiben als Symbol für Kreditkosten.
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Wann der KfW-Studienkredit passt

Der KfW-Studienkredit ist ein eigenständiger, verzinster Kredit. Laut KfW können Studierende an anerkannten Hochschulen den Kredit unabhängig von Einkommen, Vermögen und Sicherheiten beantragen. Monatliche Auszahlungen sind in unterschiedlicher Höhe möglich.

Für neu abgeschlossene Verträge nennt die KfW ab dem 1. Oktober 2026 einen variablen Effektivzins von 6,38 Prozent pro Jahr. Der Zinssatz orientiert sich am Sechs-Monats-Euribor, einem Referenzzinssatz am europäischen Geldmarkt. Die KfW setzt ihn jeweils zum 1. April und 1. Oktober neu fest. Der genannte Satz gilt für Neuverträge ab diesem Datum. Für bestehende Verträge können andere Konditionen gelten.

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Weil sich der variable Zinssatz während der Laufzeit ändert, steht die spätere Gesamtbelastung nicht von Anfang an fest. Die KfW sieht flexible Rückzahlungsraten vor. Der standardmäßige Tilgungsplan läuft über zehn Jahre, lässt sich aber anpassen. Die Rückzahlung darf höchstens 25 Jahre dauern und nicht über das 67. Lebensjahr hinausgehen. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich für die Rückzahlungsphase ein Festzins für höchstens zehn Jahre vereinbaren.

Der Kredit kann eine monatliche Lücke schließen, wenn BAföG, Unterstützung durch Angehörige und eigenes Einkommen nicht ausreichen. Rechnen Sie vor dem Antrag aus, welcher Betrag tatsächlich fehlt. Wenn Sie weniger aufnehmen, zahlen Sie später auch weniger Kredit zurück und tragen weniger Zinsrisiko.

Für wen der Bildungskredit gedacht ist

Der Bildungskredit des Bundes richtet sich an bestimmte Ausbildungs- und Studienphasen. Beispiele sind die Schlussphase einer Ausbildung und ein Zusatz- oder Aufbaustudium. Auch ein Praktikum zählt dazu. Sie müssen unter anderem zwischen 18 und 35 Jahre alt sein und eine förderfähige Vollzeitausbildung absolvieren. Für Studierende gelten weitere Bedingungen zur Studienphase. Der Kredit lässt sich laut KfW mit BAföG und dem KfW-Studienkredit kombinieren.

Sie können pro Ausbildungsabschnitt höchstens 24 monatliche Auszahlungen von je 100, 200 oder 300 Euro erhalten. Insgesamt beträgt der Höchstbetrag 7.200 Euro. Für einmalige Kosten können bis zu 3.600 Euro vorab ausgezahlt werden; dieser Betrag zählt zum Höchstbetrag.

Für Oktober 2026 nennt die KfW einen variablen Effektivzins von 4,09 Prozent. Während der Auszahlung und der anschließenden Karenzphase, in der noch keine Rückzahlung fällig ist, werden die Zinsen aufgeschoben. Die Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Die monatliche Rate für Zins und Tilgung beträgt 120 Euro. Sie können den Kredit ganz oder teilweise vorzeitig und kostenlos zurückzahlen. Einen Nachlass gibt es dafür nicht.

Der Bildungskredit eignet sich daher eher für einen begrenzten Finanzbedarf in einer passenden Ausbildungsphase. Prüfen Sie vor dem Antrag, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen und ob die monatliche Rückzahlung zu Ihrem voraussichtlichen Einkommen passt.

BAföG und Studienkredite im Vergleich

Angebot Zinsen Umfang und Rückzahlung
BAföG-Darlehensteil Zinslos Für viele Studierende ist die Rückzahlung begrenzt; regulär 130 Euro monatlich, meist vierteljährlich eingezogen
KfW-Studienkredit Variabler Effektivzins von 6,38 Prozent für Neuverträge ab 1. Oktober 2026 Monatliche Auszahlungen in unterschiedlicher Höhe; Rückzahlung flexibel, höchstens 25 Jahre
Bildungskredit des Bundes Variabler Effektivzins von 4,09 Prozent laut KfW für Oktober 2026 Bis zu 7.200 Euro; Rückzahlung mit 120 Euro monatlich, Beginn vier Jahre nach erster Auszahlung

Die Zinssätze der beiden KfW-Angebote gelten für den genannten Stichtag. Sie legen die Kosten für die gesamte Laufzeit nicht fest. Für eine belastbare Kalkulation brauchen Sie den konkreten Vertrag und die Auszahlungshöhe. Außerdem müssen Sie den späteren Zinspfad und den Rückzahlungsplan berücksichtigen.

Hände mit Vertragsunterlagen und Stift am Tisch.
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So wählen Sie die Finanzierung

Stellen Sie zuerst Ihre monatlichen Einnahmen und notwendigen Ausgaben gegenüber. Addieren Sie BAföG, eigenes Einkommen und verlässliche Unterstützung. Ziehen Sie diese Summe von Ihren notwendigen Ausgaben ab. Der verbleibende Betrag ist die Finanzierungslücke. Beantragen Sie keinen höheren Kredit, als Sie für diese Lücke benötigen.

Prüfen Sie anschließend, ob der Bildungskredit zu Ihrer Ausbildungsphase passt. Wenn Sie über einen längeren Zeitraum jeden Monat Geld brauchen, kann der KfW-Studienkredit infrage kommen. Der variable Zinssatz macht die spätere Belastung schwerer vorhersehbar. Der zinslose BAföG-Darlehensteil hat für viele Studierende deutlich andere Rückzahlungsbedingungen als diese verzinsten Kredite.

Prüfen Sie bei jedem Angebot die Auszahlung sowie Zeitpunkt und Höhe der Rückzahlung. Eine niedrige Monatsrate kann die Laufzeit verlängern. Bei einem variablen Zinssatz können außerdem die Zinskosten steigen. Wenn eine Rate später nicht mehr in Ihr Budget passt, wenden Sie sich frühzeitig an den Kreditgeber oder an eine kostenfreie, anerkannte Schuldnerberatung.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Prüfung Ihrer persönlichen Vertrags- und Finanzsituation. Angebote erhalten Sie beim jeweiligen Anbieter.

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