Wenn Sie kurzfristig Geld brauchen und ein Auto besitzen, können Sie das Auto als Sicherheit für ein Darlehen einsetzen. Bei einem herkömmlichen Pfandkredit geben Sie das Auto in der Regel ab und bekommen es erst zurück, wenn Sie Darlehen und Kosten bezahlt haben.
Prüfen Sie, ob der Anbieter einen Pfandkredit oder einen Verkauf mit anschließender Rückmiete anbietet. Bei der Rückmiete verlieren Sie zunächst das Eigentum am Auto. Beide Varianten haben unterschiedliche Kosten und Risiken.
So funktioniert ein Autopfand
Beim herkömmlichen Autopfand dient das Fahrzeug als Pfand für ein Darlehen. Der Anbieter bewertet das Auto und legt fest, welchen Betrag er dafür leiht. Üblicherweise wird das Fahrzeug während der Laufzeit eingelagert. Ob Sie es weiter nutzen dürfen, richtet sich nach dem Vertrag. Wenn im Vertrag nicht klar etwas anderes steht, müssen Sie das Auto abgeben.
Wenn Sie das Darlehen und die vereinbarten Kosten zurückzahlen, bekommen Sie das Auto zurück. Lösen Sie das Pfand nicht aus, darf der Anbieter das Auto nach den gesetzlichen Vorgaben verwerten, meist durch eine Versteigerung. Bei einem regulären Pfandkredit erhält der Anbieter aus dem Erlös des Autos den ihm zustehenden Betrag; die gesetzlichen Vorschriften regeln, was mit einem möglichen Überschuss aus der Verwertung geschieht.
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Für das gewerbliche Betreiben eines Pfandleihhauses ist eine Erlaubnis der zuständigen Behörde erforderlich. Die Pfandleiherverordnung schreibt außerdem unter anderem einen Pfandschein, bestimmte Aufzeichnungen und eine Versicherung des Pfands vor. Diese Regeln belegen jedoch nicht, dass jeder Anbieter, der mit Autopfand wirbt, sie auch einhält.

Kosten beim Autopfand
Der gesetzlich festgelegte Zinssatz beträgt pro Monat 1 Prozent des Darlehens. Dazu kommen weitere Kosten. Bei Darlehen über 300 Euro vereinbaren Anbieter und Kunde die monatliche Bearbeitungsgebühr frei. Für kleinere Darlehen legt das Gesetz die Gebühren fest. Hinzukommen können zum Beispiel Kosten für die Verwahrung des Autos oder für eine Verwertung.
Prüfen Sie auch, wie der Anbieter abrechnet: Für Zinsen und Monatsgebühren kann er einen angefangenen Monat wie einen vollen Monat berechnen. Prüfen Sie deshalb, wie viel Sie insgesamt zahlen müssen, wenn Sie das Auto zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückhaben möchten. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät bei Pfandkrediten generell dazu, sie als kurzfristige Finanzierung zu betrachten. Wenn die Rückzahlung nicht bald realistisch ist, können die Kosten schnell zur Belastung werden.
Ein Anbieter nennt für ein Darlehen über 5.000 Euro und 30 Tage 50 Euro Zinsen. Hinzu kommen 150 Euro Gebühren und 60 Euro für die Verwahrung, sodass der Gesamtbetrag 260 Euro beträgt. Das ist ein Beispiel dieses Anbieters und kein Branchenmittelwert oder verbindliches Angebot. Andere Anbieter veröffentlichen abweichende Gebühren und Verwahrungskosten. Vergleichen Sie daher den vollständigen Rückzahlungsbetrag einschließlich der Zinsen.
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Pfandkredit oder Verkauf mit Miete?
Bei einem Verkauf mit anschließender Miete verkaufen Sie das Auto an ein Unternehmen und mieten es danach zurück. Sie können dadurch zunächst weiterfahren, sind aber nicht mehr Eigentümerin oder Eigentümer. Die Miete kommt zu den übrigen finanziellen Verpflichtungen hinzu. Wenn die Mietzahlungen ausbleiben oder der Vertrag endet, verlieren Sie möglicherweise den Zugang zum Auto.
Ob ein solcher Vertrag rechtmäßig ist, hängt davon ab, wie er genau gestaltet ist. Die Gewerbeordnung verbietet gewerbliche Käufe beweglicher Sachen, bei denen dem Verkäufer ein Rückkaufrecht eingeräumt wird. Das Bundesverwaltungsgericht prüfte 2021 einen Vertrag, bei dem der Kunde das Auto verkaufte, später zurückkaufen konnte und es zwischenzeitlich mietete. Der Bundesgerichtshof hob 2022 und 2023 in Verfahren zu Sale-and-rent-back-Verträgen die Entscheidungen der vorherigen Gerichte auf und schickte die Fälle zur erneuten Entscheidung zurück. Daraus folgt keine pauschale Aussage, dass alle solchen Verträge erlaubt oder verboten sind.
Auch unabhängig von diesem Verbot können Gerichte einzelne Vertragsbedingungen nach den Regeln des Zivilrechts prüfen. Das Landgericht München I bewertete 2021 eine konkrete Gestaltung als sittenwidrig. Das Urteil betrifft den damaligen Fall und lässt sich nicht automatisch auf jeden Vertrag übertragen. Entscheidend sind daher der Vertragstext und die tatsächlichen Umstände.
Vertrag und Anbieter prüfen
Lassen Sie sich vor der Unterschrift erklären, ob Sie ein Darlehen aufnehmen oder das Auto verkaufen. Prüfen Sie anschließend, wer während der Vertragslaufzeit Eigentümer des Fahrzeugs ist und welche Zahlungen nötig sind, damit Sie es zurückerhalten oder weiter nutzen dürfen.
Halten Sie diese Punkte schriftlich fest:
- Wie hoch ist der Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen müssen, und wann ist er fällig?
- Welche Zinsen, Gebühren und Verwahrungskosten fallen an? Wird ein Teilmonat voll berechnet?
- Wo steht das Auto, wie ist es versichert und welche Schäden sind von der Versicherung nicht abgedeckt?
- Was geschieht bei Zahlungsverzug oder am Ende der Laufzeit?
- Hat der Anbieter die erforderliche Erlaubnis, falls er gewerblich Pfandkredite vergibt?
- Entspricht der Vertrag den mündlichen Zusagen?
Bei einem herkömmlichen Pfandkredit muss der Anbieter das Fahrzeug unter anderem gegen Feuer, Leitungswasserschäden, Einbruchdiebstahl und Raub versichern. Die vorgeschriebene Versicherungssumme beträgt mindestens das Doppelte des Darlehens. Das ist kein Schutz gegen jede denkbare Beschädigung oder jeden Verlust. Die vereinbarte Laufzeit darf außerdem nicht kürzer als drei Monate sein. Der Anbieter darf das Auto grundsätzlich frühestens einen Monat nachdem das gesamte Darlehen fällig geworden ist verwerten. Die Verordnung macht dazu weitere Vorgaben, zum Beispiel dazu, wann er eine Versteigerung ankündigen muss.

Wenn Sie auf das Auto angewiesen sind
Rechnen Sie vor Vertragsabschluss durch, ob Sie den Rückzahlungsbetrag zum vereinbarten Zeitpunkt aufbringen können. Beziehen Sie dabei auch ein, dass Ihnen das Auto während eines herkömmlichen Pfandkredits in der Regel nicht zur Verfügung steht. Wenn Sie es für den Arbeitsweg, die Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen brauchen, kann der Verlust der Fahrmöglichkeit zusätzliche Kosten und Schwierigkeiten verursachen.
Vergleichen Sie auch andere Möglichkeiten, sich Geld zu leihen, wenn Ihre finanzielle Lage und Kreditwürdigkeit dafür ausreichen. Ein Ratenkredit kann den Vorteil haben, dass Sie das Auto behalten; ob er günstiger ist und ob Sie ihn erhalten, hängt jedoch von den konkreten Konditionen und Ihrer Situation ab. Wenn sich bereits Rechnungen oder Kreditraten stapeln, löst ein weiterer Kredit das Grundproblem nicht. Wenden Sie sich an die Stellen, denen Sie Geld schulden. Lassen Sie sich kostenlos von einer anerkannten Schuldnerberatung beraten, bevor Sie neue Zahlungsverpflichtungen eingehen.



